Nachdem in der ersten Folge ein Effektfeuerwerk nach dem anderen abgefeuert wurde und in der letzten Folge zum ersten Mal die klassische Nicht-Einmischungs-Direktive bei Star Trek: Discovery besprochen wurde, fühlt sich diese Folge eher wie ein kleiner Schritt zurück an. Schlecht war die Folge nicht, aber es war im Prinzip eine Füllerfolge, die klarstellt, was mit einzelnen Charakteren seit dem Ende der ersten Staffel passiert ist und bugsiert diese dann zum Ende der Folge in wichtige Positionen, in denen sie sich in den kommenden Folgen aufhalten werden. Aber fangen wir mal eins nach dem anderen an und gehen in den Spoiler-Bereich über… diesmal als FAQ-Sammlung… oder als Review-Selbstgespräch…

 

Ein Review-Selbstgespräch…

 

Hey, glorreicher Reviewer. Wie war denn so die Folge?

Nun ja… guter Mittelmaß würde ich sagen.

 

Das hört sich ja nicht sonderlich prickelnd an. Ich dachte, die Discovery müsste erst wieder in den Alpha-Quadranten zurückreisen mit dem Sporen-Antrieb. Wie ist denn das abgelaufen?

Off-Screen.

 

Was?

Kein Wort zur letzten Folge. Die Discovery fliegt direkt im Raum der Föderation herum.

 

Na toll. Worum dreht sich die Folge eigentlich?

Eigentlich um… Keine Ahnung eigentlich. Sachen passieren, aber es sind insgesamt drei unterschiedliche Storylines, die vollkommen unabhängig von einander ablaufen.

 

Was sind diese Storylines denn?

Die Hauptstoryline dreht sich um L’Rell und Voq/Tyler. L’Rell ist bekanntlich Kanzlerin des klingonischen Reichs geworden und muss ihre Position als Kanzlerin gegenüber anderen wichtigen Häusern verteidigen. Der B-Plot dreht sich um Michael Burnhams Bestreben, Kontakt zu Spock aufzunehmen und bekommt dabei Unterstützung von ihrer Mutter Amanda. Der C-Plot greift Tillys spezielle untote Freundin von letzter Woche auf und zeigt Tillys langsamen Verfall in den Wahnsinn.

 

Klingt spannend. War das so die Reihenfolge in A-, B- und C-?

Nein, eigentlich sind die einzelnen Storys in etwa gleich lang und springen ständig von Handlung zu Handlung.

 

OK, verstanden. Fangen wir mit Tillys Freundin an.

Genau. Michael Burnham fragt sich, wie die sieben roten Signale mit ihrem Bruder Spock zusammenhängen…

 

Hey, ich dachte du redest von Tilly’s Story.

… lass mich doch mal ausreden. Also Michael Burnham geht durch den Gang und wird von Tilly und weiteren Kadetten fast umgerannt, die gerade einen Halb-Marathon laufen.

 

Ernsthaft? Die müssen doch die ganze Zeit nur im Kreis laufen.

Genau, tun sie auch. Und während die Kadetten durch die Gänge laufen, wird an genau dieser Stelle das Licht abgedreht.

 

Wieso das denn?

Keine Ahnung, sieht wohl cooler aus, wenn man im dunklen joggt.

 

-.-

Jedenfalls läuft Tilly durch die plötzliche erscheinende May Ahearn, als wenn sie ein Geist oder ein phasenverschobener Geordi LaForge wäre.

 

Das war eine coole TNG-Folge.

Japp, war sie. Aber Tilly sieht May als einzige und unterbricht den Marathon für einen kurzen Moment. Tilly denkt, dass sie vermutlich überarbeitet sei und deshalb Halluzinationen bekommen hätte. Als sie dann nach knapp einer Minute Selbstgespräch mit einem Geist weiterläuft, legt sie einen Mordssprint hin, überholt ihre Kollegen und gewinnt das Rennen. Ein olympischer Sieg. Und das ohne Doping.

 

Ich versteh nicht ganz.

Nun ja, ich hab ja selber einen leichten Bauchansatz.

 

Leicht?

OK, ich bin schon etwas dicker. Und wenn ich nur 25 Meter laufen würde, komme ich sofort ausser Puste. Tilly ist zu dem Zeitpunkt bestimmt schon 20 Kilometer konstant im Kreis gelaufen, macht eine kurze Pause, legt dann einen Sprint hin wie Forrest Gump zu besten Zeiten, gewinnt das Rennen und hat danach keinen Tropfen Schweiß auf der Stirn. Ich wär danach am Rande eines Herzinfarkts… oder hätte Halluzinationen. Gut ok, Tilly sieht immer noch May herumstehen und gibt ihr einen bösen Blick. Und dann wird auch schon in die nächste Handlung geschnitten.

 

Na toll.

Es dauert dann etwas, bis die Handlung weiter geht und Tilly auf der Brücke eine weitere Übung in ihrem Trainingsprogramm hat. Dabei soll jeder Rekrut mit einem Senioroffizier zusammen arbeiten. Und Tilly erwischt natürlich Pike selbst.

 

Der wird sie bestimmt auseinander nehmen.

Eben nicht. Der steht ganz relaxt vor Tilly und verlangt eine Systemanalyse vom Kapitänssessel.

 

Oha. Tilly mal wieder auf dem Captain’s Chair.

Ja. Allerdings diesmal nicht verkleidet als Spiegel-Tilly. Aber sie ist trotzdem immer noch aufgeregt, insbesondere weil sie nun die ganze Zeit Gespenster sieht, die mit ihr sprechen. Ach ja, May ist sehr stark darüber verwirrt, dass der Captain im Vergleich zu seinem Vorgänger charmant und amüsant ist. Und ja, das stimmt. Captain Pike ist eine coole Sau. Aber trotzdem fängt Tilly an, Pike anzuschreien.

 

Was? Ist sie wahnsinnig?

Ja, eigentlich schon, denn eigentlich schreit sie May an, die direkt zwischen ihr und Pike steht… aber natürlich von niemand anderem gesehen wird. Bevor sie vollkommen durchdreht, verlässt sie die Brücke und steigt aus dem Trainingsprogramm aus.

 

OK, sie IST wahnsinnig.

Genau, sie rennt zurück in ihr Quartier und kommt erst dann an, nachdem man insgesamt drei mal nach Qo’Nos und zu Burnham geschnitten hat.

 

Braucht die so lange von der Brücke zu ihrem Quartier?

Ich denke nicht, aber ich glaube die Cutter müssten mal aufpassen, wie viel Zeit zwischen den einzelnen Szenen vergeht. Jedenfalls kommt Burnham ins Quartier und versucht sie wieder aufzubauen. Tilly fängt an zu weinen und May wundert sich, wieso Tilly’s Augen nass sind. Tilly schreit dann wild im Raum herum, dass sie weint… und beginnt sich zu fragen, wieso sie nicht weiß, was Tränen sind.

 

Wer schreibt denn so was? Offensichtlich hat ein ausserirdisches Wesen Kontakt mit ihrem Geist gehabt und kann Erinnerungen an ihre Vergangenheit interpretieren und damit eine Form zur Kommunikation kreiieren. Und du willst mir damit sagen, dass dieses Wesen immer noch nicht weiß, wie man Informationen über menschliche Körperfunktionen bekommt?

Geeeeeenau.

 

Und was ist das für ein Wesen, das Tilly da besessen hat?

Erinnerst du dich an Folge 13 der ersten Staffel?

 

Spontan nicht. Wieso, was war da?

Nun, das war die Folge, in der die Discovery aus dem Spiegeluniversum gesprungen ist und dabei  das Pilzlabor geflutet hat mit Pilzen. Einer dieser Pilze hat sich doch da an Tilly dran gehangen.

 

Oh, da war was. Ich dachte schon, die hätten das irgendwie vergessen.

Anscheinend hat sich einer dieser Pilze an Tilly dran gehangen und wurde durch den Asteroiden aktiviert, denn zwischen dem Pilznetzwerk und dem Schwarzen-Materien-Asteroiden gibt es ja eine gewisse Wechselwirkung. Tilly braucht also Stamets.

 

Kriegt sie den Pilz entfernt?

Es ist nicht nur ein normaler Pilz, es ist ein multidimensionaler Pilz.

 

WTF?

Ja, keine Ahnung. Anscheinend gibts die auch. Schmeckt wahrscheinlich gut auf ner Pizza.

 

-.-

Guck mich nicht so an! Ich hab das nicht geschrieben. Tilly bekommt den Pilz rausgesaugt, so als würde Stamets mit einem Protonenpack Geister einfangen à la Ghostbusters.

 

Und wie gehts weiter?
Der Pilz wird mit einem Schutzschild festgehalten.

 

Und dann?

Die Folge endet.

 

WAS?

Japp, die Handlung auf der Discovery endet an dieser Stelle.

 

Aber da war doch noch eine weitere Handlung mit Burnham in dieser Folge?
Ja, aber auch dieser Handlungsstrang ist kurz vorher schon zu Ende gegangen.

 

Was ist denn da passiert?

Die Discovery wird von einem vulkanischen Diplomatenschiff abgefangen, das eigentlich Sarek gehört. Das Schiff beamt dann eine Person an Bord der Discovery, Amanda Grayson, Spocks menschliche Mutter. Sie umarmt ihre Stieftochter und sagt ihr leise, dass Spock ihre Hilfe benötige.

 

Spock ist doch noch immer in psychiatrischer Behandlung, nicht wahr?

Genau, irgendwo auf Sternbasis 5, aber Amanda bekommt keinen Zugang mehr zu ihrem Sohn.

 

Komisch, normalerweise bekommen Familienangehörige doch Zugang zu den Patienten?

Eigentlich schon, hier wird Spock anscheinend von jemandem abgeschirmt. Also hat Amanda die logische Konsequenz gezogen.

 

Die Vorgesetzten bei der Sternenflotte befragt?

Nein, Spocks verschlüsselte Krankenakte geklaut.

 

WTF?

Jupp.

 

Nicht dein Ernst?

Doch. Amanda hat die Akte geklaut und fragt nun Michael Burnham, ob diese die Dateien entschlüsseln könnte. Burnham geht damit allerdings zuerst einmal zu Pike.

 

Wenigstens eine, die mal ein wenig klar denkt.

Ja, und Pike fragt dann auch mal persönlich bei der Basis nach, was denn nun mit Spock abgeht. Pike spricht mit seinem alten Freund Captain Vela, der allerdings nicht Pikes Frage nach dem Zustand Spocks beantworten konnte, auch wenn er als direkter Vorgesetzter Anspruch auf Information hätte. Doch dann sagt Vela, dass Spock geflohen und wegen Mords an drei seiner Doktoren gesucht sei.

 

Was zur Hölle? Spock ist ein Mörderer? Das macht doch überhaupt keinen Sinn, 8 Jahre vor Beginn der alten Serie…

Es kommt noch besser, Vela beschwert sich auch darüber, dass ein Teil der Krankenakte gestohlen worden sei.

 

Äh, Amanda hat doch wohl nur eine Kopie der verschlüsselten Daten gestohlen. Wird das denn nicht irgendwo in einer Datenbank gesichert?

Anscheinend nicht.

 

Du willst mir also sagen, dass die Sternenflotte keine allgemeine Backup-Strategie für sensible Daten hat?

Ja.

 

Was zur verdammten Hölle…

Nun ja, Amanda glaubt, dass da ein Missverständnis wäre. Burnham stimmt zu. Pike gibt Burnham den Befehl, die Verschlüsselung zu brechen.

 

Ist das nicht illegal?

Jupp. Interessiert nur keinen. Und eigentlich war das auch der coolste Moment von Pike in dieser Folge.

 

Wie lang braucht Burnham diese Verschlüsselung des 23. Jahrhunderts zu knacken?

10 Sekunden.

 

Ernsthaft?

Die vorherige Szene endet und wird schwarz und direkt danach ist die Datei entschlüsselt.

 

Du willst mich echt verarschen? Heutzutage braucht man für eine verschlüsselte Datei mit einer langen Schlüssellänge je nach Algorithmus mehrere hunderte von Jahren bis man sie entschlüsselt hat.

Und Burnham knackt sie innerhalb einer nicht vorhandenen Werbepause.

 

Die Cutter müssen echt mal nachdenken, wie sie die Folge da schneiden.

Stimme ich dir zu.

 

Und was steht in den Akten drin?

Nun, Spock soll ein extremes Empathie-Defizit besitzen. Amanda hat diesen Begriff schon einmal gehört und meint, dass damit eigentlich nur Psychopathen bezeichnet werden.

 

Vielleicht hatte er ja Pon Farr?

Glaub ich nicht, denn kurz darauf entdecken Burnham und Amanda den roten Engel. Amanda erklärt, dass er diesen schon als kleines Kind gesehen hatte. Doch die weitere Analyse wird durch einen Anruf an Burnham unterbrochen.

 

Wer ist denn dran?

Tyler, aber zu dessen Geschichte kommen wir gleich noch einmal.

 

OK, was ist denn nun mit dem roten Engel?

Spock hatte die ersten Visionen kurz nachdem der Angriff der Logikextremisten auf das vulkanische Lernzentrum stattgefunden hat. Burnham wollte eigentlich abhauen, nachdem sie herausgefunden hat, dass der Anschlag ihr gegolten hatte, allerdings hatte Spock eine Vision und konnte damit die Position Burnhams bestimmen.

 

Moment, seit wann ist Spock ein Jedi?

Uch, keine Ahnung. Jedenfalls gibt Burnham zu, dass sie nach dieser Geschichte versucht hat, Spock zu meiden, um ihn zu beschützen, da sie dachte, dass die Logikextremisten ihre direkten Familienangehörigen angreifen sollten.

 

Also so wie Spider-Man, der seine Identität preisgeben will?

So ähnlich. Macht aber hier kaum Sinn, da ja doch jeder weiss, wer Teil ihrer Familie ist. Dies scheint Spock ihr nie verziehen zu haben und so ist der Kontakt zu Burnham abgebrochen.

 

Sag mal, wer schreibt so einen Mist?

Ich weiss es auch nicht. Burnham schwört aber dann Spock zu suchen und zu finden. Amanda gefällt diese Antwort nicht, greift die Krankenakte, rennt aus dem Labor heraus und sagt, dass sie die Person sein wird, die Spock finden wird.

 

WAS?

Kein Scheiß. Amanda scheint so wenig Vertrauen in die Fähigkeiten ihrer Stieftochter zu haben, dass sie es lieber selbst machen will.

 

Und wie gehts weiter?

Nun… wie soll ich sagen…

 

Ja?

Das war das Ende dieser Storyline in dieser Folge, danach folgt die Szene mit Tilly, in der sie sie tröstet.

 

Das ist nicht dein Ernst.

Doch. Auch hier gibts einen Cliffhanger.

 

Puh. Dann bleibt nur noch die dritte Storyline, nicht wahr?

Genau. Voq/Tyler und L’Rell auf Qo’Nos. Eigentlich dreht sich diese Storyline darum, dass L’Rell ihre Position als Kanzlerin festigen muss. Und wie sich ihre Beziehung zu Voq/Tyler geändert hat, seitdem dieser sein klingonisches Ich verloren hat.

 

So wie Mutti Merkel?

Gar kein schlechter Vergleich. Zuerst präsentieren Voq/Tyler und L’Rell dem klingonischen Hohen Rat eine holografische Projektion des brandneuen D7-Flaggschiffs, der so aussieht wie der klassische D7 aus der alten Serie.

 

Moment mal, waren die anderen klingonischen Schiffe in der letzten Staffel nicht bereits schon D7-Schiffe?

Psst. Sags nicht so laut. Das waren vllt. doch nur D6-Schiffe. Der neue D7 ist echt der neuste Scheiß! Vielleicht ist das ja auch nur der D7-Pro, der da jetzt angekündigt wird und der alte D7 wird nun als D7 Classic gebaut.

 

Du spielst echt zu viel Playstation! Aber da müsste der Hohe Rat doch eigentlich froh sein, dass da ein neues Schiff kommen wird.

Nicht ganz, denn die Sitzung wird im Föderationsstandard gehalten und die meisten Klingonen beschweren sich darüber.

 

Das ist dumm.

Eigentlich schon, denn viele Klingonen beschweren sich über die Anwesenheit Tylers, den die meisten als menschlichen Spion ansehen.

 

Eigentlich müssten die meisten Klingonen zu dieser Zeit doch wie Menschen aussehen wegen dem Augmentier-Virus aus Enterprise.

Ja. Da hast du durchaus Recht, aber die meisten Klingonen dort im Hohen Rat sind immer noch auf dem „Make Qo’Nos Great Again“ Trip. Einer davon hat immer noch Kriegsbemalung im Gesicht, die dann von Tyler entfernt wird. Er ist derjenige, der sich für die Kanzlerin die Hände schmutzig machen soll.

 

OK?

Ja, einigen Klingonen gefällt das aber nicht so sonderlich gut. Und die Kriegsbemalung wird nachher noch wichtig. Kurze Zeit später bemerkt L’Rell, dass sich ihr Onkel nicht mehr bei ihr meldet. Tyler ist unterdessen sauer darüber, dass L’Rell sich ihm gegenüber anders verhält, u.a. weil sie mit ihm auf Föderationsstandard spricht und er sich nicht so ernst genommen fühlt, wie als Voq. L’Rell gibt ihm daraufhin einen leidenschaftlichen Kuss und will, dass er diesen erwidert, wenn er Voq wäre. Da er allerdings immer noch Albträume von seiner Gefangenschaft hat, muss er immer wieder an seine Zeit mit L’Rell denken und empfindet diese Erinnerungen eher als eine Vergewaltigung.

 

Schwieriges Thema, aber durchaus verständlich in diesem Fall.

Ja. Da hast du Recht. Tyler nimmt danach Kontakt mit Burnham auf und das ist das Gespräch, das ich vorhin kurz erwähnt hatte. Er erklärt ihr, dass die Situation auf Qo’Nos schwierig sein könnte, und daraus ein neuer Krieg entstehen könnte, wenn L’Rells Macht in Frage gestellt werden würde. Ausserdem weist er darauf hin, dass die Klingonen nach dem Kriegsende wieder ihre Haare wachsen lassen würden.

 

Moment was?

Ja. Das ist irgendwie während dem Krieg passiert.

 

Ernsthaft?

Anscheinend schon. Ich frag mich ja auch, wieso Worf nicht mit ner Glatze während dem Dominion-Krieg rumgelaufen ist.

 

Was rauchen die Autoren da nur?

Irgendwas mit Pilzen wahrscheinlich. Kurze Zeit später merkt Tyler, als er sich die Kriegsbemalung weg waschen will, dass er beobachtet wird und verfolgt die Figur. Dabei landet er im Hause Mo’Kai und trifft dort auf den Onkel L’Rells, der ihm dann erzählt, dass auch L’Rell Geheimnisse hätte. Und zeigt ihm einen kleinen klingonischen Säugling. Der kleine Sohn von L’Rell und Voq.

 

WAS ZUR FICKENDEN HÖLLE?

L’Rell erklärt dann, dass sie von ihrer Schwangerschaft erfahren hatte, als Voq in Tyler transformiert wurde und konnte Tyler erst dann aktivieren, als ihr das Kind vorzeitig entbunden und getrennt von ihr groß gezogen wurde.

 

Du willst mich jetzt verarschen?

Nö.

 

Wann genau hätte das denn passieren sollen?

Keine Ahnung, in den ersten Folgen gabs doch immer wieder kleinere Zeitsprünge, vielleicht da irgendwann.

 

Ich glaubs nicht.

Ja, ich verstehs auch nicht so ganz. Jedenfalls ist auch Tyler nun total verwirrt, denn er ist nun auf einmal Vater eines kleinen Sohnes. Oder zumindest Voq. Er schwört L’Rell daraufhin, dass er seinen kleinen Sohn und L’Rell beschützen wird. Beide gehen danach zu ihrem Onkel, der allerdings von jemandem erhängt wurde… und das Baby entführt wurde. Kol meldet sich danach via Hologramm, dass er den Sohn entführt hat und erklärt, dass in der Kriegsbemalung ein Sensorimplantat versteckt gewesen sei… und deshalb alles mithören konnte.

 

Das ist nicht dein Ernst. Sensorimplantate in Kriegsbemalungen? Was zur Hölle?

Ich sags ja… Pilze. Übrigens sieht das Baby mit Kriegsbemalung aus wie Mini-Kratos, nur so nebenbei gesagt. Kol stellt L’Rell und Tyler ein Ultimatum und fordert die Kanzlerschaft für das Leben des kleinen Sohnes. Beide gehen darauf hin zu L’Rells Haus, wo sie dann von Kol erwartet werden, der dann auch ein Schriftstück in der Hand hält, mit dem L’Rell ihre Macht an ihn abgeben soll. Kol denkt, dass L’Rell eine Puppe der Föderation sei. L’Rell und Tyler versuchen sich dann durch die Mengen an Wachen zu kämpfen und das ist auch mit Abstand die coolste Szene der Folge.

 

Wieso das?

Viele Nahkampfszenen mit Messern und Klingen. Stellenweise fast schon Tarantino-esque mit viel Blut. Wobei das Blut eher computergeneriert war und an The Expendables oder Machete erinnerte. Selbst eine Slo-Mo-Sequenz war kurz zu sehen. Stylistisch war diese Szene das Highlight der Folge.

 

Gewinnen L’Rell und Tyler den Kampf?

Nö. Kurz vor Ende des Kampfes werden beide von Kol paralysiert, schneidet L’Rells Finger an und unterschreibt damit das Schriftstück. Sie soll dann zusehen, wie Tyler langsam hingerichtet wird… aber genau in diesem Moment erscheint eine mysteriöse Figur und tötet alle noch vorhandenen Wachen und Kol wird danach von L’Rell getötet. Die mysteriöse Figur entpuppt sich als Imperatorin Georgiou.

 

Wo kommt die denn jetzt her?

Die hat die ganze Zeit im Hintergrund gewartet und wollte sicherstellen, dass L’Rell nicht die Macht verliert.

 

Hat L’Rell irgendwann mal zusammen mit Voq die Überreste von Captain Georgiou aufgegessen damals?

Ja, eigentlich schon, aber das wird kurz wegdiskutiert, dass sie eigentlich jetzt eine Sicherheitsberaterin sei. L’Rell ist das Gespräch relativ egal, da sie sich um Mini-Kratos kümmert, den sie jetzt in ihren Händen hält.

 

Findet die es nicht komisch, dass eine Person, DIE SIE SELBST GEGESSEN HAT, PLÖTZLICH WIEDER LEBENDIG IST?

Nö. Kein Wort darüber. Aber Mirror-Philippa stellt L’Rell nun klar, dass Tyler und das Baby eine große Gefahr für ihre Kanzlerschaft sind. Und so steht L’Rell kurze Zeit später vor dem Hohen Rat und hat in beiden Händen die abgehackten Köpfe von Tyler und Mini-Kratos.

 

Hat die die jetzt wirklich umgebracht?

Warte erst mal ab. Sie erzählt dem Hohen Rat eine Geschichte, in der Tyler sie verraten hätte und ihren Sohn, den sie mit Voq hatte, ermordete. Danach hätte sie Tyler selbst ermordet aus Rache und Kol’s Eingreifen hätte ihr das Leben gerettet. Ihr Kind wäre nun gestorben, doch sie sieht alle Klingonen als ihre Kinder an, und alle sollen sie nicht mehr als Kanzlerin ansprechen, sondern als Mutti.

 

Oh Mann. Macht sie wenigstens die Kanzler-Raute?

Nö.

 

Sind Tyler und Mini-Kratos wirklich tot?

Nein, denn beide befinden sich an Bord eines seltsamen Sternenflottenschiffs. Philippa outet sich danach als Mitglied von Sektion 31, die Tyler bereits kennt…

 

Moment mal, war Sektion 31 zu Zeiten von Deep Space Nine nicht komplett unbekannt gewesen?

Doch eigentlich schon. Aber auch hier scheinen die Autoren ein wenig den Canon vergessen zu haben. Jedenfalls beamt Tyler Mini-Kratos zu den Mönchen auf dem Planeten Boreth und soll niemals erfahren, wer seine Eltern sind. Georgiou bietet Tyler dann an an Bord zu bleiben, denn die „Freaks machen mehr Spass“. Und damit endet die Folge.

 

Drei Cliffhanger auf einmal?

Japp. Wir sehen uns nächste Woche wieder…

 

 

Fazit

Wenn man sich die Folge genau ansieht, ist es eine klassische Füllerfolge. Nach dem furiosen ersten Teil, der die Mission klar und deutlich vorgestellt hat und der zusätzlichen Kalibrierung mit dem Bezug zur ersten Direktiven in der zweiten Folge, versucht diese dritte Folge der zweiten Staffel nun die Figuren für die kommenden Episoden und Storylines aufzustellen. Amanda und Michael auf der Suche nach Spock, Tilly und ihr multidimensionaler Weltraumfungus, sowie Tyler und Georgiou bei Sektion 31 und L’Rell als klingonische Ober-Mutti. Ansonsten passiert nicht viel. Dabei hat die Folge viele Lücken und ziemlich viele Logikbrüche nicht nur im Vergleich zu den vorherigen Folgen, sondern auch zum Trek-Canon selbst an mehreren Stellen. Man kann sich durchaus die Frage stellen, ob diese Episode eine Folge der Umstände hinter den Kulissen gewesen ist, als die bisherigen Executive Producers gefeuert und durch Alex Kurtzman ersetzt wurden. Hoffen wir mal, dass sich das in den kommenden Folgen wieder verbessern wird.

Eigentlich wollte ich zuerst der Folge 6 von 10 Punkten geben, aber nachdem ich beim Schreiben dieses Textes immer mehr Logik-Fehler entdeckte, die mir beim ersten Sehen nicht sofort aufgefallen sind, muss ich dann doch einen Punkt runtergehen und gebe damit also 5 von 10 Punkten.