Herzlich Willkommen zum letzten Teil der „Star Trek“ Kinofilmreise. Vorab einige Infos. „Star Trek Beyond“ erfuhr miserables Marketing, weshalb er kein echter Flop, aber auch kein Kassenschlager wurde. Somit steht es in den Sternen ob wir einen vierten Teil des Kelvinverse zu sehen bekommen. Ich finde das sehr schade, da die Reihe mit den letzten beiden Filmen zu einer zwar in sich geschlossenen, aber dennoch runden Sache geworden ist. Hoffen wir das Beste, immerhin steht mit zwei neuen Serien und der zweiten Staffel „Star Trek Discovery“ zumindest neues TV Material in den Startlöchern. Zurück zu „Star Trek Beyond“.

 

Kurzer Inhalt:

Knapp 3 Jahre der angedachten 5 Jahresmission ist die Enterprise unter Capt. Kirk nun schon unterwegs. Diese lange Zeit bringt sowohl sozial, als auch psychisch einiges an Herausforderungen für die Crew mit sich. Als eine Friedensmission wegen eines alten Artefaktes schief geht, macht die Enterprise Zwischenhalt an Sternenbasis „Yorktown“ um alle Energien von Mensch und Maschine wieder aufzutanken. Die Pause ist nicht von langer Dauer, denn ein Notruf zwingt die Sternenflotte zum Handeln und schickt Kirk und Co. in unerforschten Raum um dem Signal nachzugehen. Ein fataler Fehler für Schiff und Crew…

 

Das Ensemble

 

Grade die von mir stark kritisierten Chris Pine und Zachary Quinto scheinen endlich „angekommen“ zu sein. Pine macht mit seinem Kirk einen riesen Sprung und kommt nicht mehr rüber wie nachpubertierender Rotzlöffel. Seine Körpersprache hat sich deutlich verbessert. Mimik und Gestik sind nun angemessen. Quinto hat ebenfalls nochmal eine Schüppe drauf gepackt. Zwar sehe ich da noch Verbesserungsbedarf, aber im Sinne des Franchises kann man damit leben. Karl Urban ist jedoch einmal mehr das Highlight. Grade in der Originalversion haut er einen nach dem anderen raus. Großartig. Alle anderen machen ihre Sache gut. Simon Pegg finde ich allerdings immer noch etwas „too much“. Immerhin hat er hinter der Kamera einen super Job gemacht und den Geist von „Star Trek“ dieses mal gut eingefangen. Was das angeht, darf er gern weiter machen. Idris Elba als Antagonist, ging etwas unter. Grade am Ende wird er mir zu Comichaft und blass. Ich fand es auch etwas schwer seine Beweggründe nach zu vollziehen. Alles wirkt eigentlich wie eine krasse Überreaktion der Figur. Grundsätzlich zieht sich das Rachethema auch alle drei Reboot-Filme. Das wirkt irgendwann einmal halt ermüdend. Wer bisher nichts mit dem Cast anfangen kann, wird auch hier nicht auf seine Kosten kommen.

 

Star Trek’s Geist

Was ist eigentlich der Geist von „Star Trek“? Wo die beiden Vorgänger eher sehr actionlastig waren und sich alles im nahen Raum der Erde abspielte, sehen wie hier endlich mal wieder „fremde Welten und neue Zivilisationen“. Und endlich sind auch welche dabei, die nicht humanoid sind. Das wurde z.b. in den alten Serien gerne kritisiert. Selbst „TOS“ zeigte seiner Zeit regelmäßig völlig fremdartige Lebensformen.Ja auch bei „The Next Generation“ ist nicht alles perfekt. Daran muss man die alten Fans dieser Tage erinnern. Ansonsten werden Themen wie Zusammenhalt, Toleranz, Hilfsbereitschaft gegenüber Fremden usw. aufgegriffen. Das ganze ist gut verpackt in soziale Konflikte oder wie sich das Leben weg von Zuhause so anfühlt. Wirklich toll herausgearbeitet. Hier hat man sich bewusst gemacht wie wichtig es ist, diese Werte immer wieder nach vorn zu bringen. Das macht das Star Trek Universum aus und das ist es, was es „anders“ macht. Im Grunde macht „Star Trek Beyond“ konsequent da weiter, wo „Star Trek Into Darkness“ erste Tendenzen hatte.

 

                  

 

Modern und Fast & Furious mit Dellen

Und was wurde für die neuen, jungen Trekkies getan? Einiges. Zunächst mal die moderne Inszenierung von Fast & Furious Regisseur Justin Lin. Man merkt hier und da z.B. an einigen Kamerawinkeln, dass er diese sonst an schnellen Proletenkutschen festschnallt. Was nicht schlimm ist, mir gefällt’s. Wenn die USS Enterprise aus der Sicht einer Rückfahrkamera das Spacedock verlässt, sieht das schon gut aus. Leider ist aber eben diese moderne Inszenierung schuld an einer absoluten dämlichen Szene gegen Ende des Films. Um „Die Biene“ zu vernichten wurde „Beastie Boys – Sabotage“ an die Funkwellen der feindlichen Piloten gespielt. Spektakulär fliegt die USS Franklin dann an den Bienenschiffen vorbei, die dann extra hard zu den Bässen von den Boys explodieren. Vom Erlebnis her ist das ja toll, wenn Musik zum Protagonisten des Films wird. Und ja, in jedem anderen Film hätte ich das evtl. gefeiert. Aber diese Szene war so überflüssig und unpassend, das es einen Riker / Picard Double Facepalm geben muss. Auch als Lösung des „Problems“ absolut merkwürdig. Für Gelegenheitsgucker aber sicherlich ein Moment zum staunen. Für „Star Trek“ Fans eher fremdschämen. Immerhin gibt’s einen schnippischen Kommentar von Pille. Ansonsten ist der Film schnell gefilmt, biete tolle Schnitte auch die Action sieht phantastisch aus. Für Freund von tollen Kamerafahrten gibts also eine ganze Menge zu sehen.

 

Technik und Design

Das Schiffsdesign hält sich an den der Vorgänger. Mir gefällt’s immer noch. Es sieht modern aus und macht Spaß. Die Kamera fliegt auch mal um die Schiffe und man merkt endlich in „Star Trek“, dass es leerer Raum ist. Die Schiffe stehen sich nicht ständig genau gegenüber. So kommen viele tolle Perspektiven der Enterprise zustande. Das Design der „Yorktown“ ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber passt sich ins Bild des Kelvinverse an. Mein Highlight ist aber die USS Franklin. Sie schließt den Bogen zwischen der Serie „Enterprise“ und diesen Kinouniversum. Das klassische TOS Design trifft das moderne Aussehen der Sternenflottenschiffe der neuen Filme. Einfach klasse. Die Sets sind gut, der Planet macht was her und auch die verschiedenen orte haben einen vorkommen eigenen Look.

 

Was wünsche ich mir für einen möglichen  4. Teil?

Uns bekannte Aliens kamen in allen drei Filmen eher zu kurz. Wenn man ein Alien sieht, z.B. in der Crew sind es meist namenlose Exoten. Ich hätte mir Klingonen oder Andorianer gewünscht. Bis auf eine kleine Szene in „Star Trek Into Darkness“ hat man diese kaum wahrgenommen. Gern dürfen auch wieder Lin oder Pegg ans Steuer. Diese Kombination hat bewiesen, dass man durchaus echtes „Star Trek“ gut in Szene setzen kann. Auch wäre mal ein Gegner toll, der ohne übermächtiges Schiff oder Konstrukt daher kommt. Die Gegner der drei Filme ähneln sich doch etwas. Es wäre also schön, mal eine etwas subtilere Story zu haben. Eine Art Politthriller oder etwas mit Sklavenhandel. Es gibt so viele Möglichkeiten. Etwas weniger Blockbuster und etwas mehr Tiefe in den einzelnen Figuren wäre wünschenswert.

Fazit: Von den bisherigen drei Reboot Filmen, würde ich diesen als Besten bezeichnen. Er macht Spaß, bietet gute Action, tolle Schiffe, die Schauspieler sind in ihren Rollen angekommen. Zusammen mit „Star Trek Intro Darkness“ hat man einen guten Ton für dieses Universum gefunden.

Einen Punkt Abzug gibt’s wegen der unsäglichen „Beastie Boys“ Szene.

8 /10 Punkte.

 

 

Vielen Dank

An dieser Stelle möchte ich mich bei Euch für das ein oder andere Feedback bedanken. Mir hat das mentale Aufbereiten all dieser Filme wirklich Spaß gemacht. Ich weiß, dass der Ein oder Andere wieder Lust hat sie mal wieder zu gucken. Somit habe ich mein Ziel erreicht. Lasst uns gemeinsam die neuen Serien und Staffeln die kommen feiern und das Franchise stärker werden lassen als je zuvor. Grade in Zeiten wo seelenlose Blockbuster und Filme ohne wirkliche Botschaft massenweise produziert werden, kann „Star Trek“ den Unterschied machen. Dazu braucht es aber eine starke und offene Fanbase. In diesem Sinne: Lebet lang und Frieden.