Die Suche nach dem Sinn des Lebens oder die Suche nach Gott, treibt viele gläubige Menschen ihr Leben lang an. Gefährlich wird es dann, wenn die Suche nach der einen Antwort zu einer Passion mutiert, und auch vor Gewalt kein Halt mehr gemacht wird. In genau diese Kerbe schlägt „Star Trek V – Am Rande des Universums“. Regie: William Shatner.

 

Kurzer Inhalt:

 

Kirk, Pille und Spock machen Landurlaub. Scotty versucht derweil die Kinderkrankheiten der neuen Enterprise-A in den Griff zu kriegen, da alles eher schlecht, als recht funktioniert. Zeitgleich bringt ein Vulkanier namens Sybok einige Botschafter verschiedener Rassen in seine Gewalt und droht damit diese zu töten. Die Sternenflotte schickt die Enterprise um nach dem Rechten zu sehen. Kirk und Co ahnen nicht, dass alles nur ein Trick Sybok’s war, um das Schiff in seine Gewalt zu bekommen. Er hat ein anderes Ziel: Den Planeten Shakaree, wo angeblich Gott auf ihn wartet.

 

Im Großen und Ganzen ist „Star Trek V -Am Rande des Universums“ eine klassische Episode auf Kinoformat getrimmt. Es gab unzählige Folgen, in denen eine fremde Macht oder ein Eindringling das Schiff für seine Zwecke entführt hat. Das sich so eine Geschichte hier wiederholt, ist auch nicht weiter schlimm. Wir erfahren im laufe des Films nämlich vieles Neues über den Hintergrund einiger Figuren. Sybok versteht es, mit seinem unglaublichen vulkanischen Einfluss, hinter die dunkelsten Geheimnisse eines jeden, der mit ihm in Kontakt steht, zu kommen. Er wird dadurch zu einer Art Sektenführer und scharrt reihenweise „Gläubige“ um sich. Es ist wirklich toll, einen sehr figurenbezogenden Star Trek Film zu sehen. Die anderen Filme waren eher auf Action, oder wenn, dann nur auf Kirk, Spock und McCoy fokussiert. Nehmen wir als Beispiel die Urlaubsszenen zu Beginn. Die Dialoge sind erfrischend und zeigen, dass aus der Crew eine Familie geworden ist. Grade in den ersten 30 Minuten denk man einen tollen, leichten Film zu sehen. Wie Scotty und Uhura flirtend und fluchend durch die Enterprise laufen, ist dabei nur eines der Highlights. Das daraus aber ein halbes Desaster wird, konnte wohl keiner ahnen.

So finde ich z.B., dass schon wieder die Klingonen herhalten müssen, eher kontraproduktiv. Im nächsten Teil hat der „Menschen-Klingonen-Konflikt“ seinen Höhepunkt und genau deshalb hätte man den mürrischen Kriegern hier ruhig eine Auszeit geben können. Die Romulaner hätten sich perfekt angeboten, da doch eine ihrer Botschafter zu den Entführten gehörte. Die Story ist sowieso nicht sehr gut durchdacht. Da wäre Spocks plötzlich auftauchender Bruder Sybok, von dem man vorher nie etwas gehört hat und von dem auch später nie wieder die Rede sein sollte. Auch wird nicht erklärt, warum Scotty und Kirk sich gegen den Einfluß Syboks wehren können. Der Handlungsverlauf ist zäh und teilweise voller Logiklöcher. Stichwort zum „Zentrum“ des Universums“ fliegen. Als Beispiel: die USS Voyager hätte 75 Jahre bei max. Warp für nur einen Quadranten gebraucht. Das sind eben diese Dinge, die den aufmerksamen Zuschauer aufstoßen lassen. Alles nur für die Dramaturgie. Das ist schade, da die Grundtheamtik, grade heute, außerordentlich wichtig ist. Auch das große Finale auf dem Planeten Shakaree ist mehr als nur „Over the Top“, es erinnert an eine Folge aus den 60ern. Grade das fühlt sich eher fremd an und will sich nicht so recht in das Gesamtbild einfügen. Die Kinofilme sind doch weitaus ernster und düsterer als so ein, beinahe thrashiges, Ende.

„Star Trek V – Am Rande des Universums“ hat aber auch seine unterhaltsamen Momente. Ich finde diese „Raumschiffentführungsstorys“ toll. Zu meinen Favoriten gehört z.B. auch die Folge „11001001“, in der die Enterprise ebenfalls entführt wird. Ich mag es, möglichst viel vom Inneren des Schiffes zu sehen und ich finde es toll, wenn Kirk, Pille und Spock ihre kleinen Wortgefechte austragen. Egal wie ausweglos die Situation grade auch sein mag. Scotty bekommt einen tollen Auftritt und jeder möchte wohl Spocks „Raketenschuhe“ haben. Und mir gefällt diese Kritik an Religion und Fanatismus. Sogar das hinterfragen solcher Themen kommt vor. Und, hier kommt wohl eines der besten Zitate von Jim Kirk zu tragen: „Wozu braucht Gott ein Raumschiff?“  Mehr ist schon fast nicht darüber zu sagen.

 

                     

 

Sonst bietet „Star Trek V – Am Rande des Universums“ alles, was die anderen auch konnten. Klasse Außenaufnahmen der Enterprise, einmal mehr einen tollen Soundtrack und viele coole Actionszenen. Die Sets sind gelungen, sowohl die Bergsteigerszenen zu Beginn, als auch der Planet Shakaree, sowie die Wüstenumgebung sind erste Klasse. Die Modellarbeiten sind auch nochmal einen Schritt nach vorne gegangen. So langsam schleichen sich auch die ersten großen Computereffekte ein, welche zwar nach heutigem Standart mies sind, aber trotzdem für damalige Verhältnisse gut aussahen. Die schauspielerischen Leistungen sind ok, auch wenn hier und da schon mal hartes „Overacting“ zu tragen kommt.

 

Shatner hat sicher nicht alles falsch gemacht, aber es bleibt am Ende ein sehr sperriger Film, was man sicher so nicht beabsichtigt hatte. Zu viel fremdartige Szenen, zu viel von Allem. „Star Trek V – Am Rande des Universums“ hätte eine Art „Stirb Langsam auf Star Trek“ werden können. Aber leider hat man es mit einem wirren Drehbuch, Logiklöchern und beinahe arthouseartigen Kameraeinstellungen geschafft, den Karren an die Wand zu fahren. So bildet dieser Film den bisherigen Tiefpunkt der Filmreihe. Für Einsteiger zu schwer und für alteingesessene Trekkies zu unlogisch. Bei der Bewertung nehme ich die goldene Mitte.Trotzdem hinterlässt der Film bei mir gemischte Gefühle. Bewegt hat er mich nicht, aber gänzlich nicht unterhalten hat er mich auch nicht.

 

5/10 Punkte.