Nachdem John Krasinskis A Quiet Place, Kritiker und Fans des Horror-Thriller-Genres positiv überrascht hat, sitzt Paramount, laut Production Weekly, nun mit einem zweiten Teil in den Startlöchern. Der Drehstart wurde für diesen Sommer angekündigt. Wer den ersten Teil noch nicht gesehen hat, liest vielleicht lieber nicht gleich weiter, da an der einen oder anderen Stelle Inhalte auftauchen, die den Filmgenuss vorab schmälern könnten. Kurz gesagt: SPOILER!

 

 

A Quiet Place erzählt die Geschichte der Familie Abbott, die nach einer Invasion von Außerirdischen versucht auf der Erde zu überleben. Die größte Herausforderung für die Eltern ist es, ihre Kinder mit besonderer Vorsicht aufzuziehen und vom Verursachen lauter Geräusche abzuhalten. Jeder  umfallende Gegenstand, jeder knackende Zweig und jedes Husten sind für die hoch geräuschempfindlichen Aliens ein Hinweis darauf, dass potentielle Nahrung herumschleicht. Die blinden, schnellen Jäger lassen nichts anbrennen, sobald die Beute einmal lokalisiert ist. Entsprechend kommt der Film auf ganz natürliche Weise fast gänzlich ohne gesprochene Dialoge aus und ist damit eine kleine Perle des Genres.

 

 

Die Abbotts haben im Filmverlauf allerhand Herausforderungen zu bewältigen. Neben dem Aufziehen einer gehörlosen Tochter und ihrem Bruder, haben die Eltern noch alle Hände voll zu tun, da die Geburt eines weiteren Kindes ansteht. Der interessante und fesselnde Überlebenskampf der Familie wird mit vielen kleinen Details untermalt, an die man als Zuschauer zunächst gar nicht denkt, die aber in dieser Welt nur logisch und konsequent sind. Kleine Bommeln aus Wolle statt klassischer Monopoly-Figuren zum Spielen und der Verzicht auf Metallbesteck bei Tisch sind nur zwei dieser faszinierenden Kleinigkeiten, welche die Macher bedacht haben.

 

Lediglich zum Ende hin wird das Storytelling ein wenig actionreicher und verlässt die Pfade der Innovation und völligen Andersartigkeit. Nicht unbedingt schlecht aber definitiv ein kleiner Bruch mit der Erzählweise, die bis dahin präsentiert wird. Die beiden älteren Kinder der Familie geraten in Gefahr und ihr Vater opfert sich durch einen Schrei, um das Leben der beiden zu retten. Die gehörlose Protagonistin entdeckt, dass ihr Vater heimlich an Versuchen für ein passendes Hörgerät getüftelt hat und eine bestimmte Frequenz dieser Hilfsmittel den Außerirdischen zu schaffen macht. Mit ausreichender Verstärkung des Signals können die Wesen sogar verwundbar und damit bezwingbar gemacht werden. Die Entdeckung der Schwachstelle der Aliens versetzt die verbleibenden Familienmitglieder erstmalig in die Lage, aktiv gegen die Bedrohung vorzugehen. Das Ende bleibt jedoch offen und lässt den Zuschauer nur erahnen, dass die neugewonnene Wehrhaftigkeit der Familie gegenüber den außerirdischen Feinden deren Leben maßgeblich verändern wird.

 

 

Der Abschluss von A Quiet Place wirft Fragen zum zweiten Film auf, da eine Fortsetzung der Familiengeschichte der Abbotts auf den ersten Blick nicht besonders vielversprechend erscheint. Noch ist nicht viel über Inhalte, Besetzung und Setting von A Quiet Place 2 bekannt, doch Krasinski verriet bereits, dass der Film eine andere Gruppe Überlebender in den Blick nehmen könnte und gab zudem bekannt, dass es sich nicht um ein traditionelles Sequel handeln wird. Wahrscheinlich sehen die Zuschauer die Familie aus dem ersten Teil also nicht noch einmal, was neue Möglichkeiten eröffnet, die postapokalyptische Welt zu inszenieren und unter Umständen auch einige Hinweise auf die Invasion an sich zu geben. Eine längere Ausführung zur Vorgeschichte ist jedoch eher unwahrscheinlich, da sie dem Mystery-Setting  einiges an Zauber nehmen würde. A Quiet Place thematisiert den Ist-Zustand und rückt von einer klassischen Invasionsgeschichte ab. Es ist vorstellbar, dass sich diese Erzählweise auch durch den zweiten Teil zieht, um das Mysterium um die Wesen selbst aufrecht zu erhalten.

 

Auch weitere spannende Mechanismen, die das Überleben einer Gruppe sichern und jede Form von Geräusch vermeiden, wie die Lichtinstallation der Abbotts, sind zu erwarten. Falls eine neue Gruppe in den Fokus des Geschehens gerückt wird. Diese Form der Präsentation eines Alltags unter widrigen Umständen zählt zu den interessantesten Aspekten einer postapokalyptischen Erzählung und bieten viele Optionen den Zuschauer, durch die Nähe zur eigenen Lebensrealität, abzuholen und das Grauen einer stillen Welt greifbar zu machen.

 

 

John Krasinski zeigte ursprünglich kein Interesse, sich nochmals mit der Story über eine Welt nach der Alieninvasion auseinanderzusetzen. Doch Paramount konnte ihn anscheinend von einem Teil 2 überzeugen. Bisher gibt es keinen konkreten Termin für den Drehbeginn. Derzeit wird vermutet, dass der Streifen im Mai 2020 in den Kinos anlaufen wird, wenn der Dreh, wie erwartet, im Sommer 2019 startet. Maßstab für diese Annahme ist der Dreh des ersten Films, welcher etwa sechs Monate Drehzeit in Anspruch nahm.

 

Wir bleiben gespannt und halten euch auf dem Laufenden.