Star Trek – Discovery Staffel 2 „New Eden“

 

Herzlich Willkommen zur Review der zweiten Folge, „New Eden“. Nach dem großartigen Staffelauftakt, der sich anfühlte wie ein Kinofilm, schlägt Folge 2 etwas ruhigere Töne an. Am Regiepult sitzt kein geringerer als Nummer Eins himself, Jonathan Frakes. Wie immer gilt auch bei uns eine Spoilerwarnung. ich werde nicht die ganze Folge detailliert wiedergeben, aber die wichtigen Abläufe werden verraten.

Los geht’s

Die Episode beginnt mit einem Voice Over von Spock, der seine düsteren Albträume beschreibt. Im Fortlauf der Folge stellt sich heraus, dass Spock sich selber in eine Psychiatrie eingewiesen hat und dort nun sein Dasein fristet. Bevor die Discovery aber seine Zeichnung mit den Signalen abfliegen kann, erreicht die Crew ein Notsignal. Die Quelle ist zunächst unbekannt. Durch einen Trick, Tilly’s wird schnell klar, das Signal ist rund 52.000 Lichtjahre weit entfernt. So wird der Sporenantrieb aus der Mottenkiste geholt, um in den Beta Quadranten zu springen. Von dort kommt nämlich jenes Signal und stellt die Crew vor ein Rätsel. Gesagt, getan. Nach einer schnippischen Bemerkung unseres neuen Captains (bei dieser Entfernung und Flug bei Max. Warp, würden mit etwas Glück seine Urenkel evtl. noch die Ankunft bei der Quelle des Signals erleben) wird also schwarzer Alarm ausgelöst und ab geht die Post. Aber auch Pike hat noch einen weiteren Spruch bezüglich des Sporenantriebes auf Lager: „Wenn Sie mir damit sagen wollen, dass dieses Schiff auf einem Highway von Pilzen quer durch das Universum springt, werde ich das mal so hinnehmen“. Musst du auch Christopher, müssen wir auch. Macht aber enorm Spaß. Hättest dich mal vorher über die Discovery informieren sollen…

 

Beta Quadrant

Nach der Ankunft im Beta Quadranten, stellt sich heraus, das Signal ist weg. Stattdessen empfängt die Crew eine Transmission von einer Kolonie auf einem erdähnlichen Planeten. Dort leben tausende Menschen in einer religiösen Gemeinschaft und die Mitte des Dorfes schmückt eine große weiße Kirche. Der Planet selber ist umgeben von radioaktiven Trümmern. Schnell kommt die Frage auf wie kamen die Menschen dort hin und warum das Notsignal. Auf dem ersten Blick scheint alles cool zu sein. Die Crew rechnet zurück und stellt fest, die Transmission kommt aus der Zeit des dritten Weltkrieges. Während der Vorgänge auf der Brücke, experimentiert Tilly eigenmächtig an dem in der ersten Folge „gefangenen“ Asteroiden herum. Dabei wird sie schwer verletzt.

Pike, Burnham und Owosekun machen sich auf eine Außenmission um nach dem Rechten zu sehen. keiner macht sich zunächst Sorgen um die radioaktiven Ringe, die den Planeten umgeben. Unten angekommen, wird zu aller erst die Kirche in Augenschein genommen. Anhand der Glaskunst an den Fenstern vermutet man, das dieser Ort alle Religionen vereint und die Anwohner auf friedliche Art und Weise, zusammen mit unterschiedlichen Glaubens leben. Dies bestätigt auch ein Buch mit entsprechenden Schriften. Ebenso erzählen die Fenster die Gesichte des nuklearen dritten Weltkrieges. Burnham entdeckt allerdings in einem, jenes engelähnliche Wesen, welches sie bereits auf dem Asteroiden in Folge eins gesehen hat. Unser Außenteam wird allerdings schnell von einem Bewohner namens Jacob entdeckt und zur Rede gestellt. Und hier tritt zum ersten mal ein Thema in Discovery zu tragen, welches man bisher nicht beachtet hat: die oberste Direktive. 

 

                    

 

Die oberste Direktive

Diese verbietet es Sternenflottenoffizieren sich in die Angelegenheiten und Entwicklungen von „Pre-Warp“ Kulturen einzumischen. In unserem Dorf sieht die Sachlage aber so aus, es sind normale Menschen, die davon ausgehen, die Erde sei vernichtet. Was also tun ? Was ist moralisch korrekt? Zunächst wird die Tarnung von „aus dem Norden kommende Besucher“ aufrecht erhalten. Im Keller der Kirche findet das Team die Quelle der Transmisson, die fast 200 Jahre lang eine Schleife eines Notsignals sendet. darüber hinaus erfahren sie von einer defekten Helmkamera eines Soldaten. Pike und Co erhoffen sich durch den Sender Antworten zu bekommen, woher den diese Kolonisten kommen und wie sie auf diesen Planten umgesiedelt wurden. Die Aufrechterhaltung der Tarnung wird dabei immer schwieriger, den Jacob glaubte schon immer, dass die Erde überlebt hat und die Menschen eines Tages zurückkehren werden. Um seine Theorie zu beweisen, wird unser Team im Keller festgehalten, Phaser, Trikorder und Com. als Beweise weggenommen.

 

Währenddessen auf der Discovery

Tilly erwacht auf der Krankenstation und sieht ein weibliches Crewmitglied, welches ihr Zuspruch und Mut zuspricht. Auch Saru ist dort und ermahnt sie nicht noch ein weiteres mal auf eigene Faust ein solches gefährliches Experiment durchzuführen. Er verlässt daraufhin die Krankenstation um sich einem viel größeren Problem zu widmen. Denn die radioaktiven Ringe des Planeten drohen aufgrund einer Gravitationsanomalie abzustürzen und einen nuklearen Winter auszulösen. Es werden kreative Ideen benötigt um genau das zu verhindern. Tilly führt ihre Konversation mit dem merkwürdigen Crewmitglied weiter und hat daraufhin eine Idee wie sie das Problem mit den Ringen lösen kann. Im Krankenhemd stürmt sie auf die Brücke und schlägt vor die Gravitation des gefangenen Asteroiden zu nutzen, um die stürzenden radioaktiven Teile umzulenken. Dies geht aber nur mit einem riskanten Manöver, einem „Donut“ welches die Discovery fliegen muß. Dieser Plan gelingt und die drohende Gefahr ist abgewendet. Tilly erfährt später, das Crewmitglied ist eines alte Schulkollegin und bereits lange verstorben.

 

Unser Außenteam

Pike, Burnham und Owosekun ahnen nichts von der drohenden Gefahr. Das Außenteam befreit sich aus dem Keller und erreicht die Bewohner. In dem Moment fuchtelt Jacob mit einem Phaser herum, der daraufhin zu überladen droht. Pike rettet ihn selbstlos und wird mit schwersten Verbrennungen vor den Augen des bereits misstrauischen Jacob auf die Discovery gebeamt. Keine Sorge, er hat überlebt und im Rollstuhl sitzt er durch diesen Vorfall auch nicht.

 

Moralische Entscheidungen

Burnham und Pike unterhalten sich darüber wie sinnvoll die obersten Direktive in diesem Fall ist. Burnham berichtet ihm endlich von dem gesehenen „Engel“ auf dem Asteroiden und dass sie dieses Wesen in der Glaskunst der Kirche wieder gesehen hat. Sie argumentiert, dass das vor Ort sein der Discovery evtl. kein Zufall ist und überzeugt Pike, zumindest Jacob einzuweihen. Wieder im Keller, klärt Pike Jacob über die Geschichte der Menschen, die Föderation und die Entwicklungen auf. Im Tausch gegen eine lange währende Energiequelle bekommt Pike die Helmkamera des Soldaten, welche die Vorgänge vor dem „umsiedeln“ aufgezeichnet hat Auf dem Video ist ein Kampf zu sehen und, den ein heller Blitz und das erscheinen des „Engels“. United Federation of Planets – End of Transmission. Ende der Folge.

 

Fazit:

Diese Folge ist für alt eingesessene Fans, sicherlich ein Highlight. Sie fühlt sich an wie eine klassische TNG „Außenteam-Folge“ an und hat fast die gleichen Erzählstrukturen. Haupthandlung beim Außenteam, Rahmenhandlung auf dem Schiff. Hinzu kommt der echte moralische Konflikt der Sternenflottenoffiziere, die sich zum ersten mal in dieser Serie mit der Direktive konfrontiert sehen. Das ist Star Trek, das ist die Essenz der alten Serie und Roddenberry Vermächtnis. Bravo, hier wird sowohl Neuen als auch Alten Fans vor Augen geführt, Star Trek ist nicht Krieg und Action, sondern es kommt auch auf die leisen Töne an. Trotz der dünnen Story hat mir die Folge recht gut gefallen, eben wegen dieses eindeutigen Fingerzeigs in die richtige Richtung. Einzig, der etwas hastige Ablauf stört etwas. Aber das ist meckern auf hohem Niveau. Die Effekte sind wie auch in Folge Eins, Kinoreif.

Sollten die Autoren es hinkriegen, sowohl abgeschlossene Folgen, die gleichzeitig aber den roten Faden weiterspinnen zu erzählen, wäre das das perfekte Rezept für der Fortgang der Serie. Die Gesichte rund um die roten Anomalien und dem „Engel“ ist nun spannend und man will wissen was da vor sich geht. Und warum sieht Tilly nun „Geister“ ? Wir freuen uns auf die Antworten.

Ich gebe 8/10 Punkte für „New Eden“.