Pokemon: Meisterdetektiv Pikachu

 

Inhalt

Die Story nimmt ihren Anfang, als der Top-Privatdetektiv Harry Goodman auf mysteriöse Art verschwindet, woraufhin sein 21 Jahre alter Sohn Tim sich aufmacht um herauszufinden, was geschah. Unterstützt wird er von Harrys früherem Pokémon-Partner Pikachu: einem wahnsinnig komischen, frotzelnden, liebenswerten Super-Spürhund, der sich selber nicht versteht. Als sie erkennen, dass sie auf eine einzigartige Art und Weise miteinander kommunizieren können, schließen sich Tim und Pikachu zusammen und begeben sich auf ein packendes Abenteuer, um die geheimnisvollen Machenschaften zu entwirren. Auf der Jagd nach Hinweisen in den neonbeleuchteten Straßen von Ryme City – einer wuchernden, modernen Metropole, in der Menschen und Pokémon Seite an Seite in einer hyperrealistischen Live-Action-Welt leben – treffen sie auf diverse Pokémon und decken eine schockierende Verschwörung auf, die die friedliche Koexistenz beenden könnte und das gesamte Pokémon-Universum in Gefahr bringt. (Quelle: Verleih)

Regie Rob Letterman

Darsteller Ryan Reynolds, Justice Smith, Kathryn Newton

UCI Kinowelt

 

 

Hintergründe

 

Pika!, Pika! Pikachuuuu! Oder so ähnlich. Pikachu hörte man bisher in den Serien und Spielen immer nur, wie alle anderen Pokemon auch, mit seiner normalen Pokemon-Stimme reden. Dann gab es da mal ein Spiel für den Nintendo 3DS, in dem er eine tiefe, rauchige Stimme bekam und als kaffeesüchtiger Privatdetektiv auftrat. Und genau um diesen Pikachu geht’s in „Pokemon: Meisterdetektiv Pikachu“. Zu aller erst, mein persönlicher Pokemon Background, den dieser spielt für jeden Zuschauer eine immense Rolle und entscheidet darüber ob man Spaß mit dem Film hat oder eher nicht. Ich selbst, hatte als Kind und Jugendlicher eher wenig mit Pokemon zu tun. Sicher, hin und wieder gab es mal eine Folge im TV, aber so richtig im Thema war ich tatsächlich erst als Erwachsener, als Pokemon Go 2016 an den Start ging. Keine Spiele auf dem GameBoy, keine Spiele auf dem 2DS oder 3Ds. Komisch oder? Egal. Das zeigt, dass jedem dieser Film zusagen kann, auch wenn man erst spät mit dem Franchise zu tun hatte. Hauptsache man kennt die kleinen Taschenmonster und kann ihnen etwas abgewinnen.

 

Design und Animationen

 

Gleich vorweg, die Pokemon sehen einfach phantastisch aus. Sie fügen sich wirklich atemberaubend in die reale Welt ein und man kann sich erfreuen, wie sie mit ihrer Umwelt interagieren. So als wären es echte Wesen, die zusammen mit den Menschen in Ryme-City leben. Pikachu selber ist sehr liebevoll animiert, Gestik und Mimik funktionieren astrein. Ich würde sogar sagen, dass die Animationen der Pokemon mit die Besten sind, die ich in den letzten Jahren im animierten Bereich gesehen habe. Es ist einfach zum sterben niedlich, wenn man das keine Tragosso plötzlich sieht oder wenn eine Herde Bisasam durch einen Fluss stapfen. Andere Highlights sind Glurak, Mewtu oder auch das nervtötende Enton. Ich möchte jetzt auch gar nicht auf die einzelnen Pokemon eingehen, man findet sowieso nicht alle beim ersten Anschauen. Es verhält sich ähnlich wie bei „Ready Player One“ mit den Eastereggs. So dürfte man auch hier bei jedem Ansehen neue Pokemon entdecken. Ryme-City selber erinnert mich etwas an „Blade Runner“, sie kommt eher düster und mit viel Neon und Werbetafeln daher. So etwas gefällt mir und schafft direkt eine gute Atmosphäre, wie es sich ich für einen echten Detektiv Krimi gehört. Kurzum, die Animationen und Designs sind auf höchsten Level.

 

 

                    

Story

 

Wer nach einem FSK 18 „Pokemon: Meisterdetektiv Pikachu“ lechzt, wird enttäuscht werden. Sicher, Ryan Reynolds gibt einen ziemlich derben Pikachu, er ist aber weit entfernt von einem Deadpool in einem Pikachu Kostüm. Und genau so soll der Film auch sein. Die Geschichte selber bleibt dabei für Erwachsene wohl etwas vorhersehbar, aber für Kinder ist sie stets gut nachzuvollziehen und nicht zu kompliziert. Für uns große Kinder, bleibt aber der unfassbar hohe Nostalgie- und Geekfaktor. Sicher wird der ein oder andere das für eine Schwäche halten, aber auch die alte Serie war nie hochkomplex und konnte ebenfalls stets Jung und Alt begeistern. Wer es also schafft sich darauf einzulassen, wird allein in den ersten Minuten in die Welt der Pokemon entführt und für 104 Minuten verzaubert.

 

Cast

 

Wie schon gesagt, Ryan Reynolds macht seine Sache wirklich toll. Er hat sich mit der Rolle auseinander gesetzt und das obwohl er nach eigenen Angaben keinen Bezug zu Pokemon hatte. Justice Smith bildet mit Reynolds ein richtig witziges Buddy Duo und beide interagieren höchst unterhaltsam, haben lockere Sprüche drauf und dürften die Herzen der Zuschauer schnell für sich gewinnen. Die aus „Supernatural“ und „Three Billards outside Ebbing, Missouri“ bekannte Kathryn Newton bleibt dagegen etwas blass, aber das ist völlig ok. Enton macht auch ihre Rolle sehenswert. Zu Bill Nighy braucht man wohl nicht viel sagen, er hat immer eine enorme Leinwandpräsenz. Also hier beim Cast hat man für einen leichten Film dieser Art alles richtig gemacht.

 

Fazit

 

Für wen ist „Pokemon: Meisterdetektiv Pikachu“ also etwas? Es ist ein Familienfilm. Das muss man klar und deutlich sagen. Wer mit Kind und Jugendgerechten Storys nichts anfangen kann, sollte den Film meiden. Aber wenn man eine 104 Minütigen Reise ins Reich der Pokemon auf sich nehmen möchte und dabei noch eine Menge liebevolle Taschenmonster Begegnen möchte, ist hier goldrichtig. Für Fans der Spiele und der animierten Serie ist er uneingeschränkt zu empfehlen. Der Fanservice ist richtig hoch. Wer grundsätzlich Lust auf hochklassige animierte Filme hat, kann ebenfalls einen Blick riskieren. Es wäre von Vorteil Pokemon-Kenntnisse mitzubringen, um den Film wirklich zu genießen. Bei „Pokemon: Meisterdetektiv Pikachu“ handelt sich um die bisher beste Videospielverfilmung.

8/10 Pokebälle