Wie verpasst man der Classic Crew einen letzten großen Auftritt? Man macht den bis dahin größten Star Trek Kinofilm und schreibt mal eben Sci-Fi Geschichte.

 

Kurzer Inhalt:

Der klingonische Mond Praxis explodiert. Das gesamte Klingonische Volk droht vernichtet zu werden und braucht die Hilfe der Föderation. Durch Spock in die Situation hinein manövriert, steht Captain Kirk vor der glorreichen Ehre den klingonischen Kanzler samt Anhang zu Friedensgesprächen zu begleiten. Durch eine scheinbare technische Fehlfunktion passiert allerdings eine Katastrophe. Kirk & McCoy werden des Mordes angeklagt und schuldig gesprochen. Auf dem Gefängnisplaneten Rura Penthe gilt das Überleben des Stärkeren. Spock und die restliche Crew versuchen derweil der Fehlfunktion auf die Spur zu kommen und entdecken ein schockierendes Geheimnis .  

 

1991. Star Trek erlebt grade einen Höhepunkt. „The Next Generation“ geht ins fünfte Jahr, die Planungen für DS9 laufen so langsam an und die Classic Crew soll einen glorreichen Abschied in Form eines großen Kinoabenteuers erleben. Nach dem der fünfte Teil das Fanlager (wieder einmal) spaltete, sollte dieser sechste Teil alle zufrieden stellen und einen Meilenstein der Reihe markieren. Hierfür holte man sich einmal mehr Nicholas Meyer ins Boot, der bereits „Star Trek II – Der Zorn des Khan“ und „Star Trek IV – Zurück in die Gegenwart“ erfolgreich in Szene setzte.

 

 

Die Story bot ein wichtiges geschichtliches Ereignis der Föderation und stellte somit die Weichen für viele tolle Geschichten mit den Klingonen. Der Erzfeind der Föderation, braucht Hilfe und ist somit gezwungen Frieden zu schließen. Was für ein Aufhänger. Innerhalb beider Lager, gibt es Wiederstände, die keinen Frieden wünschen. Die Geschichte hat somit alles, was es braucht für einen Sci-Fi Politthriller. Sabotage, Action, Verschwörungen und eine leichte Prise Humor. Allein das Abendessen mit den Klingonen ist einfach köstlich anzusehen. Stichwort „Shakespeare im klingonischen Original“. Oder die Wortgefechte zwischen Kirk & Pille. Einfach Klasse. Das die Klingonen hier nicht unbedingt als Gegner in Erscheinung treten, gibt dem Film ebenfalls noch einmal eine ganz andere Note. Grade in Bezug auf das aktuelle Weltgeschehen, ist dieser Film enorm wichtig. Die Krieger als eine Art Hilfesuchende Flüchtlinge zu zeigen und dass es innerhalb der Föderation rassistsiche Wiederstände gibt, zeigt einmal mehr, wie wichtig der Film auch heute noch ist. Vielleicht sogar wichtiger als je zuvor.

 

Das Design von „Star Trek VI – Das Unentdeckte Land“ lehnt sich natürlich erstmal an die anderen Classic Crew Kinofilme an. Das der Film einige Millionen mehr an Budget hat, sieht man ihm aber deutlich an. Die Schiffe z.B. sehen nochmal etwas toller aus und die Sets sind groß und aufwendig. Der Gefängnisplanet „Rura Penthe“ hat es mir besonders angetan. Das Design ist exotisch, detailreich und wegen der Artenvielfalt kann man einen gewissen Star Wars Touch wohl nicht verleugnen. Das Design des klingonischen Gerichtshofes und das Innenleben der Schiffe vermitteln die „Robustheit“ der klingonsichen Kultur und sind auch absolut gelungen. Man hat wirklich keine Kosten gescheut.

 

 

          

 

Die Crew-Darsteller machen ihre Sache gewohnt gut. Schön zu sehen ist es ebenfalls, dass Shatner das „Overacting“ nun endlich etwas eingestellt hat. Loben muss man Christopher Plummer, der mit Admiral Chang den wohl charimatischsten Klingonen bis dahin erschuf. „Sex and the City“ Star Kim Catrall spielt die Vulkanierin Lt. Valeris und läuft ebenfalls zur Höchstform auf.

Die Action kommt selbstverständlich auch nicht zu kurz. So sind die Raumschlachten einmal mehr sehr schön anzusehen, die Phaserkämpfe ebenso und auch die Beschädigungen an den Schiffen waren nie so detailreich wie hier. Und endlich sieht man mal die USS Exclesior in Aktion. Alles wirkt sehr dynamisch und man merkt, dass die Effekte einen echten Sprung nach vorne gemacht haben. Diese Technik, mit Modellen Raumschlachten zu inszenieren, sollte grade in „Star Trek – Deep Space Nine“ seine Perfektion erleben. Von den noch etwas statischen Kämpfen in den Vorgängern, ist hier nichts mehr zu sehen.

 

Alles in allem ist dieser Abschluss der Classic Filme tatsächlich durch und durch gelungen. Der Film bietet alles Positive was die anderen Filme vorher ausgemacht hat und legt in Sachen Dramatik noch eine Schippe drauf. „Star Trek VI – Das unentdeckte Land“ ist ausgewogen und spannend. Wenn es überhaupt etwas zu meckern gibt, dann vielleicht dass das Finale etwas hastig wirkt. Aber bei gut 120 Min. Laufzeit soll das verziehen werden. Die letzte Szene, in der die alte Crew ein letztes mal zusammen Kurs nimmt, bleibt dafür unvergessen.

„Star Trek VI – Das unentdeckte Land“ ist ein Highlight der Star Trek Kinofilme. Das Franchise war zu dieser Zeit nie besser!

9/10 Punkte.