Vor dieser Review zu „Star Trek – Der Aufstand“ hatte ich all die Wochen vorher etwas Bedenken. Diese Serie soll nicht dazu dienen einen Film zu zerreißen, sondern Euch das „Star Trek“ Filmuniversum näher zu bringen. Aber genauso muß ich davor warnen, grade nach dem exzellenten „Star  Trek – Der erste Kontakt“, mit zu hohen Erwartungen an diesen Film heran zu gehen.

Nach Jonathan Frakes perfekter Arbeit an „Der erste Kontakt“, wurde ihm ebenfalls die Arbeit an  „Star Trek – Der Aufstand“ anvertraut. Diesmal sollte alles nicht zu düster zugehen und einen etwas positiveren Grundtenor bekommen. Eben wieder „mehr“ „Star Trek“. Was allerdings dabei herauskam, ist der wohl schwächste Teil der Reihe.

 

Inhalt:

Die Ba’ku leben in einem eher ländlich und frei von Technik gehaltenen, sehr hübschen Dorf auf einem Planeten, dessen Ringe ihnen ewige Jugend ermöglicht. Aus diesem Grund wollen die Föderation und die verbündeten Son’a dieses Dorf gewaltsam umsiedeln, und so Millionen von Menschen diesen Jungbrunnen zugänglich zu machen. Nichtsahnend hilft Data der Sternenflotte bei der Studie der Ba’ku, als er aber wegen eines defektes Amok läuft, wird die geplante Umsiedelung enttarnt. Picard kommt entgegen seiner Befehle zur Hilfe und findet heraus, das diese Umsiedelung den Tod der Ba’ku bedeuten würde und wiedersetzt sich der Sternenflotte. Ein erbitterter Kampf um die moralischen Grundpfeiler der Föderation hat begonnen. 

 

Flower Power

Positiv an diesem Teil ist, dass die Geschichte wirklich eine klassische „Star Trek Message“ verfolgt. Wiegt das Wohl einer großen Gruppe schwerer, als das Wohl einer kleineren? Außerdem stellen sich die Menschen der Angst vor dem Altern und Sterben. Auch das ist eine alte Thematik des Franchise. „Star Trek – Der Aufstand“ ist darüber hinaus der letzte „Star Trek“ Film, der mit Modellen gearbeitet hat. Diese sehen wie immer toll aus. Grade der finale Kampf macht eine gute Figur und zeigt ein letztes mal, was alles mit Modellen möglich gewesen ist. Die Sets sind auch mit viel Detailreichtum ausgestattet, allen voran natürlich das Ba’ku Dorf, das einen echten Hippie Einschlag hat. Aber auch die Enterprise, die Son’a Schiffe und eine Menge Höhlen sehen gut aus. Technisch, was das Handwerkliche angeht, ist alles im grünen Bereich.

 

Absturz

So spannend und „true“ Star Trek die Story auch klingen mag, so daneben ist die Produktion geraten. Handwerklich ist der Film klasse. Keine Frage. Die Ba’ku sind zwar ein liebenswertes Volk, allerdings so dermaßen langweilig in Szene gesetzt, dass es einem fast egal ist, ob die Föderation Erfolg mit der Umsiedelung hat oder nicht. Das mag auch daran liegen, dass die Figuren im Dorf so unfassbar kitschig geschrieben sind. Dagegen ist jeder Julia Roberts Film ein Witz. Dem entgegen stehen die Son’a über die man im laufe der Geschichte etwas mehr erfährt, die aber dennoch sehr blass gehalten werden. Dann wären da noch dieser erzwungene Komödien-Einschlag. Data hat einige Szenen die daneben sind, (Stichwörter Fisch unter Wasser, Schwimmkörper bei Notwasserung). Hinzu kommen die „witzigen“ Dialoge der Crew auf dem Planeten. In einer derart bedrohlichen Situation wirklich unpassend. Es wirkt, als wolle man unbedingt einen positiven und leichten Film in Szene setzen. Dabei wirken vertraute Figuren, Situationen und Sprüche so deplatziert, dass es einem fast weh tut. Diese Faktoren, und die Tatsache, dass sich neben den dämlichen Sprüchen einige Figuren völlig „out of Charakter“ verhalten, (ein weiteres Beispiel: Data’s Spruch “ ran an die Waffen….laden und schießen…“), ergibt im Ganzen ein echtes Fremdschämen. Der Gipfel ist: Picard’s und Riker’s  noch mehr ins Drehbuch erzwungene Romanzen. (btw. was ist eigentlich mit Vash?).

 

          

 

Pixelsalat

Im Gegensatz zum guten Handwerklichen, sehen die Computereffekte schrecklich aus. Auch für damalige Verhältnisse wäre deutlich mehr drin gewesen. Siehe z.B. Jurassic Park 1. Der ist älter als dieser Film. Ihn könnte man noch heute, nahezu unverändert ins Kino bringen. „Star Trek – Der Aufstand“ hingegen sah damals schon stellenweise mehr als künstlich aus. Hier und da erkennt man sogar deutlich den Green Screen. Da helfen leider auch keine märchenhafte Slow-Motion-Aufnahmen von Kolibris mehr.

 

Fazit

Mich hat der Film nicht berührt und konnte weder emotionale Fallhöhe aufbauen, noch glaubhaft vermitteln, dass die Föderation so zerrißen ist, wie man es uns hier glauben machen wollte. Ansonsten wirkt der Ablauf des Films eher wie eine zu lang geratene durchschnittliche „Crew-beamt-sich-in-rückständiges-Dorf-Next Generation“ Folge, und überhaupt nicht wie eine millionenschwere Kinoproduktion. Produktionstechnisch weiß weder Drehbuch noch Film in welche Richtung es gehen soll und verschwimmt zu einer Art Science Fiction Komödie mit ernsten Elementen. Als Einstieg in die „Next Generation Filme“ nicht zu empfehlen und auch im Hinblick auf alle 13 Filme, das wohl schwächste Glied. Den auch die schwächeren Vertreter sind stets ihren Weg konsequent zu Ende gegangen. „Star Trek – Der Aufstand“ nimmt Umwege und fällt über Hürden.

Wie oben bereits erwähnt, die Effekte sind super, die Schiffsmodelle ein letztes mal ebenso und auch das bombastische Finale macht was her.

Mir reicht das alles leider nicht und so gebe ich ganz schwache 5/10 Punkte. Ich entscheide mich für die Enttäuschung.