Herzlich Willkommen zum zweiten Kinoausflug von Kirk und seiner Crew. Nachdem „Star Trek – The Motion Picture“ beim Publikum eher gespalten aufgenommen wurde, musste sich das Studio etwas überlegen. Das Interesse an „Star Trek“ sollte hoch gehalten werden. Hierzu musste Paramount den Fans einen echten Hammer servieren. Mit „Star Trek II – Der Zorn des Khan“ sollte es ihnen auf ganzer Linie gelingen. Warum? Zum einen setzt der Film die Classic Episode, „Der schlafende Tiger“ fort. Diese Folge bietet wohl einen der besten Star Trek Bösewichte aller Epochen. Khan. Was liegt also näher, als so einen beliebten Gegner nochmal zurückzuholen? Zum anderen bildet „Star Trek II – Der Zorn des Khan“ den Auftakt einer Trilogie innerhalb der Filmreihe.

Der Film liegt sowohl in der Kinoversion vor, als auch als Director’s Cut. Im Director’s Cut wird vor allem die Beziehung unter den Figuren weiter vertieft. Welche Version man bevorzugt, muß jeder wohl selbst herausfinden. Ich habe Euch den Schnittbericht beider Versionen am Ende des Artikels verlinkt.

 

Kurzer Inhalt:

Der von Captain Kirk auf einem Planten ausgesetzte Khan, wird von der Crew der USS Reliant zufällig gefunden. Natürlich hat er die Schnauze voll von seinem Exil und „überzeugt“ die Crew ihn und seine Leute mitzunehmen. Durch einen teuflischen Plan gelingt es ihm, -inzwischen- Admiral Kirk zu ködern, um endlich seine lang ersehnte Rache nehmen zu können. Der etwas eingerostete Kirk lässt sich nicht zweimal bitten, als er einen Notruf von seiner Ex-Freundin Carol Marcus empfängt. Kurzerhand machen er und seine Crew die Enterprise wieder startklar um der Sache auf den Grund zu gehen. An der Station angekommen wird er allerdings schon erwartet. Ein erbitterter Kampf zweier Erzfeinde beginnt.

 

Wie genial muss ein Autor sein, um so einen Geniestreich aus dem Hut zu zaubern ? Khan wieder zurückkehren zu lassen, ist einer der besten Ideen des Science-Fiction Genres der 80er. Wo man im ersten Film keinen echten Antagonisten vor Augen hatte und mehr auf Philosophie, statt auf Figuren Wert gelegt wurde, befinden wir uns mit „Star Trek II“ nahe an der Perfektion. So gut wie alles hat einen neuen Anstrich verpasst bekommen. Die Uniformen wirken wieder Sternenflotten-like, Phaser & Communicatoren erinnern wieder an die alte Serie. Und endlich ist der vermisste Charme unter den Figuren wieder zurück. Grade der letzte Punkt war es, der den ersten Film für einige eher fremd wirken lies. (Siehe Artikel vom 13.08.2018, ist unten nochmal verlinkt).

Man könnte sagen, die Produzenten haben aus ihren Fehlern gelernt. Aber zurück zu Khan. Ricardo Montalban’s Khan übertrifft in meinen Augen, sogar einen Darth Vader. Man kann bei Khan stets die Beweggründe nachvollziehen. Man kann seine Rachegefühle beinahe mitfühlen, seinen Willen zu überleben und sein wildes Kämpferherz beinahe anfassen. Montalban’s Mimik, Gestik und Interaktion mit dem übrigen Cast, ist einsame Spitzenklasse. Für mich ist jedenfalls Khan, einer der drei diabolischten Bösewichte der Filmgeschichte. Diese Figur hat mich nachhaltig beeindruckt. Bis heute.

                    

 

„Star Trek II – Der Zorn des Khan“ spielt sehr mit den Emotionen des Zuschauers. Ich wurde beim Ansehen hin und her gerissen, da keine Figur wirklich schwarz oder weiß ist. Vielmehr verfallen alle in gewisse Grautöne. Das verlegt den Figuren eine neuartige Tiefe, die die alte Serie niemals hatte. Sogar Kirk wird hier nicht als der saubere Sternenflotten-Captain dargestellt, sondern hat auch eine eher negative Seite. Grade zwischen Kirk, Spock und Pille ist das bunte Zusammenspiel enorm wichtig, da es am Ende zu einem echten Hammer kommen wird. Für alle, die ihn bis heute nicht gesehen haben: Lasst euch überraschen! Natürlich darf auch die Message nicht fehlen, „Star Trek II – Der Zorn des Khan“ steht die übergeordnete Frage, ob das Wohl eines Einzelnen Individuums schwerer wiegt, als das Wohl Vieler.

Technisch ist der Film noch immer einwandfrei. Der exzellentente Soundtrack wäre speziell zu erwähnen. Allein das Hauptthema brennt sich in den Gehörgang und begleitet uns durch den Film. Das Gleiche gilt für den Score während der Schlacht zwischen Enterprise und Reliant. Einfach Klasse. Dazu muss man sagen, das die guten Soundtracks in jedem „Star Trek“ Film eine Konstante bilden.

In anbetracht des Alters des Films, sehen auch die Effekte richtig gut aus. Hier zahlt sich das Arbeiten mit Modellen aus. Ich würde jederzeit solche Effekte, den momentanen CGI Overkills vorziehen. Explosionen sehen toll aus, Phasereinschläge ebenfalls und grade bei der genialen 1:1 Raumschlacht zwischen den Schiffen, ist nicht zu erkennen dass diese Effekte über 30 Jahre alt sind. So macht man zeitlose Filme.

„Star Trek II – Der Zorn des Khan“ ist spannend, hat Überraschungen im Drehbuch, ist witzig, düster und setzt der alten Serie einen gerechten Meilenstein. Auch Nicht-Trekkies sollten dem Film etwas abgewinnen können, da er sehr zugänglich ist und weitesgehend auf Technikgebrabbel verzichtet.

Für mich persönlich ein perfekter „Star Trek“ Film – ein Must See!

 

Schnittbericht Kinoversion – Director’s Cut

Star Trek – Der Film. Ein eloquentes Leinwanddebüt