Bei Star Trek Filmen gilt es eine Faustregel. Die graden Filme sind die Guten, und die ungraden Filme sind die eher Schlechteren. Bei einigen Filmen der Reihe mag das auch zutreffen. Allerdings fällt „Star Trek III – Auf der Suche nach Mr. Spock“ aus diesem Schema vollständig heraus. Bevor ihr weiterlest, leider komme ich dieses mal nicht ohne Spoiler aus. also Obacht an alle, die ihn noch nicht kennen.

 

Kurzer Inhalt:

Wir steigen quasi direkt im Anschluss an „Der Zorn des Khan“ ein. Spock ist beigesetzt, sein Sarg ist auf dem Genesis Planeten abgestürzt. Dr. Marcus und Saavik sind mit einem Forschungsschiff der Sternenflotte Richtung Genesis unterwegs um ihn genauer zu studieren. Als sie ein Lebenszeichen in der Nähe von Spocks Sarg empfangen, steigt die Neugierde und die Forscher beginnen den rapide älter werdenden Planeten zu untersuchen. Kirk und seine Crew sind derweil wieder an der Raumbasis angekommen. Sarek, Spocks Vater, besucht Kirk und wirft ihm vor, Spock im Stich gelassen zu haben. Spock habe doch seinem engsten Vertrauten sein Bewusstsein, Erinnerungen und sein „Ich“ überlassen. Kirk verneint dies, verweißt aber auf Dr. McCoy, der sich seit Spocks Ableben recht seltsam verhält. Derweil haben auch einige Klingonen ein Auge auf den aus dem Nichts entstandenen Planeten geworfen.

 

Für mich sind „Star Trek II, III und IV“ eine große Storyline und bilden den starken Kern der Classic Crew Filme. „Star Trek III“ schafft es die Stimmung aus dem außerordentlich genialen zweiten Teil mitzunehmen und kommt quasi mit der gleichen Optik und Machart daher. Mir gefällt vor allem der Genesis Planet, da er wirklich einige tolle Sets zu bieten hat. Storytechnisch finde ich die Idee dieses Planeten aber eher mau und an den Haaren herbei gezogen. Hinzu kommt, dass die ganze Thematik um diesen Planten, dessen Erschaffung und Zerstörung etwas sperrig daher kommt. Aber dazu gleich mehr. Die Modelle der Schiffe sind unverändert toll. Die Schlacht und das unausweichliche Finale zwischen Bird of Prey und Enterprise sind einfach nach wie vor sehr schön anzuschauen. Die USS Excelsior sieht man kurz, sie soll aber ihren großen Moment in einem anderen Film haben. Auch die Darsteller haben nochmal eine Schippe drauf gelegt, was die Chemie untereinander angeht. So ist z.B. die Entführung der Enterprise wirklich sehr gut gespielt und teilweise liebevoll, charmant komisch. Christopher Lloyd spielt den Bösewicht und das gewohnt auf hohen Niveau. Er serviert uns einen richtig guten Antagonisten.

 

                    

 

Was die Story angeht, so muss ich sagen, hat der Film zwar einige Längen, aber das stört mich nicht besonders. Er nimmt sich Zeit für die Figuren am Anfang & Ende und das muss auch so sein. Dieser Teil hat eine emotionale Tragweite sowohl für einige Crewmitglieder untereinander, als auch was die Bindung zu einem „Ding“ angeht. Die Zerstörung der USS Enterprise, ist die wohl schwerste Entscheidung, die Kirk je treffen musste. Somit endet der Film mit einem echten Hammer. Admiral Kirk muss in diesem Teil sowieso sehr viel einstecken, was seine Figur massiv für die Zukunft zeichnen wird.

Dies ist gott sei dank der letzte Film in dem wir uns mit dem Genesis Plott herumschlagen müssen, es nervt langsam etwas. Die Idee mag nett sein, aber es wirkt alles etwas zu konstruiert auf mich. Und eine Erklärung warum und weshalb der Planet aus der Detonation entstanden ist, bekommen wir auch nicht. Geschweige denn warum er Tote (nach seinem Entstehen) wieder auferstehen lassen kann. Aber das ist auch schon der größte Kritikpunkt für mich. Der Fokus bei „Star Trek III – Auf der Such nach Mr. Spock“ sind die Charaktere, deren Weiterentwicklung und die Frage ob man Gott spielen darf. Aufgrund der Spock-Thematik kommen auch leise und sehr spirituelle Töne ans Licht. Das gefällt mir ganz gut, grade bei den sonst eher kühleren und sachlichen wissenschaftlichen Figuren, fühlt es sich mal ganz erfrischend an.

Noch einige Worte zum Score. Der ist ein weiteres mal von James Horner und wieder ein Meilenstein. Einfach Klasse wie er immer die richtigen Töne in den jeweiligen Szenen findet. Episch, mitreißend und stets auf dem Punkt.

Uneingeschränkt empfehlenswert, aber bitte als Trilogie mit Teil II & IV anschauen!

9/10 Punkte.