Heute, am 18. Dezember 2019, endet, was vor 42 Jahren seinen Anfang nahm. Die Skywalker-Saga. Ich hatte das Glück, gestern der Pressevorführung, der mittlerweile neunten Episode, beizuwohnen. Meine Meinung zu dem Film, erfahrt ihr hier in meiner Review. Diese ist spoilerfrei. Wer aber wirklich, absolut gar nichts über den Film wissen will, sollte nicht weiterlesen.

Star Wars – Der Aufstieg Skywalkers ist ein Film, der nach einem von Fans und Presse stark kritisiertem achten Teil, ohnehin ein schweres Kreuz zu tragen hat. Ich selbst hielt Episode 8 (Star Wars – Die letzten Jedi) zwar definitiv nicht für einen der besten Star-Wars-Filme, konnte dem Film aber trotz klarer Schwächen einiges abgewinnen. Besser als Episode 8, gefiel mir aber Episode 7 unter der Regie von J. J. Abrams. Überraschend kam vor ein paar Monaten die Meldung, dass J. J. Abrams wieder den Regiestuhl für die abschließende Episode 9, der mittlerweile 3. Star-Wars-Trilogie besetzen wird. So ging ich also gestern mit einem leicht optimistischen Gefühl ins Kino. 

Nach den Trailern, hatte ich allerdings auch ein wenig Sorge, dass die Story etwas zu wirr wird. Das Palpatine bzw. der Imperator wieder in irgendeiner Form zurückkehren sollte, hielt ich zwar für spannend, aber hatte Angst, dass man hier einfach Fanservice leistet und das alles nicht so richtig Sinn ergeben wird. Doch das tat es. Palpatine ist angsteinflösend. Noch angsteinflössender, als er es in der alten Trilogie war. Stets mit Blitzen in der gefühlten blauen Hölle in Szene gesetzt, spielt Ian McDiarmid Palpatine diabolisch wie damals, sogar noch eine Spur fieser. 

Auch Kylo Ren ist in dem Film wieder so stark, wie er es in den Vorgängern war. Wir haben in dieser Trilogie keinen Darth Vader, der erst ganz zuletzt zur hellen Seite wechselt, aber vorher fest in seiner Rolle war als Antagonist, sondern einen gebrechlichen, verängstigten jungen Mann, der sich nie so ganz sicher scheint, ob er grade das Richtige tut. Das ist einfach mal ein frischer Ansatz und gefällt mir. Adam Driver trifft immer den richtigen Ton. Kylo Ren und der Imperator waren für mich die Highlights des Films.

Rey, tut eigentlich wieder das, was sie am besten kann: Hoffnung ausstrahlen. Wenn man Rey sieht, weiß man, worum es geht. Daisy Ridley spielt Rey mit einer starken Hingabe und man fühlt automatisch alles mit, was Rey im Film erlebt. 

Finn und Poe sind zwei Figuren, die sich meiner Meinung nach leider nicht wirklich weiterentwickelt haben, die aber trotzdem sehr gut zusammen funktionieren. Finns (geglaubte) Freundin Rose spielt in Episode 9 nur noch eine Nebenrolle, was mir etwas negativ aufgefallen ist. Die ganze Zeit fragt man sich, ob die beiden nun eigentlich zusammen sind, oder nicht. Die Frage wird aber nie geklärt. Rose hat insgesamt vielleicht 2 Minuten Screentime. 

Lando ist ebenfalls wieder zurück, und man muss sagen, Billy Dee Williams hat wirklich wieder in den Charakter gefunden. Harrison Ford wirkte in Episode 7 als Han Solo etwas lustlos, dies ist bei Lando (auch wenn er eher eine kleine Rolle hat) nicht so. Wenn man Billly Dee Williams auf der Leinwand sieht, geht einem das Herz auf.

Das wir nachdem Carrie Fisher Ende 2016 verstorben ist, trotzdem nochmal Leia sehen dürfen, war einfach wundervoll. Man hat es geschafft, sie so in die Story zu integrieren, dass einem tatsächlich nicht auffällt, dass auf Archivmaterial der beiden Vorgänger zurückgegriffen wurde. Hut ab!

Ebenfalls hervorzuheben ist Anthony Daniels als C-3PO. Er bringt sehr guten Humor in den Film und spielt in diesem Film eine etwas größere Rolle, was mir sehr gefallen hat.

Die neuen Nebenfiguren haben ebenfalls einen guten Eindruck gemacht. Keri Russel zum Beispiel, sieht als Zorii Bliss einfach nur großartig aus. Das Design der Rüstung erinnert zwar krass an Daft Punk, aber wirkt im Film einfach nur cool. Von dieser Figur könnte man sich auch eine Spin-Off-Serie auf Disney+ oder ähnliches vorstellen.

Das John Williams mit seinem Soundtrack wieder grandios ist, war im Vorhinein schon klar. John Williams ist und wird immer eine Legende sein, wenn es um Filmmusik geht. Wir hören in dem Film natürlich auch wieder einige schon bekannte Stücke. Die Musik sorgt immer für Gänsehaut. 

Die Kamera hat mir ebenfalls gut gefallen, wir haben oft weite Shots, die einen guten Überblick über das Geschehen geben. Beim Schnitt haben mir die Star-Wars-typischen Wischblenden allerdings gefehlt.

Genauso funktioniert die Choreografie wieder gut. Es wird sich Zeit genommen für Lichtschwertkämpfe und Co. 

Fazit:

Einige werden den Film schlecht finden. Sehr viele werden auch mit der Einstellung ins Kino gehen, jetzt einen schlechten Film zu sehen. Diese Zuschauer kann man dann auch nicht vom Film überzeugen. Ich behaupte aber, dass diesen Film mit einer offenen Haltung schauen sollte. Vielleicht entdeckt man ja doch aus Versehen die Liebe zu Star Wars wieder, und findet an dem Film sogar gefallen.

Ich selber hatte viele Bedenken, was diesen Film angeht. In der ersten Hälfte des Films war ich zwar gut unterhalten, fragte mich aber, wann es endlich um das große Ganze geht. Als der Film dann aber richtig losgelegt hat, hat er mich umgehauen. Ich war beeindruckt, dass man doch eine so gute Story geschrieben hat, die wirklich überrascht und bei der man extrem mitfühlt. Fanservice wird zwar in dem Film (NATÜRLICH) großgeschrieben, wirkt aber eigentlich nie fehl am Platz, sondern hat mich emotional immer erreicht. Große Überraschungen, große Bilder, große Worte, alles immer ästhetisch verpackt. Für mich ist der Film tatsächlich der beste der neuen Trilogie. Ich bin mit dem Streifen echt glücklich und finde, dass der Film ein würdiger Abschluss für die Skywalker-Saga ist.

Autor: Dorian Festa