The Nun.

  • Taissa Farmiga as Sister Irene
  • Demián Bichir as Father Burke
  • Jonas Bloquet as Maurice „Frenchie“ Theriault
  • Bonnie Aarons as Valak / The Nun
  • Charlotte Hope as Sister Victoria
  • Ingrid Bisu as Sister Oana
  • Jonny Coyne as Gregoro
  • Mark Steger as The Duke
  • Sandra Teles as Sister Ruth
  • Manuela Ciucur as Sister Christine
  • Ani Sava as Sister Jessica
  • Jared Morgan as Marquis
  • August Maturo as Daniel
  • Claudio Charles Schneider as Demon
  • Michael Smiley as Bishop Pasquale
Erscheinungsdatum: 6. September 2018 (Deutschland)
Regisseur: Corin Hardy
Musik komponiert von: Abel Korzeniowski
Autor der Filmgeschichte: James Wan, Gary Dauberman
Produzenten: James Wan, Peter Safran

 

Als sich eine junge Nonne in einem abgeschiedenen rumänischen Kloster das Leben nimmt, schickt der Vatikan zwei interne Ermittler: einen Priester, der durch seine Vergangenheit traumatisiert ist, und eine Novizin, die demnächst ihr Ordensgelübde ablegen soll. Gemeinsam decken sie das sündhafte Geheimnis der Klostergemeinschaft auf. Dabei wird nicht nur das Leben der beiden bedroht, sondern auch ihr Glaube, ja, sogar ihre Seelen stehen auf dem Spiel, denn sie werden mit einer bösartigen Macht konfrontiert, die die Gestalt ebenjener dämonischen Nonne annimmt, die das Publikum bereits in „Conjuring 2“ in Angst und Schrecken versetzt hat. So entwickelt sich das Kloster zum grausigen Schlachtfeld der Lebenden und der Verdammten.

 

Quelle: cineman.ch

 

Als James Wan 2013 mit „The Conjuring“ einen wirklich guten Horrorfilm schuf, konnte keiner ahnen, was dieser erste Film auslösen sollte. Es folgten mit „Annabelle“, „Annabelle 2“ sowie „The Conjuring 2“ drei weitere Filme, die immer mindestens überdurchschnittlich waren. Mit „The Nun“ erscheint nun das bereits dritte Spin-Off dieses erfolgreichen Universums. Regie übernimmt dieses mal Corin Hardy. Der noch eher unbekannte Filmemacher hat bisher nur „The Hallow“ als nennenswerten Release gemacht.

„Conjuring 1“ und „Conjuring 2“ konnten durch exzellente Figurenzeichnung punkten und liessen sich -trotz Jumpscares- viel Zeit für die Geschichte. Gleich vorab, „The Nun“ kann dieses Niveau nicht ganz mitgehen, versagt aber nicht vollends. Zum Einen ist die große Stärke mit Abstand der Drehort. Der Großteil wurde tatsächlich in Rumänien gedreht und nimmt einen direkt mit. Die Natur, das alte Klostergemäuer, dort will man keine Minute alleine verbringen. Zum Anderen, schaffen es die Kameraleute wirklich tolle Szenenbilder zu kreieren. Viele Shots direkt ins Gesicht oder einfach durch Dinge, die im Hintergrund passieren. Dazu kommt ein ständiger Nebel, der über der wunderschönen Natur liegt. Auch das Setdesign im Inneren des Klosters kann überzeugen. Es wird viel mit Licht und Schatten gespielt, manche Szenen sind nur mit Kerzenschein ausgeleuchtet. Außen besticht der Drehort durch modernde Holzkreuze, mit Gras übersäte Hügel oder auch verfallene Steinfiguren. Das alles nimmt den Zuschauer direkt mit und fesselt ihn an die jeweilige Szene. Andere Filme wären neidisch auf so eine tolle Location.

 

Leider hat auch „The Nun“ Jumpscares ohne Ende. In den ersten 40- 45 Minuten wird dieses billige Stilmittel ausgereizt, bis die Handlung endlich voran kommt. Das ist für mich ein großer Negativpunkt, zumal der Film das absolut nicht nötig hat. Die beiden „Conjuring“ Teile haben ebenfalls Schockmomente. Diese sind aber stets sinnvoll und positiv für den Fortgang der Geschichte platziert. In „The Nun“ funktionieren diese nicht einmal besonders gut, da man früh weiß wie das Böse aussieht. Des weiteren wiederholt sich der Ablauf dieser Szenen regelmäßig. Ein Beispiel: Figur A kommt in einen Raum, in dem eine schwarz umhüllte Person auf dem Boden mit dem Rücken zu ihr kniet. Unsere Opfer nähert sich langsam, bis kurz vor der knienden Person. Betroffene Figur A hört ein Geräusch, dreht sich weg, dreht sich wieder hin, die kniende Gestalt ist verschwunden. Figur A dreht sich erneut um, und Boom!, der Dämon springt ihr ins Gesicht. Sowas haut niemanden vom Hocker und anspruchsvollere Zuschauer schon lang nicht mehr. Diese oder ähnliche Momente gibt es zu viel in „The Nun“. Das ist leider sehr vorhersehbar und nervt auch nach einiger Zeit. Hier kann man nur hoffen, dass sich der Geschmack des Publikums so langsam mal weg von den Jumpscares bewegt und wir wieder gute Filme mit Fokus auf Atmosphäre und Figuren bekommen. Wären da nicht die bereits erwähnte Top-Atmosphäre und der tolle Look des Films, würde er wohl in den (inzwischen) unendlichen „0815-Sumpf“ verschwinden. Ansonsten fühlt sich „The Nun“ stets wie ein Teil des „Conjuring-Filmuniversums“ an.

 

 

Was die Darstellerriege angeht, so können Taissa Farmiga und Demián Bichir eine gute Leistung abrufen. Fun fact: Taissa Farmiga ist die jüngere Schwester von Vera Farmiga. Diese ist bekannt aus „Conjuring 1 & 2“ und sie spielt Norma Bates in der Hitserie „Bates Motel“. Grade Taissa nimmt man die junge unerfahrene Nonne direkt ab. Leider bleibt die Figurenzeichnung eher sehr oberflächlich und ist kein Vergleich zu den beiden Hauptteilen. Der Comic-Relief gespielt von Jonas Bloque ist soweit ok, mir persönlich aber etwas zu viel des Guten. Ich wurde öfters aus dem Film gerißen. Hier wäre ein etwas besseres Timing der lustigen Szenen wünschenswert gewesen.

Das Design des Dämon Valak, ist wieder äußerst gelungen. Kostüme, kleine Details und auch die handgemachten Effekte, wenn es mal blutiger zur Sache geht, gehen mehr als klar. Der Soundtrack ist mir hier noch positiv aufgefallen. Er wirkt sehr bedrohlich und wirklich gruselig. Und das, ohne großes Orchester.

„The Nun“ empfiehlt sich natürlich für Fans von „Conjuring“. Gelegenheitsgucker könnten Probleme damit haben, da wir einige Szenen aus anderen Filmen zu sehen bekommen. Das könnte verwirren, sofern man die anderen Teile nicht gesehen hat. Für Fans der Reihe ist er aber ein solides Spin-off.

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