In wenigen Wochen ist es soweit und wir können uns endlich, mit Popcorn bewaffnet, den zweiten Teil der „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“-Filmreihe im Lichtspieltheater unseres Vertrauens ansehen. Bis wir die Tickets aber in den Händen halten, geht noch ein bisschen Zeit ins Land. Macht nichts. Wir können die Tage auf diversen Halloween-Partys vertrödeln und zu diesem Zweck auch mal wieder die alte Hogwarts-Uniform entstauben. Die ausgestopfte Eule auf der Schulter kam zwar in den letzten Jahren immer gut an und hat stets für den ersten Preis für die Kostümierung gesorgt, doch mit der Erzählung um Newt und seine magischen Gefährten werden auch in puncto Verkleidung und Accessoires neue Maßstäbe gesetzt. Diese drei Tierwesen aus J. K. Rowlings Feder sichern euch in diesem Jahr die ungeteilte Aufmerksamkeit auf jeder Halloween-Feier. Ob ihr euren besten Kumpel in ein selbstgeschneidertes Tierwesen-Outfit zwängt, im Laden stöbert oder mit Stoff, Papier, Schere und Farben kreativ werdet, ist dabei euch überlassen. Ein paar Anregungen und Tipps helfen euch bei der Ideenfindung.

 

Der Hintertück

 

Quelle: https://www.pottermore.com/explore-the-story/hidebehind

 

Dieses zufällig entstandene Mischwesen aus Ghul und Demiguise gehört zu den Wesen mit der Klassifizierung XXXX. Es ist damit also äußerst gefährlich. Das Nachtwesen kann sich, wie auch der Demiguise, unsichtbar machen. Die wenigen Zauberer und Hexen, die einen Hintertück zu Gesicht bekommen haben, beschreiben ihn als groß, dürr und bärenartig mit silbrigem, langem Fell. Durch die Wälder Nordamerikas streifend, halten Hintertücks Ausschau nach ihrer favorisierten  Beute: Menschen. Zurückgeführt wird diese Vorliebe auf die grausame Behandlung, welche jener Demiguise, der sich seinerzeit mit einem Ghul paarte, in der Gefangenschaft des Schmugglers Phineas Fletcher erfahren hatte, bevor er diesem entkam. Ein Wesen mit einer solch gruseligen und gewaltsamen Hintergrundgeschichte sorgt auf jeden Fall für eine Menge Gesprächsstoff auf der Feier. Umsetzen lässt sich dieses Kostüm mit einer Horrorversion eines klassischen Yeti-Kostüms allemal. Wem das zu kostenintensiv ist, der greift tief in die Makeup-Kiste und kauft die silberfarbenen Lamettavorräte der Supermärkte in der Umgebung auf, um seinen Halloween-Sidekick herauszuputzen.

 

Der Klabbert

 

Mit der Klassifizierung XX fällt dieses Wesen in eine harmlosere Kategorie. Nichtsdestotrotz eignet er sich hervorragend für ein schauriges Kostüm, denn allein die Beschreibung dieses Geschöpfs lässt erahnen, dass es nicht unbedingt Schönheitspreise kassiert. Dieser Baumbewohner erinnert an eine Kreuzung aus Affe und Frosch und zeichnet sich unter anderem durch seine haarlose, grün marmorierte Haut aus. Wem das nicht gruselig und ekelig genug erscheint, der wird sich über die zwei Hörner auf dem Kopf des Tierwesens und die große Pustel mitten auf der Stirn freuen. Die Pustel gilt als das auffallendste Merkmal des Klabberts, da sie scharlachrot anläuft und blinkt, sobald das Wesen Gefahr wittert. Der breite Mund des Geschöpfes scheint stets zu grinsen uns ist voller rasiermesserscharfer Zähne, die beim erbeuten kleiner Vögel und Echsen behilflich sind. Lange und dünne Gliedmaßen sowie Schwimmhäute zwischen Zehen und Fingern machen die Horrorerscheinung perfekt. Mit einem engen Overall in Grün, etwas Theaterfarbe im gleichen Ton und ein paar Tricks aus der Halloween-Schminkabteilung macht ihr aus eurer Partybegleitung einen glaubhaften Klabbert. Der abgetrennte Schwanz einer Gummiechse, welcher aus dem Mundwinkel baumelt, kann das Sahnehäubchen für Verkleidungsperfektionisten sein.

 

Der Werwolf

 

 

Ein absoluter Kostümklassiker, der Gefahrenpotiential und Unansehnlichkeit perfekt vereint, wenn man den Bildern der „Harry Potter“-Filmreihe Glauben schenken darf. Mit der Klassifikation XXXXX gilt der Werwolf als Zauberer- und Hexentöter. Dieses Wesen scheint das einzige zu sein, welches gezielt und ausschließlich auf Menschenjagd geht. Einmal im Monat, bei Vollmond, wird ein Werwolf zur mordenden Bestie. Wird ein Mensch von einem solchen Geschöpf gebissen, lebt auch dieser fortan als Werwolf und verwandelt sich zu jedem Vollmond. Der bekannte Wolfbanntrank kann Linderung bei der schmerzhaften Verwandlung verschaffen und die blutrünstigen Triebe in Zaum halten, doch eine völlige Genesung gibt es nicht. Besondere Horroreffekte können mit einem Kostüm erzielt werden, welches das Verwandlungsstadium zwischen Mensch und Wolfsgestalt zum Thema hat. In dieser Zwischengestalt sieht auch Lupin im Film zum Davonrennen schlimm aus. Dazu kann ausrangierte Kleidung beliebig zerfetzt und mit Kunstblut getränkt werden. Ein altes, ungeliebtes Stofftier in der passenden Farbe muss für diese Kostümierung sein Fell lassen, welches mit Hilfe von Hautkleber Platz an passenden und gut sichtbaren Körperstellen findet. Teurer Hautkleber kann auch durch eine DIY-Variante aus Wasser, Zucker und Stärke substituiert werden. Fragt einfach mal das allwissende Internet. Wer es auf die Spitze treiben möchte kann seine kostümierte Begleitung zusätzlich mit farbigen Kontaktlinsen ausstatten. Mit Kotaktlinsenunerfahrenen spart man dabei zudem das Makeup für die roten, blutunterlaufenen Augen.

 

Quellen:
Buch: „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“, Verlag: Carlsen, Erscheinungsjahr in Deutschland: 2001
Buch: „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“, Verlag: Carlsen, Erscheinungsjahr in Deutschland: 1999
Bilder:
Titelbild: Film „Harry Potter und der Stein der Weisen“ 2001, Bildmaterial ist Eigentum von Warner Bros. Entertainment
Hintertück: https://www.pottermore.com/explore-the-story/hidebehind
Werwolf: Film „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ 2004, Bildmaterial ist Eigentum von Warner Bros. Entertainment