Willkommen zu meiner Review von Die fantastische Reise des Dr. Dolittle.

Mit Marvel-Star Robert Downey Jr. versucht man in einem dritten Anlauf die Kinderbuchreihe um Doktor Dolittle und seine Tiere von Hugh Lofting zum Leben zu erwecken. Im letzten Anlauf hat es Eddie Murphy mit seiner Version weit ab des Buches versucht die Herzen an sich zu reißen. Diese Reihe hat es auf sage und schreibe fünf Filme gebracht, obwohl Eddie Murphy ab dem dritten Teil nicht mehr dabei war. Dr. Dolittle 3 erschien wie seine zwei Nachfolger als Direct-to-DVD Film. Doch ein Film aus dem Jahr 1967 mit Rex Harrison in der Hauptrolle, lässt bis heute mein Kinderherz erstrahlen und ist für mich bis jetzt der einzig wahre Dr. Dolittle. Die Version aus dem Jahr 1967 ist ein bunter und liebevoll gemachter Musicalfilm, dort macht sich Dr. Dolittle mit seinen Gefährten auf die Suche nach der sagenumwobenen purpurnen Riesenseeschnecke. Während der Reise erleben sie das ein oder andere Abenteuer.

Rex Harrison in Doktor Dolittle (1967) – © 20th Century Studios

In Die fantastische Reise des Dr. Dolittle geht es um den Doktor, der sich nach dem Verlust seiner Frau, von den Menschen abgewandt hat und seit Jahren abgeschottet auf seinem Anwesen mit seinen Tieren lebt. Eines Tages kommt der Junge Tommy Stubbins mit einem angeschossenen Eichhörnchen zu ihm und bittet ihn sich darum zu kümmern. Zeitgleich taucht ein Mädchen auf welches Dr. Dolittle bittet, der im sterben liegenden Queen zu helfen. Um das richtige Heilmittel für die Queen zu finden, machen sich Doktor Dolittle und der bei den Tieren beliebten Tommy Stubbins mit dem Schiff auf, ein ein Abenteuer, dass auch an manchen stellen seine Gefahren birgt.

Die fantastische Reise des Dr. Dolittle ist 141 Minuten lang, ist ab 6 Jahren freigegeben und wurde von Stephen Gaghan gedreht, den der ein oder andere durch den Film Syriana (2005) kennen könnte. Die fantastische Reise des Dr. Dolittle ist ein Spaß für die ganze Familie, bei der auch die erwachsenen auf ihre Kosten kommen sollten. Über kurze Strecken verliert sich der Film ein wenig in dem was er gern sein würde und in anderen Momenten bietet er einem tolle bewegende Bilder. Es wirkt als wüsste man nicht genau welche Zielgruppe man genau ansprechen möchte, sei es rein das Kinderpublikum oder doch die ganze Familie. Es gibt ein paar wenige Momente in denen der Film sehr überzogen wirkt und rein auf die kleinsten gerichtet ist, die dem Film an Wertigkeit nehmen. Zum Beispiel die Rolle des ewigen Konkurrenten Dr. Blair Müdlfy gespielt von Michael Sheen, der eigentlich ein sehr guter Schauspieler ist, verkommt zum albernen Sidekick. Andernfalls mochte ich die Rollen von Doktor Dolittle, Tommy Stubbins und Lady Rose.

Robert Downey Jr. in Die fantastische Reise des Dr. Dolittle – © Universal Studios

Die Rolle des leicht exzentrischen Tierarztes scheint für Robert Downey Jr. wie auf dem Leib geschnitten. Er spielt die Rolle mit dem gleichen Talent und Charisma wie man es von gewohnt ist. Lady Rose wird von der Jungschauspielerin Carmel Laniado gespielt und liefert eine gute Performance ab, von der man sich gern mehr Screentime erwartet hätte. Harry Collett mimt Tommy Stubbins, einen jungen der keiner Fliege was zu leide tun kann und seine Leidenschaft für das Tierarztsein entdeckt. Die Rolle des Tommy Stubbins ist die erste Hauptrolle in einem Hollywoodfilm für den 16 jährigen. Zuvor hat man ihn als einen Jungen in Dunkirk sehen können. Collett überzeugt auf ganzer Linie und macht mit seiner Leistung sicher in Hollywood auf sich aufmerksam. Man glaubt ihm das wissbegierige und faszinierte von vorne bis hinten. Antonio Banderas ist als König Rassouli in einer Nebenrolle dabei und hegt einen Hass auf Dolittle, aufgrund einer gemeinsamen Vergangenheit. Auch Banderas gefällt mir in seiner Rolle gut.

Anders als der Film von 1967 sprach die Tiere in Die fantastische Reise des Dr. Dolittle teils wie Menschen und teils wie Tiere. Im Original Cast sind diese Stimmen hochgradig besetzt, unter anderem mit Tom Holland, Selena Gomez, Emma Thompson, Rami Malik und John Cena. Der einzige der die Tiere richtig hören kann ist Dr. Dolittle, der Rest hört ganz normal, wie er es sonst auch tun würde, bellen, fauchen, brüllen oder quieken. Mir persönlich gefällt dieser Ansatz, da sich so kompliziertere Handlungsstränge erzählen lassen. Man hat hier auf voll animierte Tiere gesetzt, anstatt auf das Motion Capture-Verfahren. Die Effekte sind meistens gut gelungen und die Tiere sind sehr gut animiert. Die Musik zieht sich harmonisch durch den Film, in dem ein oder anderen Augenblick will sie etwas zu viel Spannung übermitteln, ist sonst aber nicht zu aufdringlich. Die Kostüme sind gut und sind den Schauplätzen angepasst, sei es edel am Hof oder im Taucheranzug auf dem Meer, sah es immer hochwertig aus.

Die fantastische Reise des Dr. Dolittle – © Universal Studios

Die fantastische Reise des Dr. Dolittle ist ein schöner und unterhaltsamer Film für die ganze Familie, mit einer recht simplen Story, der nicht genau weiß welche Zielgruppe er ansprechen möchte. Es gibt viele tolle Action und Momente die den Film einen gemütlichen Kinobesuch wert machen. Dazu gefiel mir der Hauptcast und die Animationen der Tiere. Aufgrund der albernen Szenen und der übertrieben albern angelegten Rolle des Blair Müdlfy hat der Film an Qualität verloren. Für ein mögliches Sequel würde ich mir wünschen, wenn man den Spaß behält, das alberne aber zu Hause lässt.

Damit komme ich zu dem Entschluss, dass Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 6,5/10 Punkte verdient hat.