Die letzten Episoden von Star Trek: Discovery hatten bereits gezeigt, daß die Macher der Serie die Kritikpunkte der ersten Staffel verstanden haben und brachten die Serien wieder stärker an den etablierten Kanon der alten Serien heran (mit der einen oder anderen Ausnahme… Sektion 31, ich meine dich damit!)… Und nicht nur das, auch der Ton der Episoden ähnelte immer stärker denen von TOS oder TNG, sei es jetzt beim Spagat der Verwendung der ersten Direktive (respektive der General Order No. 1) oder bei der Erforschung einer intergalaktischen Version des Hitchhiker Guide’s to the Galaxy, die sich kurz vor der Zerstörung befindet. Es fühlt sich wieder so an wie früher. Und es fühlt sich auch gut an. Im Gegensatz zu früher, in der jede Folge eigenständig für sich selbst stand, hat man nun allerdings das Problem, dass man nicht so einfach in eine Folge reinspringen kann, ohne die vorangehenden Folgen gesehen zu haben. Denn die neuste Episode von Star Trek: Discovery baut nicht nur auf den beiden vorhergehenden Episoden auf, sondern ist quasi eine direkte Fortsetzung der Short Trek Episode „The Brightest Star“, die essentiell wichtig zum Verständnis der Folge ist.

Ihr habt die Folge noch nicht gesehen? Ihr könnt sie auch nicht auf Netflix finden? Kein Problem. Klickt auf der Netflix Info-Übersichtsseite zu Star Trek Discovery auf Trailer und Mehr und wenn ihr dann etwas weiter runterscrollt, findet ihr insgesamt 4 Episoden „Runway“, „Calypso“, „The Brightest Star“ und „Houdini“. Man kann nicht oft genug sagen, dass es diese 4 kleinen Mini-Episoden gibt, denn sie scheinen immer wichtiger zum Verständnis der Serie zu werden. In The Brightest Star sehen wir einen jungen Saru, der mit dem Leben auf dem Planeten Kaminar unzufrieden ist. Bei den Kelpianern ist es Brauch, dass regelmässig einzelne Personen geopfert werden, um dann von der Jägerrasse Ba’ul. Falls ihr nen besseren Vergleich haben wollt aus einem anderen Franchise, dann erinnert euch zurück an die Wraith aus Stargate Atlantis. Jedenfalls können die Kelpianer ein bestimmtes Alter nicht erreichen, da sie vorher geopfert werden. Saru schaffte es dann, ein Signal abzusetzen, das dann von einem Schiff der Sternenflotte empfangen wurde, auf der gerade Lt. Philippa Georgiou stationiert war. Diese missachtete kurzfristig eben bereits erwähnte generelle Order Nummer 1 (denn anscheinend haben weder Ba’ul und Kelpianer zu dem Zeitpunkt Warp-Technologie) und nahm Saru mit auf ihr Schiff, nachdem dieser sich von seiner Schwester für immer verabschiedet hat. Saru ist danach Offizier der Sternenflotte geworden und hatte aufgrund seiner inhärenten Furcht vor Tod eine besondere Sicht der Dinge gehabt. Diese hat er aber vor 2 Episoden verloren, denn er durchlief eine Art Kelpianer-Pubertät und verlor dabei seine Furcht-Ganglien, die immer wieder an seinem Hinterkopf erscheinen. Dies hat bei Saru zu einer fundamentalen Veränderung seines Charakters geführt, mit der er jetzt klar kommen muss. Ursprünglich dachte ich jetzt, dass dies über mehrere Folgen hinweg erfolgen würde, doch durch das Erscheinen eines weiteren roten Impulses muss Saru schneller damit zurechtkommen als erwartet. Denn dieses Signal führt ihn direkt zurück zu seinem Heimatplaneten.

 

Doch zuerst muss Saru sich mit körperlichen Veränderungen auseinandersetzen. Nicht nur, dass er keine Furcht mehr empfindet, ihm scheinen nun Stacheln zu wachsen, dort wo früher seine Furcht-Rezeptoren waren. Er muss sich also die Frage stellen, was ist ein Kelpianer, der keine Furcht empfinden kann. (Klasse ist in dem Augenblick auch die Szene, in der Saru kurz mit dem kurz zuvor wiederbelebten Dr. Culber spricht und beide realisieren, dass sie starke Veränderungen erlebt haben und dies erst einmal verarbeiten müssen) Aber auch er, so wie Michael Burnham in der vorangehenden Episode, glaubt, dass es eine Entität geben könnte, die die aktuellen Ereignisse steuert und die Discovery zu Orten bewegt, um Dinge zu verändern: Also eine Art intergalaktische Notfallrettungsmission. Die vielleicht sogar via Zeitreise fremdgesteuert werden könnte, wie Sektion 31-Liaison Ash Tyler indirekt erwähnt. Entweder reagieren der sogenannte Rote Engel auf mögliche katastrophale Ereignisse… oder erschafft sie. Spock scheint der Schlüssel zum Verständnis der Ereignisse zu sein und deshalb wird er nun auch von der halben Sternenflotte, Sektion 31 und seiner Mutter gesucht. Jeder ist Auf der Suche nach Mr. Spock (Sorry, ich musste irgendwie den Titel von Star Trek III reinbringen). In diesem Augenblick erscheint auch oben bereits erwähntes Signal beim Planeten Kaminar, Sarus Heimatplanet.

 

Beim kurzen Briefing über den Planeten erwähnt Burnham, dass die Ba’ul vor knapp 20 Jahren die Warp-Technologie erforscht hätten, also in etwa um den Zeitpunkt herum, an dem Saru von Kaminar geflohen ist, wenn nicht sogar früher. Denn es stellte sich heraus, dass das Signal, das die Föderation auf den Planeten aufmerksam machte, eigentlich von Saru selbst stammte. Bei den ersten Verhandlungen zeigte sich aber, dass die Ba’ul relativ feindlich eingestellt war gegenüber der Sternenflotte. Saru erwähnt dann, dass das Volk der Kelpianer aufwächst unter dem Glauben an die große Balance. Sobald es zu einer Überbevölkerung käme, würde es zu chaotischen Zuständen kommen, und die Ba’ul sind dazu da, das Überleben des gesamten Ökosystems zu überwachen. Kurz gesagt, die Ba’ul haben sämtliche Hochtechnologien entwickelt und lassen die Kelpianer als eine Art Nomadenvolk überleben, denen keine Technologien zugestanden werden. Dabei leben die Ba’ul abgeschlossen von der restlichen Umgebung und kein lebender Kelpianer hat einen Vertreter der Ba’ul gesehen. Ein Volk von Isolationisten also. Die Discovery verlässt den Subraum im Orbit von Kaminar und das Signal verschwindet sofort. Also so wie immer. Das Erscheinen der Discovery wird sofort von den Ba’ul bemerkt, die zuerst einmal die Waffensysteme scannen. Saru wirft ein, dass die Kelpianer vielleicht ein Zeichen des Roten Engels gesehen haben könnten. Lokale Priester seien stark untereinander vernetzt und könnten Informationen über ein solches Wesen besitzen. An der Stelle wird die Auslegung der ersten Direktive fast schon juristisch genau genommen, denn auf dem Planeten Kaminar gibt es ein Warp-basiertes Volk, während das andere Volk indirekt über Ausserirdische und Weltraumflüge Bescheid wissen könnte. Eine relativ schwammige Auslegung der ersten Direktive, aber ausreichend um Saru und Burnham auf den Planeten zu schicken (Auch hier wieder eine tolle Szene von Doug Jones, der hier versucht Pike klar zu machen, dass er seine charakterlichen Veränderungen im Griff hätte und jeder auf der Brücke Angst davor hat, dass beide anfangen sich zu verprügeln).

 

In der Zwischenzeit gibt es einen kurzen Schnitt zu Dr. Culber, dessen Körper neusten Scans zufolge brandneu zu sein scheint. Selbst kleine Narben, die er im Verlauf seines vorherigen Lebens erhalten hatte, sind verschwunden. Doch Dr. Culber scheint sich in seinem neuen Körper nicht so recht wohl zu fühlen, wird allerdings von der Doktorin entlassen. Doch dieser Handlungszweig wird wohl noch in den kommenden Episoden eine Rolle spielen.

 

Auf Kaminar nehmen Saru und Burnham Kontakt auf zu einer Priesterin, die sich als Sarus Schwester herausstellt. Diese ist zuerst überrascht ihren totgeglaubten Bruder wieder zu sehen… und ausserdem noch einen Menschen. Bei einer Tasse Tee sprechen Siranna und Saru über vergangene Zeiten. Dabei muss Siranna ihrem Bruder die traurige Nachricht überbringen, dass ihr Vater kurz nach Sarus Verschwinden gestorben ist. Die Familie fürchtete jahrelang Rache für die möglichen Gründe von Sarus Verschwinden, aber dieser wollte eigentlich durch seine Flucht die Familie vor Schlimmeren bewahren. Kommunikation, Leute. Kommunikation ist alles in der Welt. Selbst Saru muss also seine Kommunikation zu seinen Familienangehörigen überdenken.

 

Auf die Frage hin, ob Siranna den roten Engel gesehen hätte, scheint sich Siranna aber an eine rote Erscheinung erinnern, die am Himmel auftauchte. Doch anstatt dies näher zu beschreiben, spricht sie wieder Saru an… Und in dem Augenblick scheinen die Ba’ul in die Situation einzugreifen, indem das große Artefakt, das in der Mitte jedes Dorfes steht aktiviert wird. Um schlimmeres zu verhindern, beamen Burnham und Saru schnell zurück zur Disco.

 

Dort scheint sich die Situation zu verschlimmern, denn die Ba’ul nehmen Kontakt auf. Mittlerweile scheint es, dass ihnen aufgefallen ist, dass Saru vor knapp 18 Jahren geflüchtet ist und fordern seine Rückkehr zum Planeten. Dem gefällt es gar nicht, dass die Ba’ul möchten, dass er ausgeliefert wird mit Hinsicht auf die große Balance. Dadurch, dass er seine Furcht-Ganglien verloren hat, hat er herausgefunden, dass sein Volk von den Ba’ul unterdrückt wurde und sein Volk regelmässig durch gezielte Massenmorde im Zaun gehalten werde. Starker Tobak, die Saru den Ba’ul vorwirft. Die antworten mit riesigen Schiffen, die die Discovery umkreisen und drohen die Discovery zu zerstören. Man hat sofort die Vermutung, dass die Ba’ul schon etwas länger die Warp-Technologie besitzen als nur 20 Jahre. Pike wirft Saru von der Brücke und dieser rennt vom Turbolift direkt zum nächsten Transporter und beamt sich direkt auf das Schiff der Ba’ul. (Saru stellt dabei den Transporter auf Automatik und stellt dabei den Timer auf 60 Sekunden ein, genau so lange, wie eine kurze Diskussion zwischen Burnham und Saru dauern wird, bei der Saru zeigt, dass er seine Meinung nicht ändern wird.

 

Saru hat mit seinem Stunt aber Erfolg, denn die Ba’ul ziehen ihre Schiffe zurück und fliegen zurück zum Planeten. Burnham rennt ins Wissenschaftslabor, wo Airiam und Tilly die Datenbanken der Bibliothekssphäre durchsuchen. Dabei finden sie ziemlich schnell Bevölkerungsstatistiken des Planeten Kaminars.

 

An Bord des Ba’ul Schiffs wacht Saru in einem seltsamen Raum mit einem großen Pool mit schwarzem Wasser auf und wenige Augenblicke später wird auch seine Schwester in den Raum gebeamt. Nach einem kurzen Gespräch erscheinen plötzlich Drohnen, die Saru an die Wand fesseln. Plötzlich erscheint eine Figur aus dem schwarzen Wasser… und diejenigen, die Star Trek etwas länger kennen, bekommen schnell Erinnerungen an Armus, das schwarze Hasswesen aus Star Trek The Next Generation, das seinerzeit Lt. Tasha Yar getötet hat.

 

Auf der Discovery finden die drei Damen vom Lasergrill heraus, dass es innerhalb der Geschichte des Planeten Kaminar eine Situation gegeben hatte, an dem die Ba’ul fast ausgelöscht waren und die Anzahl der Kelpianer, die ihre Furcht-Ganglien verloren hatten, waren die dominante Spezies des Planeten. Irgendwann müssen also die Ba’ul die Kelpianer besiegt und unterdrückt haben mit ihrer Technologie.

 

Unterdessen scheint Saru seine neu gewachsenen Stacheln zu verwenden und schießt diese in Richtung des Teer-schwarzen Ba’ul, der sich aber schützen kann. Nach einem kurzen Gespräch bestätigt dieser dann auch das, was die Discovery gerade zuvor herausgefunden hat: Die große Balance wurde von den Ba’ul eingeführt, um jeglichen Schaden der Biosphäre durch die Kelpianer zu verhindern. Um zu verhindern, dass dieses Wissen an die Kelpianer weitergeleitet wird, schicken die Ba’ul weitere Drohnen in den Raum, die dann Saru und Siranna umbringen sollen. Was aber vermutlich zu spät passiert, denn Saru erlangt plötzlich Captain America-artige Superkräfte und kann sich und Siranna aus der Situation befreien. Durch pure Muskelkraft! Und in dem Augenblick realisiert auch Siranna, dass sie die ganzen Jahre über getäuscht wurde.

 

Saru und Siranna bauen aus den Überresten der Drohne eine Art Kommunikator und nehmen Kontakt zur Discovery auf. Sie schlagen vor, dass die Kelpianer eine Chance erhalten sollen, zu erfahren, welche Möglichkeiten in ihnen steckt, sobald man das Vahar’ai überstanden hat, respektive die kelpianische Pubertät. Die Discovery-Crew stellt dann einen Plan zusammen um die Resonanzfrequenz der Bibliothekssphäre zu reproduzieren, die vor 2 Episoden Sarus Transformation ausgelöst hat. Pike stellt die offensichtliche Frage: Dürfen wir das überhaupt? Schaffen wir nicht eine ähnliche Situation wie bereits vor Hunderten von Jahren? Saru versucht Pike davon zu überreden, dass die Kelpianer in der Lage wären mit den Ba’ul in Koexistenz zu leben, um eine neue Balance zu erschaffen. Saru ist schließlich der Meinung, dass diese Entscheidung womöglich durch das Signal des roten Engels in die Wege geleitet wurde.

 

Einige Momente später aktiviert Saru das Signal und alle Kelpianer auf dem Planeten durchleben eine schmerzhafte Transformation. Dies fällt auch den Ba’ul auf und eine Art Riesenschiff erhebt sich aus einem Ozean. Erinnert ihr euch noch an die Stargate Atlantis Referenz? Das hier ist die nächste Referenz!

 

Das Ba’ul-Atlantis schickt dann einen Energiestrahl an sämtliche Artefakte auf dem Planeten und die Disco-Crew schließt daraus schnell, dass dieser Strahl dazu genutzt werden könne, um alle Kelpianer auf dem Planeten innerhalb von Sekunden zu töten. Pike will einen Genozid verhindern und gibt den Ba’ul eine letzte Chance, bevor er das Feuer eröffnet. Die Ba’ul nehmen diese Drohung nicht ernst und aktivieren den Energiestrahl… als plötzlich aus dem Nichts heraus ein roter Energieblitz in Richtung Ba’ul-Atlantis abgefeuert wird.

 

Vor den Augen von Saru und Siranna materialisiert sich aber dann der rote Engel. Und wir können zum ersten Mal ein wirklich klares Bild sehen. Der rote Engel sieht aus wie… keine Ahnung… Tony Stark in dem Iron Spider Kostüm von Spider-Man stecken und den Zeitstein von Dr. Strange verwenden würde. Ein kurzer elektromagnetischer Puls, der vom roten Engel ausgeht, zerstört dann die komplette Infrastruktur der Ba’ul, bevor die tödliche Wirkung eingesetzen kann… und verschwindet dann im Nichts. Die Discovery-Crew staunt dabei nicht schlecht, dass dieser elektromagnetische Puls mit aktuellen Technologien unmöglich zu erschaffen sei. Einige Zeit später kehren Siranna und Saru zu den anderen Kelpianern zurück und müssen jetzt erstmal Aufklärungsarbeit leisten, welches Potential in ihnen steckt.

 

Im Kasino übergibt Pike den finalen Bericht an Ash Tyler. Dieser schlußfolgert, dass ein Humanoid mit einem technologisch weit fortgeschrittenen Anzug die Möglichkeit hat, diese Situation innerhalb kürzester Zeit zu beenden. Ash ist besorgt über die Möglichkeit eines Zeitreisenden, der eine Agenda verfolgt, um das Schicksal von Milliarden von Lebewesen zu verändern. Und wie diese Technologie im schlimmsten Fall gegen die Sternenflotte und die Föderation eingesetzt werden könnte. Pike weist darauf hin, dass bislang nur „gute“ Endergebnisse stattgefunden hätten und viele Lebewesen bislang gerettet wurden und dass die Sektion 31 etwas paranoid in der Gefahrenbeurteilung sein könnte. Ash will aber einen möglichen Krieg wie zwischen der Sternenflotte und den Klingonen verhinden… wenn es zu einer solchen Konfrontation kommen sollte.

 

Saru und Siranna nehmen Abschied voneinander und Siranna ist froh, dass Saru bei seiner Rückkehr die Hoffnung für die Kelpianer zurückgebracht hat. Siranna beamt zurück nach Kaminar und Burnham kommt zum Schluß, dass auch sie zurück zu ihrer Heimat muss… nach Vulkan.

 

Die aktuelle Staffel entwickelt sich immer mehr zu einer großen Glaubensfrage. Gibt es eine Kreatur, die das Schicksal einzelner Personen, Gruppen oder ganzer Völker bestimmen oder lenken kann. Bereits zu Beginn der Staffel wurde Arthur C. Clarke’s Gesetze zitiert, denn dessen drittes Gesetz besagt, dass jede vorangeschrittene Technologie nicht von Magie unterscheidbar wäre, wenn man diese einer Gesellschaft zeigen würde, die diese Technologie noch nicht erforscht habe. Der rote Engel, der möglicherweise ein Zeitreisender oder eine Zeitreisende (ich vermute eher letzteres) ist, ist in der Lage nicht nur die Sternenflotte an wichtige Orte zu schicken, an denen schicksalshafte Ereignisse passieren, sondern im Notfall auch selbst einzugreifen. Ash Tyler hat dabei nicht unrecht, dass ein Zeitreisender mit einer entsprechenden Agenda auch Dinge verändern kann, die schlimme Folgen für die Sternenflotte haben könnte. Dies ist eigentlich auch schon historisch belegt, denn innerhalb von drei Staffeln von Star Trek: Enterprise gab es ja schon einmal einen temporalen Kalten Krieg, bei dem die Crew der Enterprise nur ein Spielball verschiedener Mächte aus unterschiedlichen Zeiten war. Oder, wenn man in die Zukunft schaut bei Star Trek Voyager, wo ein Zeitschiff beim Jahr der Hölle versucht hat, die Zeitlinie so oft zu verändern, um die ursprüngliche Grösse eines galaktischen Imperiums zurück zu erlangen. Bislang ist noch niemandem gelungen, direkten Kontakt mit dem roten Engel auf zu nehmen, dementsprechend weiß wirklich niemand, ob der rote Engel wirklich mit guten Absichten kommt, oder mit schlechten. Und dementsprechend wird hier dann der Glaube wichtig, den immer mehr Offiziere an Bord der Discovery äussern. Und damit auch die Hoffnung positive Veränderungen zu erreichen.

 

Beim Hauptplot dieser Folge zeigt sich ebenfalls ein interessantes moralisches Problem: Inwieweit kann Technologie dazu verwendet werden, dass bestimmte Gruppen unterdrückt werden. Gerade im Hinblick auf heutige Problematiken mit Fake News, gezielten Desinformationen und Einschüchterung auf (vor allem schwarze) Wähler, die man unter anderem in den USA ab und zu sieht hat der Plot dieser Folge eine besonders aktuelle Brisanz. Und das hat den Charme von Star Trek immer ausgemacht: Aktuelle Probleme ansprechen, indem man diese innerhalb einer guten Science Fiction Story verpackt und mit starken Charaktermomenten versieht. Ach ja. Und wenn Doug Jones für die Leistung innerhalb der letzten Episoden keine Emmy-Nominierung erhalten sollte, dann läuft irgendwas falsch bei den Emmys. Doug Jones hat mittlerweile einen Charakter erschaffen, der mittlerweile zu meinen absoluten Lieblingscharakteren gehört. Und ich freu mich schon auf die weiteren Entwicklungen des Charakters.