Am frühen Dienstag Abend deutscher Zeit wurde eine Nachricht über die Ticker verbreitet, die die Entertainment-Landschaft in Kürze neu gestalten wird. Die beiden großen Entertainment-Firmen CBS und Viacom werden in Kürze fusionieren. Einerseits eine Nachricht, die auf dem ersten Blick auf einer gleichen Stufe wie der Fox-Disney-Deal, der Aufkauf von Time Warner durch AT&T oder die Aufkäufe von Comcast wie Universal und Sky. Damit wird vor allem eins klar: Einzelne Medienunternehmen werden immer mehr zu Konglomeraten und es werden immer weniger, dafür aber immer grössere Player auf dem Markt. Andererseits war die Nachricht aber auch leicht vorhersehbar, denn die Firmengeschichten von CBS, Viacom und Paramount Pictures sind seit den 20er Jahren sehr eng miteinander verzahnt. In diesem Beitrag wollen wir einmal die Geschichte der beiden Unternehmen vorstellen, den schwierigen Fusionsprozess, die betroffenen Franchises, sowie Gründe für diesen Schritt beschreiben.

Das allererste Logo der Paramount Pictures 1914 (Public Domain)

Die stark verwurzelte Geschichte von Paramount Pictures, CBS und Viacom

Um einen Überblick auf die Geschichte beider Unternehmen zu gewinnen, müssen wir einen weiten Schritt zurück machen und zwar ins Jahr 1914, als der Filmverleih Paramount Pictures von William Wadsworth Hodkinson gegründet wurde. Zu diesem Zeitpunkt war die Filmindustrie noch in den Kinderschuhen und wurde bestimmt durch Investoren und Geschäftsmänner wie Hodkinson, Adolph Zukor, die Gebrüder Frohman, Jesse L. Lasky oder Samuel Goldwyn. Theaterbesitzer oder Filmproduzenten schlossen sich zusammen und gründeten kleine Filmstudios wie die Famous Players Film Company oder Goldwyn Pictures. Hodkinson bot über seinen Filmverleih lukrative Deals für die Filmstudios an: Will ein Filmtheater einen bestimmten Film zeigen, geht das nur dann, wenn man auch andere Filme des produzierenden Filmstudios zeigt. Dies ist anfangs ein gutes Geschäft, bis mehrere Filmstudios 1916 untereinander fusionierten und letztendlich den Filmverleih Paramount Pictures aufkauften. Hodkinson wurde letztendlich gefeuert und wechselte einige Jahre später in die Luftfahrt. Doch die fusionierten Filmstudios firmierten seit diesem Zeitpunkt unter dem Paramount Banner.

W. W. Hodkinson (Public Domain)

Etwas mehr als 10 Jahre später gründete sich in Chicago mit Unterstützung der Columbia Phonographic Company das Radionetzwerk Columbia Phonographic Broadcasting System. Das Phonographic wurde kurze Zeit später aus dem Namen gestrichen und wurde danach als Columbia Broadcasting System oder CBS bezeichnet. Das Radionetzwerk wuchs und wuchs und so begannen 1928 erste Gespräche zwischen CBS und Paramount und Paramount kaufte 1929 kurz vor der Weltwirtschaftskrise 49% Anteile an CBS… der Grundstein der On&Off-Beziehung zwischen CBS, Paramount und Viacom wurde bereits hier gelegt.

Der Name Viacom erschien aber erst mehrere Jahrzehnte später, und zwar um das Jahr 1970. 1952 entwickelte sich aus dem CBS Radionetzwerk eine Fernsehabteilung unter dem Namen CBS Films, die sich zuerst in in CBS Enterprises und danach in Viacom umbenannte, wobei Viacom eine Abkürzung der Bezeichnung Video & Audio Communications ist. 1971 musste Viacom aufgrund neuer Bestimmungen der Medienaufsichtsbehörde FCC ausgegliedert werden. In den USA gibt es neben den großen Fernsehnetzwerken wie NBC oder CBS sogenannte Syndication-Kanäle, stellenweise lokale Kanäle, die Programme von anderen Kanälen lizensieren. Im deutschen Fernsehsystem sind diese Kanäle relativ ähnlich zu unseren dritten Programmen. Die FCC störte sich allerdings daran, dass Netzwerke eigene Syndication-Kanäle besitzen könnte. Viacom wuchs in den 70er Jahren immer weiter heran, bis die Kino-Gruppe National Amusements ein Mehrheitspaket aufkaufte. Mitte der 80er und 90er wuchs Viacom immer weiter an und wurde zur Mutterfirma von Sendern wie MTV, Nickelodeon, Showtime und dem Video-Verleiher Blockbuster. 1994 erfolgte dann der nächste grössere Kauf und zwar verleibte sich Viacom niemand anderes als Paramount Communications ein, die Nachfolge-Firma der Paramount Pictures in den 90ern. 1999 wuchs Viacom erneut an durch den zusätzlichen Aufkauf von CBS. Damit haben sich die Wege der drei Firmen zum ersten Mal seit fast 30 Jahren erneut gekreuzt. Doch nur knapp 6 Jahre später wendete sich wieder das Blatt.

Die Zeit zwischen 2005 und 2016

Der Viacom-Mutterkonzern National Amusements versuchte 2005/2006 die schwächeren Teile des Unternehmens in ein neues Unternehmen auszugliedern. Zusätzlich versuchte man sich von rivalisierenden Managern wie Les Moonves zu trennen. CBS, Showtime und die Verlagsgruppe Simon & Schuster wurden 2006 in die CBS Corporation ausgegliedert, Viacom behielt MTV, Paramount Pictures und die Pay-TV-Gruppe BET Networks. Bekanntestes Opfer dieser Trennung dabei war das Star Trek Franchise.

Die Nerdesschau KW16/2018 –
Eine kurze Zusammenfassung der Rechte-Probleme bei Star Trek

Während CBS die Rechte an sämtlichen Fernsehserien behielt, gingen die Filmrechte an die Viacom-Tochter Paramount Pictures. Als dann Paramount 2009 versuchte, die seit 2005 brachliegende Star Trek Lizenz zu reaktivieren, musste man einen schreiberischen Kniff in die Science-Fiction-Trickkiste wagen, um keine Probleme mit den CBS-Serien zu bekommen. Sämtliche neu entwickelten Filme befinden sich von nun an in einem Paralleluniversum, das sich vollkommen unabhängig vom ursprünglichen Prime Universum entwickeln konnte. Damit sich Universum weiter entwickeln konnte, spielte der neue Head-Honcho des Star Trek Universums J.J. Abrams mit der Idee nicht nur im Kino Star Trek neu zu booten, sondern auch mit einer passenden TV-Serie. Diese Idee wurde allerdings durch die Lizenztrennung quasi verhindert und auch CBS selbst musste mehrere Jahre darauf warten, bis man eine eigene neue Serie entwickeln konnte, ohne die Pläne von Paramount zu behindern. Effektiv gesehen ist die Star Trek Filmreihe quasi das X-Men-Äquivalent beim Fox-Disney Merger. Denn erst jetzt, bei einer Fusion von CBS mit Viacom ist das komplette Franchise wieder unter einem gemeinsamen Dach. Doch diese nun neu kommende Fusion hat ihre eigene lange Geschichte…

2016 versuchte der Mutterkonzern beide Tochterunternehmen wieder zu vereinen. Denn im Vergleich zu anderen Filmstudios war der Erfolg der Paramount Pictures begrenzt. Zwar war Paramount in den Anfangsjahren des Marvel Cinematic Universe eine große Hilfe für die Marvel Studios, doch nachdem Disney Marvel 2009 für über 4 Milliarden US-Dollar aufgekauft hatte, verringerte sich der Einfluss Paramounts bis 2013 Thor: The Dark World der erste MCU-Film ohne weiteres externes Filmstudiologo war. Alle anderen Filme davor waren zum Teil co-produziert von Universal oder Paramount. Ein anderes, altbekanntes Franchise ist mittlerweile ebenfalls nicht mehr bei Paramount, denn nach dem weiteren Aufkauf von Lucasfilm ist nach einigen Jahren auch die Indiana Jones Lizenz an Disney gegangen, 2008 spielte der vierte Indiana Jones Film für Paramount fast 800 Mio. US-Dollar ein. Wenn man in der Zeit ab 2005 die Top-Filme des Studios betrachtet, muss man leider feststellen, dass Paramount im Vergleich zu anderen Studios zwar auch einige bekanntere Franchises hat, allerdings können diese Filme kaum Zuschauer in die Kinos bringen. Während heute fast jeder Kinofilm aus dem Hause Disney nahezu garantiert die Milliardenmarke überschreitet, konnte höchstens das Transformers Franchise die Milliarden-Marke knacken. Die Mission Impossible Reihe bringt zwar auch viele Besucher ins Kino, allerdings sind knapp 800 Mio. US-$ Einnahmen beim letzten Teil Fallout kaum zu vergleichen mit den 2 Milliarden, die Avengers: Infinity War eingespielt hat, und auch die direkten Konkurrenten Universal, Warner Bros, Fox und auch Sony konnten mit Jurassic Park: Fallen Kingdom, Aquaman, Bohemian Rhapsody und Venom jeweils mehr einspielen als der Topfilm aus dem Hause Paramount.

Der kommende Krieg der Streaming-Plattformen

Und nicht nur das, auch auf dem Streaming-Markt haben sich die Regeln geändert. Waren die Streaming-Plattformen Netflix, Amazon Prime und Hulu früher noch ideale Orte für Filmstudios gewesen, um Filme verteilt zeigen zu können, so wird heutzutage der Content von Studios wie Paramount nur noch dazu gekauft, um Lücken im eigenen Content-Programm auszufüllen. Während Netflix und Amazon Prime immer mehr zu eigenen Filmstudios werden mit direkt anhängender Streaming-Plattform, sind die Filmstudios immer mehr dazu angehalten, eigene Streaming-Plattformen zu entwickeln. CBS hat da vor einigen Jahren bereits mit dem CBS All Access Projekt angefangen, Disney holt da im Verlauf des Jahres mit Disney+ und der Komplettübernahme hulus nach und auch Warner Media plant neben dem bereits bestehenden DC Universe Projekt ein grösseres Warner Streaming-Portal mit dem Titel HBO Max.

Um diese Streaming-Plattformen allerdings mit Content zu befüllen, sind immer mehr Firmen aufgekauft worden. Zwei der grössten Telekommunikationsanbieter der USA, nämlich AT&T und Comcast sind mittlerweile zu großen Content-Produzenten angewachsen. AT&T kaufte 2019 nach langen juristischen Kämpfen mit dem amerikanischen Justizministerium Time Warner auf und damit auch Fernsehsender wie TNT, HBO oder CNN auf. Universal wurde bereits in einem Zeitraum zwischen 2009 und 2013 von Comcast aufgekauft. 2018 und 2019 versuchte Comcast den Contentbereich durch die Akquisitionen der 20th Century Fox Studios und dem britischen Pay-TV-Netzwerk Sky weiter aufzufüllen. Bekanntlich gingen die Fox Studios an Disney, aber Sky ging nach langen Verhandlungen doch an Comcast. Die Idee dahinter ist klar: Der Verkauf von Internet-Zugängen und Telefonanschlüssen ist nur noch ein kleiner Teil des Hauptgeschäftes, aber diese Zugänge kann man mit Premium-Content leichter verkaufen. 

Schaut man sich nun die Lage von Viacom und CBS an, so wird klar, dass beide Unternehmen wohl von der massiven Größe der Konkurrenten zermahlen werden wird. Damit man langfristig mithalten kann, muss man also zusammengehen. Und wieso geht man dabei nicht mit jemandem zusammen, den man bereits seit Jahren kennt? Denn wie schon bereits gesehen, haben sich die Wege von Paramount, Viacom und CBS bereits mehrfach gekreuzt innerhalb der letzten fast 100 Jahre.

Viacom zwischen 2016 und 2019

Doch die Fusionsgespräche erwiesen sich nicht als allzu fruchtbar im Verlauf der letzten Jahre. Einen ersten Vorstoß gab es von dem gemeinsamen Mutterkonzern National Amusement. Mittlerweile wird das Unternehmen von Sumner Redstones Tochter Shari Redstone geleitet, die 2016 einen ersten Brief an beide Unternehmen schrieb und darum bat, dass beide Unternehmen wieder zusammengehen könnten. Der Vorschlag kam anfangs nicht besonders gut an und man zog die Empfehlung wieder zurück. Als dann Ende 2017 die Bombe platzte und Disney ein Übernahmeangebot an Fox machte, ging ein Raunen durch die Entertainment-Branche und die Fusionsgespräche zwischen CBS und Viacom wurden wieder aufgenommen. An dieser Stelle jedoch wird die Geschichte sehr persönlich und schmutzig, denn die beiden Hauptbeteiligten dieser Verhandlungen waren Shari Redstone als Hauptanteilhaberin von Viacom und CBS über die National Amusements und der Chef von CBS Les Moonves. Zwischenzeitlich wollte Redstone Moonves entmachten, andererseits wollte sich CBS aus National Amusements herauskaufen. Selbst Nerds, die so aussehen wie Elton hatten bereits mehrfach über die schwierige Hochzeit zwischen CBS und Viacom berichtet.

Die Nerdesschau – KW15/2018 – Chaos bei CBS/Viacom Übernahme

Im Sommer kühlten die Gespräche allerdings ab und wurden dann auch auf Eis gelegt. Im Spätsommer wurden erste Berichte über sexuelle Belästigungen von Moonves gegenüber mehreren Frauen bekannt. Am 9. September trat er dann von seiner Position als CEO zurück. Im Verlauf der folgenden Wochen und Monate wurden immer mehr Geschichten über eine Kultur toxischer Maskulinität innerhalb von CBS bekannt. Innerhalb dieser wilden Zeit wurde das Management ausgetauscht und auch beim Board of Directors wurden insgesamt 6 neue Mitglieder eingesetzt. Zwar wurde beim Rauswurf von Moonves gesagt, dass mögliche neue Gespräche mit Viacom über eine Fusion erst in einem Zeitraum nach 2 Jahren wiederaufgenommen werden würden. Nun scheinen diese Gespräche schon bereits knapp ein dreiviertel Jahr später erfolgreich abgeschlossen worden sein. Die neue fusionierte Firma soll nun den gemeinsamen Namen ViacomCBS tragen. Die einzige Hürde scheinen nun noch die Kartellbehörden zu sein. Da allerdings die Fox-Disney und AT&T-Time Warner Deals deutlich grösser gewesen sind, sollte eine Zusage durch die Behörden eigentlich nur noch eine Pflichtübung sein.

Doch was wird dies für die Zukunft bedeuten? CBS ist bekannt für starke Krimi-Serien wie CSI, NCIS oder Criminal Minds, Comedy-Serien wie Two and a half Men oder The Big Bang Theory, neuere Remake Serien wie Roswell, Charmed, Magnum oder MacGyver. Selbst bei Late Night Talks wird man vermutlich die Auswirkungen spüren. Der Comedian Stephen Colbert entwickelte für den Viacom-Kanal Comedy Central „Stephen Colbert“, eine Art lebende Satire, basierend auf konservativen Kommentatoren des Fernsehsenders Fox News. Nach knapp 10 Jahren endete diese Comedy Show. Stephen Colbert übernahm ein Jahr später das CBS-Late Night Flaggschiff The Late Show, allerdings legte er hierfür seine Kunstfigur ab. Als er dann für einen kurzen Einspieler wieder in die alte Rolle schlüpfte, soll angeblich direkt danach ein Schreiben eines Viacom-Anwalts bei CBS gelandet sein, wegen Verwendung eines geschützten Charakters… auch wenn Colbert diesen Charakter selbst entwickelt hatte, gehörte die Kunstfigur des konservativen Kommentators Stephen Colbert immer noch zu Viacom. Mit der aktuellen Fusion sollte es nun eigentlich keine grösseren Probleme diesbezüglich mehr geben.

Stephen Colbert vs. Stephen Colbert – CBS vs. Viacom

Star Trek bei Paramount und CBS – Der aktuelle Stand

Und dann darf man natürlich die Star Trek Lizenz nicht vergessen. Seitdem Alex Kurtzman im Verlauf 2019 zum Showrunner des gesamten Franchises geworden ist, sind mehrere Serien im Star Trek Universum angekündigt worden. Neben den bereits gesendeten ersten beiden Staffeln von Star Trek Discovery wird Anfang 2020 Star Trek Picard auf CBS All Access verfügbar sein und soll damit einen Ansturm neuer Star Trek Serien einleuten. Neben einer dritten Staffel von Discovery und insgesamt 6 neuen Episoden der Short Treks wird es eine Animationsserie von einigen Machern von Rick & Morty geben, eine Captain Georgiou/Sektion 31-Serie mit Michelle Yeoh, und eine Animationsserie für Nickelodeon. Und da verlieren selbst altgediegene Star Trek Fans etwas den Überblick. Sämtliche Serien werden für die Streaming Plattform CBS All Access entwickelt (bis auf die Nickelodeon Serie natürlich). CBS All Access ist allerdinge derzeit eine Streaming Plattform, die nur in den USA verfügbar ist. Ausserhalb der Vereinigten Staaten hat derzeit Netflix die exklusiven Streamingrechte auf sämtliche alten Star Trek Serien, sowie Star Trek Discovery, die sie mit produziert. Für Star Trek Picard wird dies allerdings anders aussehen, denn hier hat sich amazon Prime die weltweiten Rechte ausserhalb der USA gesichert. An dieser Stelle wird es sehr interessant werden, inwieweit CBS All Access wachsen könnte. Der direkte Konkurrent Disney+ wird nach den ersten Vorstellungen weltweit gestartet werden, hulu soll danach eventuell auch erstmalig ausserhalb der USA gestartet werden (dies ist allerdings noch nicht 100% klar). Ein weiterer direkter Konkurrent wird HBO Max werden, die Premium-Streaming-Plattform von Warner Media. Doch auch hier scheint zu Beginn der Plattform nur der amerikanische Raum betrachtet zu werden. NBCUniversal plant ebenfalls eine Streaming-Plattform, das primär im amerikanischen Raum für Comcast Kunden verfügbar sein sollen und in Europa via die neu dazugekaufte Sky. Dies hat für die grossen Platzhirsche bereits jetzt Konsequenzen, denn beliebte Dauerserien wie The Office und Friends werden Netflix im Verlauf der kommenden Jahre entzogen und dann exklusiv auf der NBCUNiversal Plattform, respektive HBO Max laufen.

Dementsprechend wird es also interessant werden, ob die nun kombinierten CBS und Paramount Studios ihre neuentwickelten Serien und Filme eher für CBS All Access bereitstellen werden und international den Content direkt verkaufen an Konkurrenten wie Netflix, amazon Prime oder Hulu oder ob sie selbst eine internationale Plattform aufsetzen werden.

Ach ja. Auch auf der Kinoseite könnte sich nun etwas ändern. Da sich nun die Star Trek Lizenz in absehbarer Zeit unter einem Dach befinden wird, könnte dies auch neue Bewegung in die dortigen Star Trek Projekte bringen. Zwar ist ein möglicher Star Trek Beyond Nachfolger seit über einem Jahr in der sogenannten Produktionshölle, nachdem Vertragsverhandlungen mit Chris Hemsworth und Chris Pine erfolglos abgebrochen wurden, aber es gibt immer wieder Wortbeiträge von Quentin Tarantino, der derzeit ebenfalls ein Star Trek Projekt plant. Tarantino sprach in einem Podcast kürzlich darüber, dass er die Abspaltung in die Kelvin Zeitlinie absolut nicht versteht und gerne im „richtigen“ Star Trek Universum mit dem kompletten Kanon arbeiten möchte. Mit der Fusion mit CBS scheint er nun die komplette Star Trek Spielwiese für seinen womöglich zehnten und letzten Film zu bekommen. Wenn dieses Projekt wirklich stattfinden sollte.

Zukünftige Paramount-Filme

Wagen wir aber mal den Blick in die Zukunft für die anderen Filme aus dem Hause Paramount Pictures. Aktuell stehen in diesem Jahr noch der Will Smith Film Gemini Man und Terminator: Dark Fate an. Im Jahr 2020 wird dann der Sonic The Hedgehog Film erwartet, A Quiet Place II, Top Gun: Maverick und der zweite Teil des Prinz von Zamunda. In der Hasbro-Ecke von Paramount Pictures soll 2020 noch ein Spin-Off des G.I. Joe Franchises mit zum Charakter Snake Eyes erscheinen, 2021 ein Micronauts Film, sowie ein Dungeons and Dragons Film. Die Transformers Reihe ist derzeit noch etwas im Dornröschenschlaf, allerdings soll ein zweiter Teil von Bumblebee derzeit entwickelt werden, einen fixen Termin gibt es aber derzeit noch nicht. 2021 und 2022 erscheinen dann jeweils noch der siebte und achte Teil des Mission Impossible Franchises. Und an der Stelle ist die Zukunft recht offen. Theoretisch könnten dann CBS-TV Franchises schnell für das Kino entwickelt werden, andererseits besteht auch die Möglichkeiten, dass zu Film-Franchises wie Mission Impossible oder Transformers über CBS Ablegerserien bei CBS oder CBS all access entstehen könnten. Bereits heute entwickelt Paramount für amazon Prime die TV-Adaption der Jack Ryan-Bücher von Tom Clancy. Allerdings würden neu entwickelte Serien dieses Kalibers nun vermutlich eher primär in den USA auf CBS all access und nur international, d.h. ausserhalb der USA auf amazon Prime laufen.

Fazit

Die Entertainment-Branche hat nach dem Fox-Disney Deal und diversen MeToo-Skandalen mehrere Klatschen auf einmal im Verlauf des letzten Jahres gekommen und vergleichsweise kleinere Entertainment-Unternehmen wie Viacom und CBS müssen miteinander fusionieren, um gegen die diversen anderen Branchenriesen bestehen zu können. Der einzigste grössere Major, der sich in den letzten Jahren nicht an Fusionen beteiligt hat, ist Sony, und es wird interessant werden, wie sich die Filmabteilung innerhalb dieses Technologiekonzerns halten kann oder doch irgendwann abgestossen werden könnte. Ein weiterer Übernahmekandidat in absehbarer Zukunft könnte aber auch Lionsgate sein, die bereits seit einiger Zeit offen über einen Ausverkauf sprechen und sich vielen anderen Firmen anbieten. Eine grosse Unbekannte haben wir bislang noch gar nicht erwähnt. Der chinesische Filmmarkt ist immer noch am boomen. Insbesondere Paramount Pictures hatte in den vergangenen Jahren mehrere Co-Produktionen mit chinesischen Firmen in die Kinos gebracht. Stellenweise stand sogar eine Teil-Übernahme Paramounts durch chinesische Investoren zur Diskussion vor der jetzigen Fusion. Insgesamt ist der neue Konzern ca. 30 Milliarden US-$ schwer. Im Vergleich dazu stehen allerdings Disneys Wert, der derzeit bei knapp unter 250 Milliarden US-$ steht, sowie Netflix mit knapp unter 140 Milliarden US-$. ViacomCBS muss also schnell zusammenwachsen… und noch weiter, damit man in einem immer kleiner werdenden Haifischbecken noch bestehen kann.