Star Trek VII – Treffen der Generationen

 

Diese Woche wird es sehr schwierig für mich. „Star Trek VII – Treffen der Generationen“. Dieser Teil war damals der Erste, den ich als kleiner Steppkes im Kino gesehen habe. Von daher schwingt ein wenig Nostalgie mit. Bei keinem anderen Teil gehen die Meinungen so sehr auseinander wie hier. Die Idee war, die „Fackel“ der Classic Crew zur Next Generation Crew weiter zu reichen. Höhepunkt dabei, sollte das Treffen zwischen Captain Kirk und Jean-Luc Picard sein. Die Weichen für ein für ein epochales Aufeinandertreffen zweier Legenden sind gestellt. Wäre da nicht das wirre Drehbuch und einige wirklich heftige Logik- sowie Designfehler. Regie führte dieses mal der (TV) Star Trek erfahrene David Carson. Er ist danach allerdings eher mit TV Produktionen und B-Movies in Erscheinung getreten.

 

Kurzer Inhalt:

Captain Kirk, Scotty und Chekov werden zum Jungfernflug der Enterprise B eingeladen um so einen letzten Flug mit einem Schiff namens Enterprise zu unternehmen. Während des Fluges erreicht sie ein Notruf eines zivilen Schiffes, welches in einer Art kosmischem Band festsitzt und schwer beschädigt ist. Bei dem Rettungsversuch wird auch die Enterprise beschädigt und Captain Kirk als vermisst gemeldet. Immerhin konnten einige Überlebende gerettet werden.100 Jahre später erreicht die Enterprise D ebenfalls ein Notruf einer wissenschaftlichen Station. Dr. Soran wird auf dieser gefunden. Es kommt heraus, dass er zurück in den „Nexus“ möchte. Einem kosmischen Band in dem Zeit und Raum keine Rolle spielen.  Was er allerdings bereit ist dafür zu tun, ahnt zu diesem Zeitpunkt niemand. Natürlich entscheidet sich Picard dafür Soran zu stoppen, mit Hilfe einer Legende.

 

Kurze Warnung vorab: Ich komme nicht umhin wirklich elementare Dinge zu spoilern. Abgesehen davon, ist der offizielle Trailer schon eine Art „Super-Massive-Spoiler“. Ihr seid hiermit gewarnt.

 

Positives

 

Die Grundstory bleibt für mich interessant und faszinierend. Die Vorstellung, es gäbe einen Ort oder Dimension, wo man alles haben kann, alles so ist wie man es gerne hätte. Ist das nicht das was jeder Mensch gern möchte? Würde man sich für eine nicht reale, perfekte Welt entscheiden? Oder mit der (möglicherweise unerfreulichen) Wahrheit leben, wenn man die Wahl hat. „Matrix“ stellte einige Jahre später die gleiche Frage. Ich komme als Zuschauer jedesmal ins Grübeln. Was wäre meine Wahl in so einer Situation?

Die Schauspieler machen ihre Sache sonst sehr gut. Es war damals toll, die TNG Crew auf der großen Leinwand zu sehen. Malcolm McDowell als Bösewicht macht ebenfalls eine gute Figur. Er wirkt zerrißen und besessen. Er hat es wirklich drauf Figuren mit Psychosen und Wahnsinn zu spielen. Das Treffen Zwischen Kirk und Picard ist unterhaltsam und wirklich eine Art magischer Moment. Später wurde es im Franchise Gang und Gebe, dass sich die Captains verschiedener Serien treffen. Aber hier fiebert man wirklich darauf hin. Kirks „Space Cowboy“ Art trifft auf den korrekten Sternenflotten-Captain. Ein Genuss.

Ansonsten treffen wir einige Nebenfiguren aus der Serie wieder. Z.B. die Klingonenschwestern Lursa und B’Etor oder auch Data’s Katze Spott, welche die wohl emotionalste Szene im Film hat.

 

Mieses Skript?

 

Leider hat die Story einige krasse Probleme. Beispiele gefällig? Warum nimmt Soran, LaForge gefangen und will aus ihm Wissen über Trilitium rauskriegen? Er selbst weiß genug, um eine Massenvernichtungswaffe zu bauen. Aus welchem Grund wechseln die Uniformen der Crew ständig von Stationsoveralls zu Schiffsuniformen? Und warum wird Picard alleine, ohne jegliche bewaffnete Unterstützung, zu Soran herunter gebeamt? Nicht sehr Sternenflotten-Like. Weshalb treffen Picard und Kirk nicht den Picard, der sich noch vor dem hineinziehen in den Nexus, auf Veridian III befindet? Wer hat eigentlich Deanna Troi ans Steuer gelassen? Man könnte (leider) ewig so weitermachen. Ebenso stört mich etwas Datas Emotionschip. Dieser lässt ihn deutlich „out of Charakter“ wirken. Ein Problem, welches sich übrigens meiner Meinung nach durch die Tag Filme zieht. Kurz ab um die Frage zu beantworten: Ja, mieses Skript.

 

                    

 

Das Handwerkliche

 

Die Effekte sind ein weiteres mal toll geworden. Weil die Macher zu der Erkenntnis kamen, die Enterprise-D liesse sich für das Kino nur schlecht in Szene setzen, müssen wir in diesem Teil von einem weiteren Schiff Namens Enterprise spektakulär Abschied nehmen. Diese Sequenz ist so gelungen, dass man staunt. Es wurde alles mit Modellen kreiert. Hier kann ich das Making of zu „Star Trek VII – Treffen der Generationen“ empfehlen. Es befindet sich auf der BluRay des Films. Diese Zerstörung hat jedenfalls Auswirkungen auf die Serie „Star Trek – Deep Space Nine“. Nach „Treffen der Generationen“ schließt sich nämlich Klingone Worf, der DS9 Crew an. Ansonsten sehen die aus der Serie bekannten Schiffe wirklich toll aus. Es wird viel mit dem Licht der Amargosa-Sonne gemacht und wenn die Enterprise auf Warp geht, um einer Druckwelle zu entkommen, bekommt man schon große Augen. Das Gleiche gilt für die Gefechte zwischen Bird of Prey und Enterprise.

 

Der Score von Dennis McCarthy ist wie in jedem Star Trek Film sehr erhaben und erinnert stets an die Serie.

 

Eigentlich ist „Star Trek VII – Treffen der Generationen“ ein kurzweiliger Sci-Fi Film geworden, der hier und da zu Konfus geraten ist, ansonsten aber eine wirklich philosophische Message hat.

 

Ein weiteres Zitat für die Ewigkeit:

 

„Jemand hat mir mal gesagt, die Zeit würde uns wie ein Raubtier ein Leben lang verfolgen. Ich möchte viel lieber glauben, dass die Zeit unser Gefährte ist, der uns auf unserer Reise begleitet und uns daran erinnert jeden Moment zu genießen, denn er wird nicht wiederkommen.“ Jean-Luc Picard

 

6,5 /10 Punkte.