Die Star Trek Filme. Ich bin aufgewachsen mit „Star Trek – The Next Generation“ & „Star Trek – Deep Space Nine“. Natürlich habe ich aber auch „Star Trek – Voyager“, „Star Trek – Enterprise“ sowie die klassische Serie gesehen. Meine Freude war groß als endlich mit „Star Trek – Discovery“ frischer Wind Einzug gehalten hat. Die Kinofilme habe ich recht früh angefangen zu schauen. Begonnen habe ich standesgemäß mit „The Motion Picture“, mit dem ich heute beginnen möchte. Ich werde Euch nun im wöchentlichen Rhythmus jeden Star Trek Film vorstellen.

 

Star Trek – Der Film (1979). Ein eloquentes Leinwanddebüt.

 

1979. Es sind zwei Jahre nach „Star Wars Episode IV“ vergangen und den Zuschauern wurde gezeigt, was in Sachen Effekte alles möglich ist. Die Produzenten bei Paramount wollten aber keine Kopie, sondern etwas eigenes auf die Beine stellen. Rund zehn Jahre nach Ende der klassischen Serie, wurde es Zeit, Captain Kirk und seine Crew für den Auftritt auf der großen Leinwand startklar zu machen.

Doch worum geht es eigentlich ? Die Story ist recht schnell erzählt. Eine geheimnisvolle Wolke nähert sich der Erde und hat schon diverse Außenposten und (klingonische) Schiffe zerstört. Die Enterprise muß sich auf den Weg machen um einmal mehr die Gefahr abzuwenden. Dabei stößt sie auf ein uraltes Geheimnis im inneren der Wolke. Die Fragen „Woher kommen wir ?“, „Wohin gehen wir?“ und „Was ist Bewusstsein?“ werden einmal mehr hinterfragt.

Zugegeben, der erste Film ist sicherlich einer der spezielleren Classic-Crewfilme. Er bietet aber grade für Fans von z.B. „2001 Odyssee im Weltraum“ sehr interessante Momente und hat visuell einiges auf Lager. Es gibt lange Kamerafahrten, epische Bilder von im Weltraum schwebenden Humaoiden, oder eine wirklich ausgedehnte Kamerafahrt um die neue USS Enterprise. Wer allerdings die ersten Minuten des Films schaut, der merkt schnell, dass vom alten Charme der Serie nicht mehr so viel übrig ist. Das Schiff wurde (zugeben sehr genial) überarbeitet, die Uniformen sind geändert und „The Motion Picture“ hat einen eher düsteren Ton. Diese Konzeptänderung führte dazu, dass die Figuren teilweise befremdlich wirken. Hier und da sogar etwas „out of Charakter“.  Ein Beispiel ist Kirk, der toternst sein Schiff führt, wo er doch früher stets einen lockeren Spruch auf den Lippen hatte, und das nächste Space-Babe nicht lange auf sich warten lies. Der ganze Film wirkt eher unterkühlt. Also das krasse Gegenteil, zur klassischen Serie mit ihrem 60er Jahre Charme und den quietschbunten Farben. Aber natürlich sind alle Crewmitglieder der Serie auch im Film zu finden.

Die nächste große Änderung ist das Design der Klingonen. Während diese in der Originalserie noch aussahen wie mit Schuhcreme bemalte Menschen, wird hier schon eine Schippe drauf gelegt. Aufwendige Masken, sie wirken aggressiv und fremdartig. Damals gab es übrigens die gleichen Diskussionen wie heute bei „Star Trek Discovery“. Mit dem Unterschied, dass sich das Design des Films über Jahrzehnte etablieren würde. Auch in diesem Film wurde zum ersten mal klingonsch gesprochen. Jerry Goldsmith berühmtes „Star Trek Theme“ feierte hier Debüt und wurde danach für die Serie „Star Trek – The Next Generation“ verwendet. Inzwischen hat dieses Stück Musik, womöglich den gleichen Wiedererkennungswert wie das „Star Wars Theme“. All diese Faktoren, machen „The Motion Picture“ zu einem wegweisenden und sehr definierenden Star Trek Film. Denn viele Elemente haben im Franchise auch heute noch bestand und sind nicht mehr weg zu denken.

Zugegeben, in einigen Szenen wirkt „The Motion Picture“ wie ein großer Experimentalfilm mit Megabudget. Die Wurmlochszene wäre so ein Beispiel. Verzerrte Gesichter, abgehackte Dialoge und ein unmöglicher visueller Effekt. Nun möchte ich „Star Trek – Der Film“,wie er auf deutsch heißt, nicht zerreißen. Regisseur Robert Wise bietet anspruchsvolle Science Fiction mit einer philosophischen Pointe. Darum hat dieser erste Film sicherlich sein Publikum gefunden und hat auch seinen verdienten Platz in der Filmreihe.

                     

Fazit: „Star Trek – The Motion Picture“ ist ein Film, der sehr von der Erwartungshaltung des Zuschauers abhängt. Erwartet man das lockere, fröhliche wie in der Serie, wird man bitter enttäuscht werden. Geht man aber neutral an die Sache heran, winken einige gelungene Szenen, tolle handgemachte Effekte und ein anspruchsvolles Science-Fiction Abenteuer dem Zuschauer. Die überraschende Auflösung, über die Herkunft der Wolke tut ihr übriges. Ich hatte damals nicht damit gerechnet und war wirklich positiv überrascht, dass die Autoren darauf gekommen sind. Der Film wird auf ewig die Fans spalten, aber im Grunde ist er unverzichtbar für das Franchise. Er hat sicher seine Längen und verlangt dem Zuschauer einiges an Geduld ab, aber grade visuell ist er einfach richtig gut geworden.