Sehnsüchtig erwarten wir den Kinostart des zweites Teils der „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“-Reihe in der kommenden Woche. Für alle, die die Vorfreude und die Neugier kaum noch im Zaum halten können, lohnt sich ein Blick auf die folgende Auswahl der Tierwesen, die uns im neuen Streifen erstmalig präsentiert werden könnten, und ihre Beschreibungen aus Newt Scamanders Standardwerk für Hogwarts-Schüler. Szenen aus den Trailern lassen bereits vielversprechende Spekulationen darüber zu, welche Tierwesen wir zu sehen bekommen. Wer gern überrascht werden will, liest lieber nicht weiter, denn es erwarten euch, wenn unsere Mutmaßungen stimmen, heftige Spoiler, was den Geschöpfe-Cast anbelangt. Der eine oder andere Trailer-Screenshot lässt außerdem bereits vermuten in welchen Situationen die Wesen auftauchen und mit wem sie interagieren.

 

Der Augurey

 

Der grünlich schwarze Vogel, der an einen abgemagerten Geier erinnert, nistet in Dornsträuchern und Gestrüpp. Er ist in Nordeuropa heimisch und mit einer Klassifizierung von XX als harmlos zu betrachten. Sein tiefes, wummerndes Schreien hatte lange Zeit den Ruf den Tod anzukündigen, was Zauberer und Hexen in Angst und Schrecken versetzte. Forschungen bemühter Tierwesen-Experten ergaben jedoch, dass der Augurey nur bei aufziehendem Regen singt. Das erklärt weswegen er gern als eine Art Wetterfrosch von Zauberern und Hexen gehalten wird.

 

Bis auf die Wetterfühligkeit des Augurey und die Tatsache, dass seine Federn nicht zum Schreiben taugen, da sie Tinte abstoßen, ist nichts zu den magischen Fähigkeiten dieses Vogels in Scamanders Schriften vermerkt. Es bleibt abzuwarten, ob es diese Eigenschaften sind, die im neuen Film nützlich werden oder uns verborgene Fähigkeiten präsentiert werden, von denen wir bisher noch nichts ahnen. Zudem steht noch die Frage im Raum, ob die Vermutungen stimmen und es sich bei dem Geschöpf im Bild tatsächlich um einen Augurey oder um ein bisher unbekanntes Wesen handelt.

 

 

Der Kelpie

 

Dieser Wasserdämon gehört zu den gefährlichen Vertretern der Tierwesen (Klassifizierung XXXX), da er Menschen zum Reiten auf seinen Rücken einlädt, nur, um sie dann in die Tiefe zu reißen und auf dem Grund eines Sees oder Flusses zu verspeisen. Häufig erscheint dieser Gestaltenwandel in Form eines Pferdes mit einer Mähne aus Binsen. Bändigen lässt er sich nur mit einem übergestülpten Geschirr, welches ihn sogar harmlos und zahm macht. Der größte Kelpie der Welt lebt im schottischen Loch Ness und wird häufig in Gestalt einer Wasserschlange gesichtet.

 

Das Bild lässt eigentlich kaum Zweifel: Es muss sich um einen Kelpie handeln. Die Beschreibung und der gezeigte Lebensraum passen perfekt. Wir sind gespannt, welche Rolle dieses gefährliche, menschenmordende Tierwesen spielen wird.

 

 

Die Chimära

 

Dieses seltene griechische Monster, welches als ein Mischwesen aus Löwe, Ziege und Drache beschrieben wird, ist besonders blutrünstig und heimtückisch. Mit einer Klassifizierung von XXXXX ist dieses Wesen unbedingt zu meiden. Es soll bisher auch nur einem Zauberer gelungen sein, eine Chimära zu erlegen. Bedauerlicherweise starb dieser vor Erschöpfung kurz nach seinem Sieg über das Ungeheuer.

 

Im Buch „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ ist die Beschreibung der Chimära so nahe an der Chimära, die Homer in der Ilias beschreibt, dass es sich höchstwahrscheinlich um das identische Geschöpf handelt: <<Vorn ein Löw‘, und hinten ein Drach‘, und Geiß in der Mitte, Schrecklich umher aushauchend die Macht des lodernden Feuers.>> Zwar ist in der Ausgabe des Hogwarts-Standardwerks keine Rede von Feuer, doch in der illustrierten Fassung ist das Wesen feuerspeiend dargestellt. Die Ähnlichkeiten mit dem Wesen im Screenshot sind verblüffend. Einen löwenähnlichen Kopf und den Schwanz eines Drachen kann man im Trailer schon auf den ersten Blick erkennen. Der Körper des Tierwesens lässt jedoch Raum für Zweifel. Besondere Ähnlichkeit mit einer Ziege ist nicht zu sehen. Der Trailer zeigt uns auch nicht, ob das Wesen Feuer spucken kann. Wir werden wohl abwarten müssen.

 

Quellen:

 

Buch: „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“, Verlag: Carlsen, Erscheinungsjahr in Deutschland: 2001

Buch: Homer „Ilias“ [6. Gesang, ab Zeile 182]

 

Das Bildmaterial ist Eigentum von Warner Bros. Entertainment