Aquaman

 

„Ein actiongeladenes Abenteuer, das sich über die atemberaubenden Tiefen der sieben Weltmeere erstreckt. „Aquaman“ offenbart die Anfänge von Arthur Curry, halb Mensch, halb Atlanter, und schickt ihn auf eine unglaubliche Reise, bei der er sich nicht nur sich selbst, sondern auch seiner Bestimmung stellen muss. Wird er sich würdig erweisen und zum neuen König von Atlantis gekrönt werden?“

 

Nuidis Vulko Willem Dafoe
Mera Amber Heard
Queen Atlanna Nicole Kidman
Arthur Curry / Aquaman Jason Momoa
Kumar Abdul Quadir Amin
Jesse Kane Michael Beach
Young Arthur (13) Otis Dhanji
Fisherman Princess Sophia Forrest
Atlantean Tahlia Jade Holt
The Fisherman King Djimon Hounsou
David Kane / Black Manta Yahya Abdul-Mateen II
Arthur’s Teacher Alice Lanesbury

 

 

Director James Wan
Screenwriter Will Beall
Producer Rob Cowan
Score Rupert Gregson-Williams
Screenwriter David Leslie Johnson-McGoldrick
Producer Peter Safran

 

Quelle:Warner Bros.

 

Hintergründe

 

Das DCEU besticht überwiegend durch missverstandene Filme, nicht zu Ende gedachte Konzepte oder einfach nur Produktionschaos. Ein echtes Highlight war bis jetzt nur „Wonder Woman“. Als James Wan ankündigte, die Regie für „Aquaman“ zu übernehmen, war ich allerdings sehr erleichtert. Wan steht für kontinuierliche und gute Arbeit. Hauptsächlich im Horrorgenre zuhause, kennt man ihn unter anderem für die „Conjuring“ Teile oder auch die (meiner Meinung nach viel atmosphärischeren) „Insidious 1&2“. Mit seinem bereits in der Rolle bekannten Hauptdarsteller Jason Momoa, sollte es doch gelingen einen sehr guten DC Superheldenfilm zu schaffen. So viel vorab, es ist gelungen.

 

Mobbing

 

Die Figur des „Aquaman“ wurde bisher in den verschiedensten Medien ins Lächerliche gezogen. Sei es nun in mehreren Folgen „Big Bang Theorie“ oder auch durch Memes im Internet, für einen Gag auf „Aquamans“ Kosten ist sich stets niemand zu schade. Dies sollte sich radikal mit dem Casten von Jason Momoa, als König von Atlantis ändern. Eine Kante wie er, gibt der Figur Profil und Charakter und man hat bereits in „Justice League“ gesehen, dass dieser Plan durchaus aufgeht. Nur würde Momoa auch in der Lage sein einen ganzen Spielfilm zu tragen?

 

Lebendige Unterwasserwelt

 

Das Design des Films sieht wirklich von vorne bis hinten sehr gut aus. Meine größten Bedenken, vor allem nach dem eher durchwachsenen ersten Trailer waren, dass die Macher die Unterwasserwelt und die Interaktionen dort optisch nicht gut machen würden. Diese Bedenken waren völlig unnötig, es sieht alles mehr als großartig aus. Wir sehen Atlantis aus der Sicht der Bewohner dort. Alles sehr bunt, fluoreszierende  Effekte und eine Menge abgefahrene Ideen. Es fühlt sich tatsächlich an wie eine eigene lebendige Welt unter dem Meeresspiegel. Das Design der Gebäude ist eine Mischung aus „Bioshock“ und „Avatar“, es trifft in jedem Fall den Nagel auf den Kopf. Die Fahrzeuge und Waffen der Bewohner von Atlantis haben einen gewissen Science-Fiction Charakter. Wir sehen Haie mit Rüstungen, Schlagzeug spielende Oktopuse oder Seepferdchen mit Reitern aus Atlantis drauf. Alles sehr nah am Comic. Überhaupt haben die Produzenten sich aus vielen Geschichten Elemente herausgesucht und eingebaut. So sehen wir die „Trench“ aus der Comicreihe „Aquaman – The Trench“ sowie auch viele andere Rassen aus den verschiedenen Königreichen der Unterwasserwelt. Im Kern wird allerdings die Geschichte zwischen Arthur’s Vater und seiner Mutter erzählt. Wie schon im ersten Comic. Kurz gesagt, es gibt viel zu entdecken dort unten und manchmal kommt es einen als Zuschauer überaus chaotisch vor. Aber diese visuelle Reizüberflutung ist so sympathisch in Szene gesetzt, dass man einfach mehr sehen will. Ich hatte das Gefühl, ich kriege nicht genug von der Welt Atlantis und seinen unzähligen Orten. Das mag damit zusammenhängen, dass dies der erste DC Film ist, in dem wir in eine gänzlich andere Welt reisen. „Wonder Woman“ war „nur“ eine Zeitreise, aber die Welt war bekannt. James Wan entführt uns hier komplett und zeigt uns die erste fremdartige Welt des DCEU. Sicher gab es Krypton, aber das haben wir nie in Gänze und ausführlich im Kino gesehen. Mir hat diese Reise jedenfalls sehr viel Spaß gemacht und ich habe definitiv Lust auf mehr. Auch für Fans von H.P. Lovecraft’s Cthulhu Mythos gibt es etwas episches Futter, zumindest eine eindeutige Anspielung.

 

                   

Die Bösewichte

 

Der Hauptantagonist ist hier König Orm, Arthur’s Bruder. Dargestellt von Wan’s Lieblingsdarsteller, Patrick Wilson. Wilson, der hauptsächlich bekannt ist aus den beiden Horrorfranchises „Conjuring“ und „Insidious“, macht auch als Vilian eine gute Figur. Orm wird als eher durchtrieben, machthungrig und berechnend dargestellt. Dies steht dem eher kühlen Wilson überaus gut. Ansonsten wird der Handlungsstrang rund um Black Manta angefangen. Alle, die das Comic bereits kennen wissen sicherlich wie diese Geschichte sich entwickeln wird und welche Rolle Manta in Arthur’s Leben spielen wird. Ich bin sehr gespannt wie das weiter geht. Hier wird Manta wirklich nur eingeführt und hat „nur“ ein kleines Scharmützel mit Aquaman. Verkörpert wird Black Manta von Yaha Abdul-Matten II, bekannt aus Serien wie „Get Down“ oder „The Handmaid’s Tale“. Eine seiner größeren Kinoproduktion war „The Greatest Showman“. Man muß hier nun einfach abwarten wie sich die Figur weiterentwickeln (und geschrieben) wird.

 

                 

 

Meeresbewohner

 

Neben Aquaman gibt es noch einige weitere, wichtige Figuren. In erster Linie Mera, verkörpert von Amber Heard. Auch sie ist passt fast perfekt in die Rolle. Momoa und Heard haben sichtlich Spaß an den Figuren und hier und da hat man den Eindruck mitten in einem Buddymovie zu stecken. Die Chemie stimmt und das ist für so einen Film absolut die halbe Miete. In den anderen DC Filmen ist es Warner leider nicht immer gelungen eine gewissen Familiäre Atmosphäre zwischen den Darstellern zu schaffen. Hier funktioniert das aber nahezu perfekt. In weiteren Rollen sieht man Willem Dafoe, den ich hier allerdings als etwas blass empfinde. Mag aber daran liegen, dass diese Rolle für seine Verhältnisse etwas leichter ist. Nicole Kidman und Temuera Morrison mimen die Eltern und Dolph Lundgren ist als König Nereus zu sehen. Letzterer bringt einen gewissen Thrashfaktor mit, was mir sehr viel Spaß gemacht hat. Es lockert das Ganze noch einmal auf.

 

Soundtrack

 

Dem Soundtrack widme ich sonst eher nur 2-3 Sätze. Hier muss ich eindeutig etwas weiter ausholen. Was uns Rupert Gregson-Williams hier serviert, ist aller erste Güte. Der Score klingt wie eine Kreuzung aus 80er Jahre Synthiesound, Orchester und Blade Runner Soundtrack. Es kommt ganz selten vor, dass ich nach dem Anschauen den Soundtrack bestelle. In diesem Fall wird das definitiv gemacht. Die Stücke fügen sich perfekt in die Unterwasserwelt von Atlantis ein und haben einen sehr großen Anteil der besonderen Atmosphäre dieser Welt. Ich bin wirklich begeistert. Auch die Orchestralen Passagen bleiben im Ohr und sind nicht nur dahin gespielte Untermalung. Jedes einzelne Stück klingt einzigartig und verschmilzt mit dem was auf der Leinwand so passiert. Als Singles zum Film präsentieren uns Skylar Grey, Pitbull und Joseph Bishara zudem noch einzelne Songs.

 

 

Fazit

 

„Aquaman“ ist ein schönes Beispiel dafür, was Warner mit DC für Möglichkeiten hat, wenn man sich nicht so sehr darauf versteifen würde, das MCU zu kopieren. „Aquaman“ ist ein erfrischender, Augenzwinkernder und ziemlich abgefahrener LSD Trip nach Atlantis. Der Film ist zwar relativ leichte Kost, aber für Fans der Figur gibt sehr viel zu entdecken. Im Grunde wäre eine düstere und ernste Version des Stoffes auch weit weniger gut gewesen, es braucht hier einfach einen gewissen grad an Humor und Wahnsinn. Momoa hält das Ganze auf seine sympathische Art zusammen und es funktioniert auf einer schrägen Weise sehr schön. „Aquaman“ macht Spaß und unterhält. Die 3D Effekte habe ich als sehr gut empfunden, grade unter Wasser kam einen schon das ein oder andere Plankton entgegen. Ich für meinen Teil freue mich sehr auf eine Fortsetzung und hoffe, dass Jason Momoa uns noch lange in dieser Rolle erhalten bleibt. Ein Traum wäre es natürlich, wenn James Wan sich bereit erklären würde, eine ganze Trilogie zu erschaffen.

 

Wertung

 

Wie dem auch sei, Pluspunkte für Design, Darsteller und Soundtrack. Einen Minuspunkt gibt es für die teilweise echt nur mittelmäßigen Gesichtsanimationen am Anfang. Man wollte Kidman und Morrison jünger darstellen. Das sieht aber nicht immer wirklich gut aus. Egal. Wer Lust auf eine durchgeknallte Reise nach Atlantis hat, dem sei „Aquaman“ ans Herz gelegt.

9/10 Tentakelmonster.