Frozen war mit einem Einspielergebnis von knapp unter 1,28 Milliarden US-Dollar der weltweit erfolgreichste Film des Jahres 2013. Das Lied “Let it go” aus dem Soundtrack des Films ist zu einem der bekanntesten Disney Songs aller Zeiten geworden. Seit 2017 gibt es am Broadway ein Musical basierend auf dem ersten Teil von Frozen. Und an jeder Halloween Party oder an jedem Fastnachtsumzug sieht man mindestens eine Elsa herumlaufen. Von den Cosplays will ich erst gar nicht reden.

Die Eiskönigin ist eine der bedeutsamsten, neueren Franchise-Marke aus dem Hause Disney innerhalb der letzten 10 Jahre geworden. So soll alleine im Fiskaljahr 2014/2015 allein mit dem Merchandising rund um Frozen die Maus ca. 5 Milliarden US-Dollar eingenommen haben, also quasi das Vierfache der Einnahmen des Films! Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis eine Fortsetzung herausgebracht wurde. Und das ist bei den Walt Disney Animation Studios eigentlich eher eine Seltenheit, denn von den bisher 57 veröffentlichten, abendfüllenden Filmen waren bislang nur 3 davon Fortsetzungen: Fantasia 2000, Winnie the Poo und erst kürzlich Chaos im Netz, der Nachfolger von Ralph Reichts (Kleiner Hinweis am Rande: Fortsetzungen wie Aladdin 2 oder Der König der Löwen 2 wurden von der Schwesterabteilung Walt Disney Television Animation produziert).

Der Teaser Trailer

Mit Die Eiskönigin 2 produzieren die Walt Disney Animation Studios damit den bislang vierten Fortsetzungsfilm und auch die erste Musical-Fortsetzung. Insgesamt 7 neue Songs soll es in dem Film geben, wiederum geschrieben vom Musiker-Ehepaar Robert Lopez und Kristen Anderson-Lopez. Ebenfalls wieder dabei sind die Regisseure Chris Buck und Jennifer Lee, Produzent Peter Del Vecho, sowie der Cast um Indina Menzel, Kristen Bell, Jonathan Froff und Josh Gad.

Der offizielle erste Trailer

Allerdings war eine Fortsetzung anfangs noch gar nicht sonderlich sicher gewesen, trotz des immensen Erfolges des ersten Teils, denn laut Angaben Del Vechos bei einem Pre-Screening mehrerer Szenen des Films soll bei der Konzeption der Fortsetzung die Frage wichtig gewesen sein, ob man neue, interessante Geschichten mit den bereits etablierten Charakteren entwickeln könne. Spätestens nach einer Reise des kreativen Teams nach Finnland, Norwegen und Island konnte man den Kern der Geschichte heraus entwickeln. Während Anna und Arendelle in ihrem Wesen eher skandinavisch geprägt sind, ist Elsa mit ihren speziellen Kräften eher an isländischen Mythen und Sagen angelehnt. 

Weiterhin ließ der erste Teil der Eiskönigin viele Punkte offen: Woher hat Elsa ihre Kräfte? Wieso hat Anna keine? Wohin wollten ihre Eltern aufbrechen? Und gibt es dieses „lebten glücklich bis ans Lebensende“? Die Antworten zu diesen Fragen sollen anscheinend im Vordergrund stehen und könnten wohl im Verlauf des Films beantwortet werden. Wir hatten vor kurzem die Möglichkeit gehabt, einige erste Szenen aus dem Film bereits vorab zu sehen, wobei wir uns herzlich bei Disney bedanken wollen. Insgesamt 5 Szenen, die insgesamt ca. 10-15 Minuten lang waren, konnten wir uns dabei anschauen, allerdings waren dies noch nicht finalisierte Szenen, d.h. mitunter waren VFX-Szenen noch nicht final oder die Musik. Ausserdem schienen einige der Szenen bereits schon auf dem Disney-Event D23 gezeigt worden zu sein, da sich die Beschreibungen sehr ähneln.

*****SPOILER*****

Seit dem ersten Teil sind mittlerweile drei Jahre vergangen. Elsa ist mittlerweile “angekommen” in ihrem neuen Familienglück mit ihrer Schwester und hat ihre Kräfte mittlerweile stark unter Kontrolle, Kristoff und Annas Beziehung ist mittlerweile stark angewachsen, Olaf ist dank der Permafrost-Kräfte von Elsa mittlerweile gesichert vor einem vorzeitigen Schmelzen.

Königin Iduna singt ihre beiden Töchter Elsa und Anna in den Schlaf © 2019 Disney. All Rights Reserved.

In der ersten Szene konnte man sehen, wie Elsa und Anna als kleine Mädchen von ihrer Mutter Queen Iduna (Evan Rachel Wood) in den Schlaf gesungen wurde. Jahre später geniessen Anna, Elsa, Olaf, Kristoff und Sven ihr gemeinsames Familienleben bei einer abendlichen Partie Scharade, bei der Elsa anfängt eine Stimme zu hören, die nach ihr ruft. Während Elsa abrupt vorzeitig zu Bett geht, versucht Kristoff Anna eine wichtige Frage zu stellen (also die Art von Frage, die einen Ring mit einschließt), doch Anna folgt Elsa in ihr Schlafzimmer. Diese kann die Stimmen nicht verdrängen und hat Schwierigkeiten beim Einschlafen. Anna versucht Elsa so in den Schlaf zu singen, wie ihre Mutter das früher getan hat und Elsa kann dann auch tatsächlich einschlafen. Doch kurze Zeit später wacht Elsa wieder auf und… sagen wir mal so… beginnt zu singen (“Into the Unknown” könnte vermutlich das “Let it go” des zweiten Teils werden; ein kurzer Ausschnitt wurde mittlerweile auch von Disney via YouTube veröffentlicht).

Elsa hört von Weitem eine Sirenenstimme, die sie ins Ungewisse locken will. © 2019 Disney. All Rights Reserved.

Mitten im Song setzt Elsa ihre Kräfte ein, es verteilen sich diverse Eiskristalle überall in Arendelle und plötzlich passieren mehrere Naturkatastrophen gleichzeitig: Die Kristalle beginnen zur Erde zu fallen als Hagel, starker Wind fegt durch die Straßen der Stadt und die Erde bebt. Die Stadtbewohner können sich auf ein nahe gelegenes Plateau retten. 

Ein kurzer Vorgeschmack zu „Into the Unknown“, veröffentlicht am 30. September.
Elsa, Anna, Kristoff, Sven und Olaf auf der Suche nach dem Ursprung der Sirenenstimme. ©2019 Disney. All Rights Reserved.

Dies ist der Zeitpunkt, an dem das Abenteuer beginnt, denn Anna, Elsa, Olaf, Kristoff und Sven versuchen der Stimme zu folgen und begeben sich sich in einen verwunschenen Wald, der durch ein magisches Schutzschild umgeben ist und erst durch Elsas Kräfte geöffnet werden kann. Hinter dem Schutzschild erwartet sie ein herbstlicher Wald, in dem einige gestaltlose, geisterähnlichen Wesen die Gruppe einzeln beobachtet und verfolgt. In einer weiteren Szene läuft zum Beispiel Olaf ganz allein durch den Wald und versucht sich die ganze Zeit selbst einzureden, dass alles normal sei… quasi fast schon wie im berühmten “This is fine” meme. (Ich könnte eigentlich schon eine Wette mit euch darüber abschließen, dass wir in den nächsten Wochen und Monaten mit einem This is fine-Olaf-Remix-Meme überschüttet werden.)

Ins Ungewisse. ©2019 Disney. All Rights Reserved.

In der letzten Szene, die wir sehen konnten, hatte auch Elsa ein näheres Erlebnis, allerdings mit einem mysteriösen Wasserpferd unter Wasser. Elsa steht dabei nachts am Ufer eines Meeres und will dabei zu einem Ort, von dem sie denkt, dass dort die Sirenenstimme herkommen könnte. Sie nimmt Anlauf, wird aber gleich von einer grossen Welle zurück an den Strand gespült. Sie versucht mehrere weitere Anläufe, bis sie schließlich von einer gewaltigen Welle unter Wasser gezogen wird. Unter Wasser sieht sie dann eine Art Pferd, das wiederum aus Wasser zu bestehen scheint (ja, es klingt seltsam, ist aber so). Es scheint also, dass hier Kräfte zu sein scheinen, die stärker als Elsas Kräfte zu sein scheinen (Das ist eine etwas längere Version der Wasserszene aus dem ersten Trailer gewesen). Dies könnte eine Form der skandinavischen Nixe sein, die dort auch als Nøkk oder Bækhest bekannt ist und die Form eines Wasserpferds hat.

Elsa trifft auf ein mythisches Wasserwesen namens Nokk. ©2019 Disney. All Rights Reserved.

*****SPOILER*****

Hier endete auch die Präsentation, aber mehrere Dinge scheinen klar zu sein: Die Herkunft Elsas Kräfte könnte zwar entdeckt werden, aber ist sie stark genug gegen die Kräfte, die an diesem seltsamen Ort herrschen? Kann die Beziehung von Anna und Kristoff auf lange Sicht Bestand halten? Ein wichtiges Leitmotiv des Films wird daher das “Aufwachsen” werden, denn die Hauptfiguren sind mittlerweile doch schon 21, bzw. 24.

Mittlerweile ist inzwischen auch der finale Trailer von Die Eiskönigin 2 veröffentlicht worden, in dem man auch einige kurze Eindrücke der Szenen sehen kann, die wir hier schon in längerer Form gezeigt bekommen haben.

Der offizielle 2. Trailer

Die Eiskönigin 2 wird am 28. November 2019 in Deutschland in den Kinos erscheinen und ich bin jetzt schon mal darauf gespannt, ob wir alle dann den einen oder anderen kollektiven Ohrwurm haben werden, so wie nach dem ersten Teil mit “Lass jetzt los”…