Naaaaaaaaants ingonyama bagithi Baba…… als diese Töne erklangen war ich zurück im Jahr 1994, als der kleine dreijährige Junge, der das allererste Mal mit seiner Mama im Kino war. Nur dieses Mal wirkte alles echt, als wären es Bilder aus einer National Geographic Dokumentation. Gesehen habe ich den Film in OV und 2D, daher kann ich nichts zu der deutschen Synchronisation und den 3D-Effekten sagen. 

Die Story sollte eigentlich jedem bekannt sein – falls nicht, versuche das mal kurz zusammen zu fassen. In der König der Löwen geht es um den Löwenjungen Simba, der auf tragische Weise seinen Vater Mufasa verliert und daraufhin von Schuldgefühlen geplagt seine Familie für immer verlässt. Total ausgelaugt finden ihn das Erdmännchen Timon und das Warzenschwein Pumba und nehmen ihn bei sich auf. Während Simbas Abwesenheit hat sein zwielichtiger Onkel Scar die Herrschaft an sich gerissen und das verheißt nichts Gutes. 

Scar in der König der Löwen – Copyright by Walt Disney

Kommen wir nun zum Handwerklichen. Nach The Jungle Book aus dem Jahr 2016 versucht sich Regisseur Jon Favreau (Iron Man 1 & 2, Cowboys & Aliens) ein weiteres Mal an einer Realverfilmung eines Walt Disney Klassikers. Im Gegensatz zu The Jungle Book gibt es in diesem Film keine Menschen, hier sind die Tiere die Hauptakteure. Die Animationen der Tiere sehen absolut großartig aus, für mich sind das die besten Animationen die ich je gesehen habe. Die Bewegungen der Tiere sind sehr authentisch, beim Sprechen sieht das nicht albern und gekünstelt aus, alles sehr natürlich. Klar gibt es bei den Special Effects ein paar Sachen die mir nicht ganz so gut gefallen haben, aber das wäre meckern auf sehr hohem Niveau. Die Kameraführung ist toll, auch wenn vieles so aussieht wie im Zeichentrick-Original. Man merkt überall die Liebe zum Detail. Die Musik sehr stimmig und stammt auch hier wieder von Hans Zimmer der seinen Score minimal angepasst hat. Beyoncé Knowles-Carter, die im Original der erwachsenen Nala die Stimme leiht, hat mit dem Lied Spirit einen Anwärter für den besten Titelsong mit ins Rennen geschickt, der sich ganz ordentlich in den restlichen Soundtrack einfügt. Mir persönlich hat Er lebt in dir gefehlt, welches einer meiner Lieblingslieder aus dem Original von 1994 ist. Dafür bekommen Timon und Pumba einen tollen musikalischen Moment. Für die Synchronisation haben die Amis tief in die Tasche gegriffen und Beyoncé, James Earl Jones (Mufasa), Seth Rogen (Pumba), Donald Glover (Simba), Chiwetel Ejiofor (Scar) und Billy Eichner (Timon).

Der König der Löwen ist eine toll gemachte Neuverfilmung, die trotz aller Stärken für mich unnötig ist. Der Film wird seine Milliarde, vielleicht auch eineinhalb Milliarden Dollar machen. Für mich bleibt das Original das Original. Aber ich kann der Realverfilmung eine Menge abgewinnen und es bleibt ein toller Film. Am meisten herausgestochen sind für mich Timon und Pumba sowie Scar. Die drei werten den Film ungemein auf.

Daher gibts von mir für Der König der Löwen gute 7,5 von 10 Punkte.