Am Dienstag den 19.03.19 durfte ich die Neuverfilmung von Walt Disneys Dumbo in 2D und OV sehen. Um einen direkten Vergleich mit dem Original von 1941 machen zu können, habe ich mir den am Vortag noch einmal angesehen und was sofort auffiel war der Unterschied in der Länge. Dieses Mal durfte sich Tim Burton an dem Remake versuchen, der sich mehr an der Geschichte von Helen Aberson und Herold Pearl aus dem Jahr 1939 richtet. Der neue Dumbo hat mit 112 min Laufzeit fast die doppelte Länge vom Original (64 min). 

Im Originalfilm geht es um den kleinen Elefanten Dumbo der mit riesigen Ohren im Zirkus auf die Welt kommt und deswegen von den anderen Elefanten verspottet und ausgegrenzt wird. Bei einer Vorstellung wird Dumbo von Zuschauerkindern gehänselt, woraufhin seine Elefantenmutter einen Wutanfall bekommt, in Einzelhaft gesteckt wird und Dumbo fortan nur noch mit den Clowns auftreten darf. 

Einsam und verstoßen freundet sich Dumbo mit der Maus Timothy an. Eines Abends nachdem Dumbo mit Timothy aus einem Eimer Wasser, in den eine offene Flasche Champagner gefallen war getrunken haben, wachen beide auf einem Baum voller Raben auf. Daraus schließt Timothy, dass Dumbo fliegen kann. Mit Hilfe einer „Zauberfeder“ der Raben bringt Timothy Dumbo wieder zum Fliegen. Dumbos Talente bleiben nicht lange unentdeckt und alles wendet sich zu einem besseren. 

In der Neuauflage verzichtet Tim Burton auf sprechende und singende Tiere, nur der Oscarnominierte Song Baby Mine wurde aus dem Original übernommen, diesmal aber von Menschen gesungen. 

Zu Beginn von Dumbo geht es um die zwei Kinder Milly (Nico Parker) und Joe Farrier (Finley Hobbins) und ihren Vater Holt (Colin Farrell), der mit nur noch einem Arm aus dem Krieg zu den Kindern in den Zirkus zurückkehrt. Holt war vor dem Krieg ein gefeierter Zirkusartist und musste seine Kinder aufgrund seiner Armeeberufung im Zirkus zurücklassen. Da auch der Zirkus während des Krieges in finanziellen Schwierigkeiten steckte, musste Zirkusdirektor Max Medici (Danny DeVito) die Pferde von Holt verkaufen. Max Medici, der nicht so recht weiß was er mit dem invaliden Holt machen soll, beauftragt ihn damit sich um die Elefanten, allen voran der neuen hochschwangeren Elefantendame Mrs Jumbo zu kümmern. In dem Zirkus bekleiden mittlerweile alle mehrere Jobs, da an allen Ecken und Kanten gespart werden muss. Bald darauf wird ein kleiner Elefant mit viel zu großen Ohren namens Jumbo jr. geboren. Während seines ersten Auftritts, bei dem seine Ohren verdeckt werden sollen, legen sich die Ohren versehentlich frei und die Menge ist schockiert von dem Tier welches sie dort sehen und fangen an dieses zu schikanieren. Mrs Jumbo versucht darauf ihr Baby zu schützen und zerstört dabei das Zirkuszelt. Mrs Jumbo wird weggesperrt und Jumbo jr. der seit seinem ersten Auftritt Dumbo genannt wird, soll von nun an in einer Clownnummer auftreten.

Derweil haben Milly und Joe beim Spielen mit Jumbo jr. herausgefunden, dass der kleine Elefant mit Hilfe einer Feder fliegen kann. Sie erzählen es ihrem Vater, dieser hört Ihnen aber nicht zu, bis Dumbo bei einer missglückten Clownnummer seine Flugkünste unter Beweis stellt. Dumbo ist plötzlich der Star des Zirkus und es dauert nicht lange bis der erfolgreiche und gierige Geschäftsmann V. A. Vandavere (Michael Keaton) mit seiner Geschäftspartnerin Colette Marchant (Eva Green) auf Dumbo aufmerksam werden und dem in finanziellen Schwierigkeiten steckenden Max Medicis ein Angebot macht, dass dieser nicht ausschlagen kann. Es dauert auch nicht lange bis Zweifel an diesem Deal aufkommen……

Tim Burton bleibt in seiner Version von Dumbo seinem Stil treu und bringt ein buntes und teilweise düsteres Setting auf die Leinwand. Die Sets und Kostüme sind alle liebevoll und kreativ gestaltet und sind gespickt mit tollen Easter Eggs und einem tollen Cameo. Die Visual Effects sind durchweg gelungen und die Musik von Danny Elfman führt nicht zu aufdringlich durch den Film, ist aber den Film durch passend durchkomponiert. Die Charakterzeichnungen sind teilweise zu drüber und überspielt, das sollte aber für den Film kein Beinbruch sein, da man dies von Tim Burtons vorherigen Meisterwerken schon kennt. 

Der Cast ist auch gut gewählt, erinnert mich aber in manchen Szenen ein wenig an Greatest Showman mit Hugh Jackman.

Colin Farrell spielt Holt Farrier und macht das finde ich sehr gut. Vor allem in Szenen in denen er emotional sein muss und den gebrochenen Mann, der Frau, Arm und Pferde verloren hat,  rüberbringen soll. Ich persönlich bin eigentlich kein Fan von Farrell, fand ihn in der OV aber authentisch.

Nico Parker und Finley Hobbins spielen Holts Kinder Milly und Joe. Milly, die sich für die Wissenschaft begeistert und eigentlich gar nicht im Zirkus leben möchte, und der eher zurückhaltendere Joe spielen das unglaublich toll und haben so viel Herz für die Tiere. Nico Parker hat die größere Rolle der beiden und ist in jedem Moment den sie vor der Kamera steht die kleine Milly die alles dafür tun würde um ihren Freund Dumbo zu beschützen und wieder mit seiner Mama zusammenzuführen. Beide kümmern sich so liebevoll um die Zirkustiere und geben ihnen ganz viel Liebe.

Danny DeVito mimt den in finanziellen Schwierigkeiten steckenden Zirkusdirektor, der sich an jeden Strohhalm klammern würde um seiner Zirkusfamilie ein besseres Leben zu bieten. Als er auf Vandavere trifft lässt er sich schnell von den scheinbar großartigen Konditionen blenden und lässt sich als Entdecker Dumbos feiern. Ich finde auch hier ist das eine sehr gelungene Performance.

Michael Keaton als V. A. Vandavere ist für mich der am meisten überzeichnete Charakter, der jederzeit raushängen lässt, wie toll, mächtig, reich, schön und erfolgreich er doch ist. Hier hätte es dem Film gut getan einen Gang runterzuschalten. Michael Keaton hat aber auch seine guten Momente, so wie zuletzt in Spider-Man Homecoming. 

Eva Green spielt die arrogante und oberflächliche französische Artistin auf ihrem gewohnt hohen Niveau, wirkt aber auch in manchen Momenten etwas overacted. Als Vandaveres Vorzeigemodel soll sie eine artistische Nummer mit Dumbo einstudieren und baut nach und nach eine Beziehung zu dem Elefanten und den Farriers auf. 

Zum Fazit, Dumbo ist ein toller Familienfilm der aber noch nichts für die ganz kleinen unter uns ist da er an manchen Stellen doch ziemlich düster ist. Tim Burton hat aus Dumbo seine ganz eigene Version gemacht die liebevoll inszeniert ist und fast über den ganzen Film funktioniert. Da möchte ich aber aufgrund der Spoilergefahr nicht ins Detail gehen, da der Film viele neue Elemente und Figuren hat. Ich habe die vielen Easter Eggs zum Original geliebt, wie zum Beispiel die Maus Timothy oder die Dampflok. Schade fand ich die Momente, in denen manche Charakter zu drüber waren. Ansonsten ein sehr schöner Film der alle Charaktere mit einbezieht und sich nicht wie das Original fast ausschließlich um Dumbo dreht. 

 Ich gebe dem Film somit 7,5 von 10 Punkte.