Star Trek – Discovery „Der Charonspfennig“

 

Die neuste Folge bietet sehr viele Emotionen, wirft Fragen auf und stellt einmal mehr in Star Trek typischer Manier die Frage: Ist etwas feindselig, nur weil wir es nicht verstehen? Ansonsten geht es viel über den Tod und Wiedergeburt, im speziellen um die griechische Mythologie „Charon, dem Fährmeister“ einen Obolus zu gewähren um die Überfahrt ins Jenseits bezahlen zu können.

Wie immer gilt eine Spoilerwarnung! 

Die Folge beginnt mit dem herüber Beamen von Pike‘s Nr. 1, welche gespielt wird von keiner geringeren als Rebecca Romijin, bekannt aus X-Men. Dort verkörperte sie Mystique. Sie klärt uns über den Zustand der Enterprise auf und dass sie das einzige Schiff sei, auf dem die holographischen Comm. Systeme nicht funktionieren. Pike befiehlt kurzer Hand sie einfach auszubauen und mit „guten alten Bildschirmen“ zu kommunizieren. Somit ist das Kontinuitätsproblem, sympathisch aus der Welt gewitzelt. Ein Schritt in Richtung Kanon.

Die restliche Folge gibt es im Grunde drei Handlungsstränge.

 

Die Verfolgung von Spock

 

Das ist der rote Faden der Staffel bis hier hin. Die Discovery verfolgt Spock, um von ihm Informationen zu erhalten, bezüglich des geflügelten Wesens. Das Schiff verfolgt seine Warpsignatur und geht auf einen Abfangkurs. Burnham hat nach wie vor persönliche Bedenken vor einem Kontakt zu Spock. Bei der Verfolgung des Shuttles gibt es allerdings einen Zwischenfall. Eine Sphäre stoppt den Flug der Discovery und hält das Schiff fest. Am Ende der Folge wird die Verfolgung wieder aufgenommen. Was dazwischen passiert, sind im Grunde zwei Storylines:

 

Die Sphäre und Saru

 

Man bekommt gleich das Gefühl einer TOS oder TNG Folge, in denen unser Schiff von einer fremden Macht festgehalten wird. Die riesige Sphäre erinnert ein wenig an diverse Gefahren aus der klassischen Serie. Wie dem auch sei, es folgt eine sehr starke Sequenz, in der der Universalübersetzer ausgefallen ist. Wir erleben eine Szene in der die Crew in ihrer jeweiligen Muttersprache spricht und sich nicht verständigen kann. Die Szene ist witzig und faszinierend zugleich, ich fragte mich schon immer: Was passiert eigentlich, wenn der Übersetzer mal ausfällt. Saru hilft in dem Fall aus der Patsche. Im weiteren Verlauf beeinflusst die Sphäre Saru dermaßen, dass bei ihm einen Zustand Namens „Vaharay“ (Anmerkung: Schreibweise nicht final, tauchte bisher nirgendwo auf) aus, der auf Saru’s Heimatwelt den Tod bedeutet. Entweder durch die Schlachtung durch die dominante Spezies „Ba’ul“ oder durch den Wahnsinn, den dieser Zustand mit sich bringt. Jedenfalls findet Saru heraus, dass die Sphäre stirbt und ihr Wissen aus 100.000 Jahren weitergeben möchte. Wie und welchen Einfluss das auf den Kanon haben wird, muss man abwarten. Vielleicht wird so die Bibliothek „Memory Alpha“ gegründet. Wer weiß. Zum Abschluss, als Burnham Saru erlösen will, stellt sich heraus, dass sein Volk eine Lüge lebt. Hier wird es spannend, wie diese Geschichte weiter geht. Denn die oberste Direktive verbietet es Saru Kontakt zu seinem Planehen zu haben oder gar zurück zu kehren. Im gründe ist diese Story auf Saru, seine Herkunft und dem Konflikt gewidmet. Der Charakter leidet unter der Trennung zu seinem Volk und zu seiner Schwester. Umso wichtiger ist diese Folge, die Saru nun wirklich unverzichtbar für die Crew macht und grade unter dem Aspekt seines Flüchtlingshintergrundes ist dies eine Star Trek typische Message. Einfach klasse. Star Trek pur, möchte man sagen.

 

                    

 

Tilly & Stamets, Reno & May mit einem Haufen Drogen

Durch die Sphäre wird der Maschinenraum abgeschottet. Tilly hält die Lebensform „May“ unter Quarantäne, um sie weiter zu studieren. Bei einem weiteren „Angriff“ der Sphäre gelingt es dem Wesen auszubrechen und von Tilly erneut Besitz zu ergreifen. Im weiteren Verlauf wird versucht mit „May“ zu kommunizieren, was auch gelingt. „May“ stellt sich als feindselig heraus. Sie sagt sie sei ein Wesen, dessen Welt durch den Sporenantrieb negativ beeinflusst wird, sogar zu zerstören droht. Sie macht dafür Stamets verantwortlich, schließlich ist er der Navigator. Reno und Stamets Versuche Tilly zu befreien, münden darin, dass die Kreatur expandiert und Tilly am Ende verschwindet. Wohin erfahren wir in den nächsten Folgen. Ansonsten gibt es hier einen ziemlich lustige Szene, in der Stamets und Reno unter Einfluß der Pilze stehen. Die Figur Reno dürfte sich im Verlauf der Serie beliebt machen, sie feuert ein Arsenal an Sprüchen heraus, unbewusst merkt man nun, dass einen genau ein solcher Charakter gefehlt hat.

 

Fazit:

 

Die Folge bewegt sehr viel. Figuren machen Entwicklungen durch und das Ende des Sporenantriebes dürfte besiegelt sein. Amüsant ist Szene Eingangs, in der Pike die Deinstallation sämtlicher Holographischer Kommunikationsmittel auf der Enterprise befiehlt. Ein Augenzwinkern ist selbstverständlich dabei. Den grössten Sprung hingegen macht Saru. Wir erfahren noch mehr über die Kelpianer, deren fremdartige Gebräuche und sein Dasein als Flüchtling. Das ist eine ganz starke und wichtige Szene, grade in der heutigen Zeit. Hier empfehlen wir euch dringend die Short Treks zu schauen, dort sieht man seine Heimat, seinen Weggang und die Trennung von seiner Schwester. Saru und Burnham haben darüber hinaus eine ziemlich starke emotionale Szene, die einen den Charakter Saru endgültig ins Herz schließen lässt. Was die Sphäre angeht, so muss man schauen welche Konsequenzen sie für die Geschichte der Föderation haben wird und was für Wissen in ihr wohnte.

Mir hat die Folge richtig gut gefallen, es gab einige Entwicklung. Auch bin ich gespannt darauf mehr von „Nr. 1“ zu sehen. Rebecca Romijn macht das sehr gut. Ich hoffe aber, dass die Autoren im laufe der Staffel dieses leichte „überladen“ Gefühl in den Griff kriegen. Es passiert einfach immens viel pro Episode, grade bei inzwischen drei Storys. Ein etwas sanfterer Schnitt und sanfte Übergänge zu den einzelnen Locations wäre wünschenswert.

Die Folge bekommt 8/10 Punkte. Bisher eine ganz starke Staffel.